Antwort auf den Offenen Brief der Spieler

12.06.2003 – Gestern haben 187 der Spieler bei den Europameisterschaften einen offenen Brief unterzeichnet und veröffentlicht, in dem sie sich über die Bedingungen des Turniers beklagen. Ali Nihat Yazici, Präsident des Türkischen Schachverbandes, der die Europameisterschaften organisiert, hat nun darauf geantwortet und zu den angesprochenen Punkten Stellung genommen. Antwort von Ali Nihat Yazici...

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Offener Brief an die Schachspieler und Medien

"Another day for you and me in Paradise" - Phil Collins

Mittwoch, den 11. Juni 2003

Liebe Journalisten und Schachspieler,

Aufgrund der Veröffentlichung des Offenen Briefes durch einige der Teilnehmer der Europäischen Einzelmeisterschaften in Silivri, Türkei, möchten wir einige der Anschuldigungen, Anmerkungen und Punkte, die durch die Unterzeichner des Briefes gemacht worden sind, klarstellen.

1.Der Türkische Schachverband (TCF) sicherte sich die Organisation der beiden Turniere, Europameisterschaften für Männer und Frauen nach einem transparenten Angebotsverfahren der Europäischen Schachunion (ECU). Alle Bedingungen wurden auf eindeutige Weise bei der letzten Generalversammlung der ECU besprochen und vereinbart. Die TCF sprang ein, als der ursprünglich zur Ausrichtung vorgesehene Verband zurückzog. Alle Spieler, die nach Silivri gekommen sind oder von ihren Verbänden dort hin geschickt worden sind, waren sich von Anfang an über die Konditionen bewusst. Es ist daher sehr seltsam, dass einige Spieler sich über unfaire Bedingungen beklagen, obwohl diese vorher öffentlich bekannt gemacht worden sind.

2. Die TCF hat den Preisfond auf $ 192.000 im Männerturnier und $ 44.000 im Frauenturnier angehoben, der höchste Preisfond in der Geschichte der ECU. Wie den Spielern bekannt ist, wachsen Sponsoren nicht an Bäumen und die Bedingung des Sponsors war es, dass das Turnier im Hotel Princess in Silivri durchgeführt wird. Die Forderung einiger Spieler nach freier Wahl der Unterkunft in der Zukunft würde eine Veränderung der Höhe der Preissumme nach sich ziehen.

3. Es wurde behauptet, dass einige Touristen aus Russland nur 35$ für ein Zimmer mit Vollpension zahlen. Trotz der Versicherung des Hotel-Managers, dass dies unmöglich sei, wurde diese Behauptung dennoch ohne Erbringung eines Beweises gemacht. Obwohl die Behauptung durch einen Spieler mündlich rückgängig gemacht wurde, wurde dies im Brief nicht geändert, in der Tat handelt es sich bei dem Preis um eine Halbpension-Unterbringung, bei der es noch zusätzliche Kosten gibt....

4. Die Qualität der Organisation bei diesem Turnier kann nicht mit den früheren verglichen werden. Die TCF hat dort teilgenommen und hat aus erster Hand Erfahrungen mit den Konditionen gemacht. Wir bieten in den zwei Turnieren folgendes an:
 

  • Fünf-Sterne-Zimmer
  • offene Büffet-Mahlzeiten
  • ausgezeichnete Angebote im Hotel wie Pool, Sauna, Fitnessraum etc.
  • freier Kaffee - und Teeservice während des Turniers (jeden Tag werden dort etwa 2500 Tassen Kaffe getrunken!)
  • außergewöhnliche mit Teppichen ausgelegte Turniersäle (insgesamt 3000 qm), wie man auf den Fotos der Turnierwebseite sehen kann.
  • kostenlosen Internetzugang mit 35 Netzwerkstellen für die Spieler
  • kostenloses Bulletin, dass abends nach jeder Runde gepostet wird
  • einen Bereitschaftsarzt rund um die Uhr und kostenloser Medikamentenservice
  • tägliche Live-Übertragung der Top-Ten-Partien
  • höchster Preisfond der Geschichte der ECU

5. Ein weiterer irreführender Punkt sind die genannten Preise. Im Fall von Warschau wurde der Doppelzimmerpreis genannt. Der Einzelzimmerpreis war 60$. Außerdem war es wohl bequem, einen kleinen Punkt auszulassen. Der Umtauschkurs im May 2001 für ein ECU  betrug  1$= 1.1274€ (was im Internet leicht zu recherchieren ist), während die heutige Rate $ = 0.8568€ ist. Eine einfache Berechnung zeigt, dass die Umtuschrate in Warschau 67.6€ war und jetzt 68.54€ ist. Was für ein Unterschied!

6. Ein weiterer Punkt, der bequemerweise unterschlagen wurde, ist, dass in Ohrid 15% Steuern vom Preisgeld zu zahlen waren, während die TCF es eingerichtet hat, das das diesjährige Preisgeld steuerfrei ist.

7. Der Veranstalter, die TCF, macht nicht "was er will". Dies ist eine absolut unfaire Anmerkung der Spieler, die letztlich durch ihre Verbände vertreten werden. Während konstruktive Vorschläge willkommen sind, gibt es keine an keiner Stelle eine Empfehlung, das Preisgeld um, sagen wir 50.000$ zu reduzieren, um die Forderungen der Sponsoren zu erfüllen. Die nationalen Verbände sind direkte Mitglieder der ECU und die Spieler  werden durch sie dort vertreten. Es gibt ein Forum, um die Dinge auf professionelle Weise zu dikutieren. Schach ist ein respektvoller Sport und wir erwarten von den Spielern, dass sie sich fair und korrekt verhalten.

8. Die meisten der Teilnehmer bekommen alle Kosten von ihren Verbänden erstattet. Beschwerden über die Höhe der Unkosten sollten in diesem Fall von den Verbänden selbst gemacht werden. Die Motive, die hinter den Klagen der Spieler stehen, sind unverständlich.

9. Eine Reihe von Spielern haben sich beim ECU-Präsidenten und der TCFschriftlich entschuldigt und geschrieben, dass sie bei ihrer Unterschrift nicht über den genauen Inhalt des Briefes informiert waren und dass sie nicht mit dem Inhalt einverstanden sind. Auf Wunsch senden wir Kopien dieser Briefe zu.

10. In Bezug auf das Preisgeld für das Frauenturnier hat die TCF immer im Vorweg erklärt, dass sich das Preisgeld in Silivri aus $35.000 (TCF Beitrag) plus dem Fide-Beitrag von $20.000 minus 20% ECU und Fide Gebühren bestehen wird.

11. Die TCF ist der einzige Organisator, der sein Turnierbudget offen gelegt hat. Das Turnier ist das stärkste in der Geschichte der ECU, dank des Preisgeldes. Wir versuchen nicht Ecken abzurunden, sondern alles möglicht professionell durchzuführen. Die Schachwelt hat zur Zeit Schwierigkeiten, Sponsoren zu finden, und alle sollten zusammen arbeiten, um möglichst gute Ergebnisse zu erzielen.

Einige Spieler haben die Situation verstanden und der TCF für Gastfreundschaft und gute Organisation gedankt. Wir lassen uns auch in Zukunft von den Diskussionen in der ECU leiten und heißen Vorschläge durch die Spieler willkommen. Wir denken, dass unsere Antwort ehrlich und fair ausgefallen ist, so wie wir uns immer verhalten haben und dass das Schach von solchen prestigereichen Veranstaltungen profitieren wird,

Ali Nihat Yazici
President - Turkish Chess Federation
 

 

 

Original-Text:

Open Letter to Chess Players and Media

"Another day for you and me in Paradise" - Phil Collins

Wednesday, June 11, 2003

Dear journalists and chess players,

Following the publication of the open letter by some of the participants in the European Individual Chess Championships in Silivri, Turkey, we would like to clarify some accusations, remarks and points made by the participants who signed this letter.

1. The Turkish Chess Federation (TCF) secured the organization of both men and women tournaments through a transparent bidding process in the European Chess Union (ECU). All conditions were clearly stipulated and agreed upon during the last ECU General Assembly. The TCF even filled a gap when the original bidding Federation withdrew its offer. All players who came to Silivri or were sent by their Federations, were aware at the outset about these conditions. It is very strange therefore that some players are claiming unfair conditions since these were publicly announced quite well in advance.

2. The TCF has increased the prize fund to a record $192,000 for the men's tournament and $44,000 for the women's tournament which is the highest ever in the history of the ECU. As players are highly aware, sponsors do not grow on trees and one key condition of the sponsor was that the tournament should be held in the Hotel Princess in Silivri. Whilst some players have requested that they be free to chose the hotel they would like to stay in the future, this would only impact on the eventual prize money which would be awarded.

3. A claim has been made that some Russian tourists pay $35 per night full board. Despite the assurance of the general manager that this is impossible, the claim was still made without any proof being provided! In fact a verbal retraction was made by one of the players, which was not amended also in their open letter, since there is now an admission by this player that the rate quoted was for half board and that there are some other costs….

4. The quality of organisation in this tournament cannot be compared with the quality of previous tournaments. TCF has participated in these tournaments and has first hand experience of the conditions offered then. We have offered during these two tournaments:

  • five star hotel rooms
  • open buffet (reallly open buffet!!) meals.
  • excellent hotel facilities, pools, sauna, fitness rooms etc…
  • free coffee/tea service during the tournament (approximately every day 2,500 cups of tea or coffee are consumed!)
  • outstandingly excellent carpeted playing halls (around 3,000 square metres) as you have seen in the regular photos on the organization web site
  • free internet browsing facilities with 35 network points provided for the players
  • free bulletins posted nightly after each round
  • 24 hour doctor available on call for the players and free medicine (cost to organiser)
  • top ten games of each tournament transmitted live over the internet daily
  • highest ever prize fund!

5. Another misleading issue is the rates which were quoted. In the case of Warsaw 2001, the rate quoted is for a double room. The single room rate was $60. It was also conevenient to leave out a very little point. The exchange rate in May 2001 for an ECU was 1$= 1.1274€ (this data is available widely on the web and can be easily confirmed) whilst the rate as at today is 1$ = 0.8568€. A basic calculation shows that the rate for Warsaw was therefore 67.6€ whilst in Silivri it works out at 68.54€. Quite a difference!

6. Other interesting points conveniently left out are that the prize money in Ohrid was subject to 15% tax charge whereas the TCF has managed to obtain this year's prizes tax-free.

7. As the host organiser the TCF does not 'do whatever we want'. This is a completely unfair comment since their Federations ultimately represent these players and whilst constructive comments are appreciated there is no recommendation at any point in the letter to, say, reduce the prize fund by around $50,000 and consequently reduce the demands on sponsors. The National Federations are directly the members of the ECU and the players are represented by their Federation. There is a forum to discuss these issues in a professional manner. Chess is a respectable sport and we expect the players to act in fair and ethical ways.

8. The majority of signatories on the letter have all their expenses covered by their own National Federation. Any claims about costs should be made by the National Federations themselves, and the motive behind the players' claims in these cases is not understandable.

9. A number of players have apologized in writing to both the ECU President and the TCF that they had not been informed correctly of the contents of the letter and they do not agree with the points of the open letter. We will provide copies of these letters if requested.

10. Regarding the prize fund for the woman's tournament, the TCF has always declared in advance that the prize money for Silivri would work out at $35,000 (TCF contribution) plus FIDE's contribution of $20,000 less the 20% for ECU and FIDE charges.

11. TCF is one of the only organizers who had declared their tournament budget and costs. The tournament is the strongest ever in the history of ECU chess and this is thanks to the prize fund. We did not try and cut corners since we must try and do everything in the best professional way. The chess world is currently going through some difficult times to find sponsors and all people should work together to achieve the best results.

Some players have understood the situation and thanked the TCF for the hospitality and quality of organisation. We will be guided by discussions in the future within ECU and recommendations by players are always welcome. However we feel that our reply is honest and fair, as we have always tried to be and that the chess world benefits from such prestigious events.

Ali Nihat Yazici
President - Turkish Chess Federation
 


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