Bundesliga 2008/2009

26.09.2008 – Kommenden Freitag beginnt die neue Bundesliga-Saison. Zum Ausklang der letzten Saison, nach dem überraschenden Rückzug von Bindlach, hatte die Liga etwas Mühe, einen Verein zu finden, der von seinem finanziell entlastenden Recht auf Abstieg keinen Gebrauch machen wollte. Schließlich "opferte" sich der SC Kreuzberg und komplettierte mit den vier Aufsteigern das Feld. Unter diesen findet sich ein besonders klangvoller Name: Bayern München. Nun kann es also auch im Schach zu den aus dem Fußball bekannt reizvollen Duellen zwischen Werder Bremen und Bayern München kommen. Die Münchner Fußballer feierten den Aufstieg der Schachabteilung am letzten Wochenende ja schon einmal mit einem schachähnlichen Ergebnis. Die Meisterschaft wird allerdings woanders entschieden werden. Mit Michael Adams, Fabiano Carauna (beide Baden-Baden) und Shakhriyar Mamedyarov (Bremen) gibt es einige prominente Neuzugänge zu vermelden. In Remagen wird Dr. Robert Hübner zum Einsatz kommen. Bundesliga-Anchormann Klaus Bischoff wird auch wieder am Brett zu finden sein. Hoffentlich kommentiert er dort nicht aus purer Gewohnheit laut die Partien. Sein Verein Tegernsee hat allerdings nach zehn Jahren Zugehörigkeit schon jetzt den Rückzug zum Ende der Saison vermeldet. Als Grund dafür gibt Horst Leckner u.a. das wuchernde Legionärswesen in der Liga, die fehlende gemeinsame Zielsetzung und die Passivität der übrigen Vereinsmitglieder an. Georgios Souleidis und Bernd Verfürden laden zum Start der Liga, die erstmals alle Partien übertragen wird, zum Tippspiel ein. Und das Neue Deutschland führte ein Interview mit Wolfgang Grenke, der dem OSG Baden-Baden mit dem neuen Kulturforum demnächst eine äußerst repräsentative Spielstätte zur Verfügung stellt.Zum Tippspiel...Termine der Bundesliga im Turnierkalender... Interview mit Wolfgang Grenke im ND...Nachdruck des Interviews...

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Das Interview erschien in

 

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung

 

Mit dem Schachweltmeister in die Frank Elstner-Show

Er ist der Beweger von Baden-Baden. WOLFGANG GRENKE (57), Vorstandsvorsitzender der GrenkeLeasing AG, die Computer, Kopierer und Telefonanlagen vermietet, fördert soziale Projekte und betätigt sich als Stadtentwickler, wie der Autor ART KOHR im Interview für die Tageszeitung "Neues Deutschland" (ND) erfährt. Außerdem hat Grenke der OSG Baden-Baden den Weg an die Spitze der Schachbundesliga geebnet, dank Verpflichtungen von Superstars wie dem amtierenden Weltmeister Viswanathan Anand. Der Inder tritt ab 14. Oktober in Bonn zum WM-Duell gegen den Russen Wladimir Kramnik an.

ART KOHR: Sie sind Chef der GrenkeLeasing AG und Vizepräsident der IHK Karlsruhe, kümmern sich um Qualitätsmanagement am Markgraf-Ludwig-Gymnasium in Baden-Baden sowie um Sucht- und Präventionsmedizin in der Region. Sie flitzen ein Kulturzentrum auf und sponsern den lokalen Schachverein. Kommen Sie überhaupt noch zum Schlafen?

WOLFGANG GRENKE: Der Job geht natürlich stets vor. Abgesehen davon hilft mir meine Frau, die verschiedenen Aufgaben zu bewältigen, sie ist in viele Aktionen direkt involviert.

A.KOHR: Die GrenkeLeasing AG ist Marktführer beim Leasing von Investitionsgütern mit Anschaffungskosten von weniger als 25.000 Euro. Umsatz 2006: rund 1,18 Milliarden Euro. Trotzdem: Müssen wir befürchten, dass sich der großzügige Förderer und Sponsor Grenke irgendwann finanziell überhebt?

GRENKE: Nein. Sponsoring und Geschäft halte ich natürlich streng getrennt. Für meine Initiativen habe ich 2004 die Grenke-Stiftung gegründet, dort haben wir ein Paket mit fünf Prozent der GrenkeLeasing AG eingebracht. Vom Ertrag kann die Stiftung eine ganze Menge bewegen.

A.KOHR: Sie sind ein Vorbild, nachdem unlängst sogar der Bundespräsident die Leistungsträger der Nation zu mehr sozialem Engagement ermahnt hat.

GRENKE: So hoch möchte ich gar nicht hängen, was ich tue. Aber ich meine tatsächlich, dass jeder, dem es wirtschaftlich gut geht, eine Verpflichtung hat, sein Umfeld mitzugestalten. Und entsprechend muss man sich den dazu gehörenden konkreten Problemen stellen.

A.KOHR: Aktuelles Leuchtturmprojekt der Grenke-Stiftung in Baden-Baden ist die Umgestaltung des Kulturforums an der Lichtentaler Allee 8, kurz "LA8" genannt. Was erwartet Besucher und Gäste zukünftig im Herzen des , in unmittelbarer Nähe zu Frieder Burda-Museum, Theater und Kurhaus ?

GRENKE: Ein neues Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts. Außerdem bringen wir neben dem schon zuvor im LA8 ansässigen Internationalen Club, der das Pferderennen von Iffezheim veranstaltet, hier künftig auch das Schachzentrum unter. Aus großen Sälen können dann die Bundesligakämpfe der OSG Baden-Baden live übertragen werden.

A.KOHR: Die Kosten und das Datum der Eröffnung?

GRENKE: Um die 15 Millionen Euro brutto, die Umsatzsteuer dabei eingerechnet. Wir hoffen, dass wir im Frühjahr 2009 Einweihung feiern können.  

A.KOHR: Eine selten spektakuläre Spielstätte für einen Schachverein.

GRENKE. Das LA8 wird sicher eine ungewöhnliche Location. Schließlich stammt das Hauptgebäude, das wir um einen Anbau erweitern, aus dem Jahr 1820, war königliche Residenz und gehörte später zum Besitz der Rothschilds. 

A.KOHR: 1996 ist GrenkeLeasing in den Schachsport eingestiegen. Die OSG Baden-Baden, mit mehreren Deutschen Meisterschaften in Folge, ist heute das, was Bayern München in der Fußballbundesliga ist. Was kostet ein Eliteverein wie die OSG?

GRENKE: Zwischen 150.000 und 200.000 Euro im Jahr.

A.KOHR: Sicher kein Vergleich mit Fußball, und doch: Wie rechnet sich das? Schach ist ein Spiel, das sich nach außen schwer vermitteln lässt. Bloß Spezialisten verstehen, was während einer Partie geschieht.

GRENKE: Denken wir über Sponsoring nach, sind zwei Dinge entscheidend: Wie glaubwürdig ist das angestrebte Ziel? Und passt es zum Profil von GrenkeLeasing? Die Universität Konstanz hat in einer Studie nachgewiesen, dass die regelmäßige Beschäftigung mit dem Schach die Leistung des Gehirns stark verbessert. Die Förderung junger Menschen ist eine zentrale Zukunftsaufgabe, deswegen haben wir uns für den Denksport Nr. 1 entschieden, nach den unzweideutigen Ergebnissen der Konstanzer Studie. Zumal Schach perfekt zugeschnitten ist auf unsere CI, die Corporate Identity. Wir sind spezialisiert auf das Leasing von EDV-Anlagen, dabei geht es ja um Datensammlung und Informationsverarbeitung, wie im Schach. Entsprechend haben wir in das Bild unserer Marke jetzt auch Schachmotive integriert.

A.KOHR: Aber am Ende müssen Sie als Kaufmann für das Geld, das Sie in eine Sache stecken, auch etwas wieder rauskriegen. Funktioniert das mit Schach?

GRENKE: Wenn Sie das 50. Label an Kleidung oder Wagen eines Rennsportfahrers sind, werden Sie gar nicht wahrgenommen. Obwohl das um einiges mehr kostet als das, was wir für Schach ausgeben. 

A.KOHR: Schach hat aber massive Probleme, von einer regelunkundigen Öffentlichkeit überhaupt wahrgenommen zu werden. Das beunruhigt Sie nicht?

GRENKE: Man muss eben auf allen Ebenen aktiv sein. Anfang Juli ist Baden-Badens Frontmann Viswanathan Anand in Frank Elstners Personality-Show "Menschen der Woche" im SWR aufgetreten. Und zusätzlich zu unserem Engagement für die OSG Baden-Baden fördern wir seit 2005 die Schnellschach-WM im Rahmen der Mainzer Chess Classic jährlich im August. Das Turnier findet international viel Beachtung, das rechtfertigt unseren Einstieg. 

A.KOHR: Sie setzen auf Schach in Marketing und Werbung. Andere Sponsoren resignieren, jüngstes Beispiel ist die Entscheidung des Börsenblatts Der Aktionär, trotz Klassenerhalts in der bevorstehenden Saison 2008/2009 einen Start des TSV Bindlach in der Bundesliga finanziell nicht weiter zu unterstützen ...

GRENKE: ... dass die Außendarstellung des Schachbundesliga nicht professionell genug ist, wird niemand bestreiten. Ob man deswegen das Handtuch wirft oder sich sagt, das machen wir besser, das muss jeder für sich entscheiden.  

A.KOHR: Ihre Spitzenkraft, der Schachweltmeister Viswanathan Anand, muss sich demnächst, nämlich ab 14. Oktober, in Bonn dem Herausforderer und Vorgänger Wladimir Kramnik zum Zweikampf stellen. Ihr Tipp?

GRENKE: Selbstverständlich wünsche ich mir, dass Vishy Anand seinen Titel verteidigt. Und ich glaube auch, dass er das schafft.  

A.KOHR: Setzt sich der Unternehmer, Kultur- und Schachsponsor Wolfgang Grenke auch selber mal ans Brett?

GRENKE: Ein Junge aus dem Nachbarhaus hatte Schach gelernt von seinem Vater, der anschließend auch mir das Spiel beibrachte, da war ich acht oder neun Jahre alt. Als 17-jähriger schloss ich mich einem Verein an. Aktuell spiele ich für den OSG Baden-Baden in der sechsten Mannschaft.

 

 

 

 

 

 

 

 


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