60 Jahre Gennadi Nesis

22.05.2007 – Der bekannte russische Schachspieler und Trainer Gennadi Nesis feiert heute, am 22. Mai, in St. Petersburg seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar stammt aus Leningrad und lernte das Schachspiel mit sieben Jahren von seiner Mutter. Erst mit 13 Jahren kam er zum aktiven Wettkampfschach. Sein erster Trainer war der bekannte Schachpädagoge Andrej Batujew, der einst auch Viktor Kortschnoi betreute. Seine größten sportlichen Erfolge erzielte Gennadi Nesis im Fernschach. Sein bekanntester Schüler ist Alexander Khalifman. Mehr...

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Gennadi Nesis – willkommen im Klub!
Von Dagobert Kohlmeyer


Gennadi Nesis

Der bekannte russische Schachspieler und Trainer Gennadi Nesis feiert heute, am 22. Mai, in St. Petersburg seinen 60. Geburtstag. Wir gratulieren! Der Jubilar stammt aus Leningrad und lernte das Schachspiel mit sieben Jahren von seiner Mutter. Erst mit 13 Jahren kam er zum aktiven Wettkampfschach. Sein erster Trainer war der bekannte Schachpädagoge Andrej Batujew, der einst auch Viktor Kortschnoi betreute. Nesis ist bis zum heutigen Tag auf vielen Feldern aktiv, was es schwierig macht, alle lückenlos aufzuzählen.

Seine größten sportlichen Erfolge erzielte Gennadi Nesis im Fernschach. In seinem ersten Fernturnier 1971 qualifizierte er sich für die 12. UdSSR-Fernschachmeisterschaft, wo er 1975/76 den zweiten Rang belegte. Diese Platzierung erreichte er auch bei der 13. UdSSR-Meisterschaft 1977/78. Mit dem Team von Leningrad gewann er die 5. Mannschaftsmeisterschaft des Landes. Ebenso siegte Gennadi Nesis mit der Sowjetunion in der 1. Europa-Mannschaftsmeisterschaft. 1983 beendete er sowohl das 2. Weltpokalturnier als auch das Keres-Memorial als Gewinner. Im gleichen Jahr verlieh ihm der Weltfernschachverband ICCF den Titel Internationaler Fernschachmeister. Im Finale der 11. Weltmeisterschaft belegte er 1989 hinter dem Berliner Fritz Baumbach den zweiten Platz. Beide erreichten 10,5 Punkte, aber die bessere Feinwertung sprach für Baumbach, der Nesis im direkten Vergleich auch besiegt hatte. Bei der 12. Fernschach-WM kam Gennadi Nesis auf Rang 7.

Nesis ist Doktor der Pädagogischen Wissenschaften und promovierte an der Universität in St. Petersburg zum Thema Schach. Er ist Seniortrainer der FIDE und hat sich auch seit langem als Buchautor einen Namen gemacht. Allein in Deutschland erschien etwa ein Dutzend Bücher aus seiner Feder, vor allem im Beyer Verlag. Zu den bekanntesten zählen „Die Kunst der Vereinfachung“ und „Übergang ins Endspiel“ sowie „Khalifman - Life and Games“, das in mehreren Sprachen herauskam, aber auch Eröffnungsbücher. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Swetlana hat der Jubilar seit etlichen Jahren einen Zweitwohnsitz in Saarbrücken. Stets kehrt der unermüdliche Schachautor, -trainer und -organisator aber regelmäßig in seine Heimatstadt St. Petersburg zurück, wo das Schachleben pulsiert und ohne ihn undenkbar ist.


Mit Alexander Khalifman

Der Name Gennadi Nesis ist für immer mit dem Namen des FIDE-Exweltmeisters Alexander Khalifman verbunden. Sein berühmtester Schüler aus St. Petersburg holte 1999 im Spielerparadies Las Vegas den WM-Titel. Nachdem Khalifman in dem K.-o.-Turnier das Halbfinale erreicht hatte, flog Nesis über den Atlantik und stand seinem Zögling von da an sowie im Finale gegen den Armenier Wladimir Akopjan zur Seite. Aber auch andere Koryphäen wie die Großmeister Wladimir Jepischin oder Konstantin Sakajew hatte Nesis früher unter seinen Fittichen. Ende der 90er Jahre entdeckte der Schachpädagoge den kleinen Iwan Somow aus dem Petersburger Gebiet. Wanja hatte viel Talent und reiste mit seinem väterlichen Freund Nesis schon frühzeitig in der Schachwelt umher, nicht nur zu Welt- und Europameisterschaften seiner Altersklasse. So war er 1999 mit in Las Vegas und erlebte dort Khalifmans Triumph, er kam mit Nesis mehrmals zu Schachevents nach Budapest und auch zum Dortmunder Chess Meeting. Im Sommer 2002 besuchte Wanja das WM-Kandidatenturnier in der Westfalenhalle und setzte im Open selbst die Figuren. Es sollte sein letztes Turnier sein. Kurz darauf kam der aufgeweckte und stets fröhliche Junge mit 12 Jahren zu Hause bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben.


Mit Wanja Somow in Dortmund

Seither organisiert Gennadi Nesis in Kirishi in der Nähe von St. Petersburg das Wanja-Somow-Gedenkturnier, mit dem an seinen Zögling erinnert wird und wo junge hochbegabte Spieler gefördert werden. In den vergangenen Jahren trugen sich dort solche Nachwuchsstars wie der Ukrainer Sergej Karjakin oder Jan Nepomniatchi aus Russland in die Siegerliste ein. Vor wenigen Tagen ging das 5. Somow-Memorial über die Bühne, das immerhin die Kategorie 11 hatte und bei dem unter anderen die jungen Großmeister Juri Kusubow (Ukraine), Parimarjan Negi (Indien), Jan Nepomniatchi (Russland) und Falko Bindrich aus Deutschland mitspielten. Zu Gennadi Nesis 60. Geburtstag (nach Redaktionsschluss) trugen seine Schüler Alexander Khalifman, Konstantin Sakajew, Jewgeni Alexejew (alle Russland), Dmitri Komarow (Ukraine) und andere bekannte Großmeister in St. Petersburg ein zweitägiges Schnellturnier aus.


Mit Dmitri Komarow,


Diplom für Sergej Karjakin

Ein Ende von Nesis’ unermüdlicher Tätigkeit für das Schach ist noch lange nicht abzusehen. „Herzlichen Glückwunsch und willkommen im Klub, Gennadi Jefimowitsch!“, sagt dir einer, der bereits 60 Jahre alt ist.

Wir zeigen einige Partien des Schachveteranen:

Nesis gegen Tischbierek...

Nesis gegen Blocker...


 

 

 

 

 

 

 


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