50 Jahre "Rechtes gegen linkes Alsterufer"

06.03.2008 – Vergangenen Mittwoch feierte das Hamburger Schachschachtraditionsturnier "Rechtes gegen linkes Alsterufer" sein 50jähriges Jubiläum. Diesmal beteiligten sich 320 Teams mit insgesamt 2560 Schülern an dem Turnier, bei dem Schulen beiderseits der Alster, aber auch aus dem Hamburger Umland in Achtermannschaften gegeneinander antreten. Meistens gewinnen die Schulen vom linken Alsterufer den Vergleich, doch diesmal hatten einmal die Schüler rechts der Alster die Nase vorn. Als Siegermannschaft aller Teams, die mit 8:0 gewonnen hatten, wurde die Mannschaft des Gymnasiums Rissen gezogen. Im nächsten Jahr übernimmt Björn Lengwenus von Norbert Fortmann die Rolle des Cheforganisators und strebt einen neuen Weltrekord an.Offizielle Seite...Bericht und Bilder...

50 Jahre "Rechtes gegen linkes Alsterufer"
 


Der Turm des Radisson Hotels auf dem CCH



CCH mit Fernsehturm


Ansturm der Massen


Die Schleusentor werden geöffnet

Zum letzten Mal fingierte Norbert Fortmann als Cheforganisator. Sieben Jahre lang war der Hamburger Lehrer hauptverantwortlich für die ordnungsgemäße Durchführung des größten geschlossenen Schulschachturniers der Welt. Im kommenden Jahr wird Björn Lengwenus dann das Amt übernehmen und strebt einen neuen Weltrekord an.


Björn Lengwenus, Norbert Fortmann

Die größte Teilnehmerzahl wurde bisher im Jahr 1988 erreicht, als 3616 Schüler die Räume im Congress Center Hamburg füllten. Damals besuchte sogar zu dieser Zeit amtierende Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Turnier. Um den neuen Teilnehmerrekord zu erreichen wird das Turnier allerdings innerhalb des CCHs in neuere Räume umziehen müssen. Derzeit werden Gespräche geführt, unter welchen Umständen das möglich sein wird.

Das Turnier geht auf eine Idee Hamburger Lehrer zurück. Ende der 50er Jahre begann man Schach an den Schulen zu etablieren und um dieser Idee neue Impulse zu verleihen, wurde 1958 erstmals ein Wettkampf "Rechtes gegen linkes Alsterufer" durchgeführt. Regelmäßig, aber nicht in jedem Jahr, kam es zu Neuauflagen, wobei die Zahl der teilnehmenden Schulen und Schüler immer weiter wuchs. Seit 1978 wird der Wettkampf in jedem Jahr durchgeführt und gemeinsam von der Hamburger Schulbehörde und dem Hamburger Schachverband organisiert.

Zum Jubiläum waren die beiden Träger durch ihre obersten Repräsentanten vertreten.


André van de Velde begrüßt Alexandra Dinges-Dierig


Rainer Woisin (ChessBase), André van der Velde, Alexandra Dinges-Dierig


Björn Lengwenus hat sich nicht verletzt, sondern hält die Utensilien für das Blindspiel bereit


Alexandra Dinges-Dierig und Norbert Fortmann

Im Namen des Hamburger Schachverband verlieh deren Präsident André van de Velde Norbert Fortmann für dessen langjähriges Bemühen um das Schach die Silberne Ehrennadel des Verbandes.


Dank und Gratulation: André van de Velde und Norbert Fortmann



Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig lobte in ihrer Ansprache die von Björn Lengwenus initiierte Aktion "Schach statt Mathe" und lud alle Schulen ein, dem Beispiel der Grundschule Genslerstraße zu folgen und ein Stunde Schachunterricht im Rahmen der Ausbildung mathematischer Fähigkeiten einzurichten.

Mit dem offiziellen Button (für alle Anhänger der Aktion hier zu erhalten) am Revers demonstrierte die Senatorin ihr Unterstützung.



Auf die Frage einer Journalistin gefragt, wie viele Mannschaften in diesem Jahr wohl teilnähmen, konnte Björn Lengwenus ohne Nachdenken die Antwort, "320!" geben. Die Folgefrage, wie viele Schüler insgesamt mitspielten, wusste er indes nicht zu beantworten. Da jede Mannschaft mit acht Spielern antritt, hätte man dies allerdings leicht ausrechnen können, worauf auch umgehend und naseweiß aus dem Kreis der Umstehenden hingewiesen wurde. Der Schulleiter nähme das Motto seiner Initiative "Schach statt Mathe" aber sehr wörtlich, lautete der etwas vorlaute und eigentlich auch völlig überflüssige Kommentar.

Mit GM Jan Gustafsson, WGM Marta Michna, Niclas Huschenbeth, außerdem Merijn van Delft und Hauke Reddman veredelte der Hamburger Schachklub das Turnier mit Schachspitzensportlern aus seinen Bundesligamannschaften.


Niclas Huschenbeth, Jan Gustafsson, Marta Michna


Die Schul- und Sportsenatorin spricht mit den Hamburger Spitzensportlern


Großmeisterin Marta Michna


Großmeister Jan Gustafsson


Niclas Huschenbeth, bald Hamburgs vierter Großmeister?

Der Großmeister, die Frauengroßmeisterin und de Nachwuchsstar wurden beim Hauptturnier in Schulmannschaften eingegliedert und zeigten dort ihre Künste im Blindschach, spielten also mit verbundenen Augen gegen die Schüler.


Björn Lengwenus verbindet Niclas Huschenbeth die Augen


Blind


Die Senatorin prüft den Sitz der Binde. Geschummelt wird nicht



Der erste Zug. Hinten sehen Marta Michna und Jan Gustafsson ihrem Schicksal entgegen.



Damit war der Startschuss für das eigentliche Turnier gefallen.


Coole Mütze


Schwarz mit Weiß und Blond mit Schwarz


Springer am Rande, Kummer...


Na, was machst du nun?


Schwierig

Lila Figuren


Black Power


Die Beute am Brettrand aufgereiht


Da wir was geschlagen


Spaß am Schach


Endspiel


Kluge Köpfe

Parallel zum Schülerturnier traten die Spitzenspieler im Foyer noch allesamt im Simultan an.


Hauke Reddmann beim Simultan

Einige Lehrer blicken selbst auf eine erfolgreiche Vergangenheit als Schachspieler zurück. Frank Behrhorst, Lehrer am Gymnasium Hochrath, war früher selbst einmal in der Schachbundesliga aktiv. Im CCH erschien er nun mit einer Schulmannschaft.


Frank Behrhorst mit seiner Mannschaft

Andere hatten ihre Schachleidenschaft auf ihren Pullover stricken lassen.


Matt in...?

Als Sieger unter allen Mannschaften, die mit 8:0 gewonnen hatten, wurde die Mannschaft des Gymnasiums Rissen gezogen.


Siegerehrung




Das Siegerteam aus Rissen

Den Gesamtvergleich entschied diesmal das Rechte Alsterufer mit 661 zu 619 für sich.


Bbackstage

Am Nachmittag klang die Veranstaltung mit dem Turnier der Ehemaligen aus.

 

Text: André Schulz
Bilder: Benjamin Bartels

 

 


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