Am Freitag: ND-Frauengala

23.11.2011 – Kommenden Freitag veranstaltet das Neue Deutschland nun schon zum sechsten mal seine ND-Frauenschachgala. Vier Frauen treten im Schnellschach im K.o-System an und spielen um den Turniersieg. Am Start sind diesmal die deutschen Nationalspielerinnen Elisabeth Pähtz und Sarah Hoolt, gerade von der Europameisterschaft zurück gekehrt, wo sie mit der Mannschaft Achte geworden sind, die ukrainische Topspielerin Maria Muzychuk, jüngere Schwester von Anna Muzychuk und Anna Zatonskih, ebenfalls in der Ukraine geboren, aber inzwischen schachlich in der USA tätig. Dr. René Gralla sprach mit Maria Muzychuk und Anna Zatonskih. Letztere ließ sich vor drei Jahren auf Curacao zu einer Schachpartie in ungewöhnlicher Umgebung überreden. Es gab zahlreiche, zumeist stumme, Zuschauer (Bild: Sb8-c6). Die Partien der Schachgala werden ab 15.30 live auf dem Fritzserver übertragen. Interview mit Maria Muzychuk beim ND... Interview mit Anna Zatonskih...ND-Damengala (Infoseite)...Infoblatt...Schach als Wassersport...

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SOGAR UNTER WASSER IST DIESE FRAU NICHT ZU SCHLAGEN:
US-MEISTERIN ANNA SATONSKICH IM INTERVIEW

Für sie wird die 6. Internationale nd-Damenschachgala zu einer Art Déjà-vu, wenn die 33-jährige US-Meisterin ANNA SATONSKICH am 25. November in Berlin antritt gegen Maria Musitschuk (19), die Vertreterin der Ukraine. Denn bei der Vorauflage des Schnellturniers im Jahr 2008 war die Neu-Amerikanerin, die selber gebürtige Ukrainerin ist, ins Finale eingezogen zusammen mit Anna Musitschuk, der zwei Jahre älteren Schwester von Maria. Über Replays am Brett, das Balancieren auf einem dünnen Seil und Sport unter extremen Bedingungen spricht die Frontfrau der Vereinigten Staaten (seit 2006 dort viermal die Nr. 1) mit dem Hamburger Autor RENE GRALLA.

RENE GRALLA: Kommt Ihnen das nicht komisch vor? Zum zweiten Mal starten Sie bei der nd-Damenschachgala, und wie beim ersten Mal treffen Sie dort auf ein Mitglied der Musitschuk-Familie!

ANNA  SATONSKICH: Ich kann überhaupt nichts Seltsames daran finden. In diesem Jahr habe ich bereits an einem Turnier teilgenommen, zu dem die beiden Musitschuk-Schwestern gleichzeitig eingeladen worden waren, und ich habe dann auch nacheinander gegen die zwei gespielt.

RG: Im Finale der nd-Damenschachgala 2008 sind Sie an der älteren Musitschuk-Schwester Anna gescheitert. Wird jetzt die jüngere Musitschuk-Schwester Maria Ihre Revanche fürchten müssen?

AS: Das nehme ich an. Wobei ich alternativ nichts dagegen hätte, im Finale gegen Elisabeth Pähtz zu spielen.

RG: Auf jeden Fall gehen Sie als Topfavoritin ins Rennen, weil Sie die Ratingbeste sind.

AS: So groß ist mein Ratingvorteil auch wieder nicht. Ich werde einfach versuchen, mein Bestes zu geben.

RG: Sie sind dafür berüchtigt, Ihre Gegnerinnen in den Wahnsinn zu treiben. Als Sie das Finale der US-Meisterschaft 2008 mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen haben, war die Unterlegene Irina Krush dermaßen sauer, dass die ihren König wütend in den Raum schleuderte. Müssen wir am 25. November in Berlin damit rechnen, dass den Zuschauern dort auch die Spielsteine um die Ohren fliegen?

AS: Ich hoffe, dass niemand mit Figuren schmeißt. Ich hoffe, dass wir Kampfgeist nur während unserer Matches demonstrieren.

RG: Sie sind die Spezialistin für ein Finale nach den Armageddon-Regeln. Das ist ein Tie-Break unter verschärften Bedingungen: in einer letzten Blitzpartie muss Weiß unbedingt gewinnen, während Schwarz ein Unentschieden für den Gesamtsieg reicht, zum Ausgleich hat Schwarz eine Minute weniger auf der Uhr. Die diesjährige US-Meisterschaft haben Sie in einem Armageddon-Duell für sich entschieden, deswegen Hand auf's Herz: Sie lieben wohl den Kick, auf einem dünnen Seil zu balancieren?

 

AS: Ehrlich gesagt machen mir Armageddon-Spiele gar keinen Spaß. Diese Partien sind emotional sehr schwer durchzustehen: Der kleinste Fehler kann alles verderben, weil ich dann einfach keine Chance mehr habe, den Schaden zu reparieren.

RG : Sie scheinen dafür aber besser gerüstet als andere, wie Ihre Bilanz zeigt!

AS: Armageddon verlangt eiserne Nerven und eine enorme Konzentration. In entscheidenden Momenten bin ich darin wohl manchmal besser als andere.

RG: Ihre Coolness unter Stress macht Sie offenbar zur idealen Kandidatin für Extremsportarten wie Bouldern, das ist Klettern ohne Seil, Bungee Jumping oder Rafting, sprich: Schlauchbootfahren im Wildwasser.

AS: Nein, Bungee Jumping oder Bouldern wären nichts für mich, und zum Fallschirmspringen habe ich übrigens auch keine Lust! Aber Rafting würde mir gefallen, nachdem ich das einmal ausprobiert habe, in Kanada anlässlich der Feier meines Geburtstages. Außerdem mag ich Schnorcheln und Sporttauchen, meine Heimatstadt Mariupol in der Ukraine liegt am Meer, und ich liebe das Wasser. Mit Tauchausrüstung habe ich sogar schon eine Schachpartie unter Wasser ausgetragen, im Aquarium von Curacao, als PR-Aktion für ein Schachfestival vor drei Jahren. Ich denke, das war Weltpremiere, und von mir aus hätten die Veranstalter auch gleich das ganze Turnier ins Aquarium verlegen können, dann hätte die Konkurrenz buchstäblich kein Land gesehen!   

 










Da ist der Kiebitz platt!




Weg da!


Turm zieht


Zuschauer
 

Fotos: Barry Brown (Curacao)

Artikel bei USCF...

Bildergalerie von Anna Zatonskih...

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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