Capablanca Memorial: Ivanchuk mit Zwischenspurt

von Marco Baldauf
04.06.2017 – Vassily Ivanchuk ist eine Art Dauergast beim traditionsreichen Capablanca Memorial, das seit 27. Mai in Kuba, der Heimat des dritten Schachweltmeisters, ausgetragen wird. Vergangenes Jahr gewann Ivanchuk deutlich mit 7.0/10, dieses Jahr startete er mit drei Remisen langsam in das Turnier. Ein kurzer Zwischenspurt in den Runde Vier und Fünf katapultierte ihn allerdings an die Tabellenspitze.

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Er war ein Wunderkind und um ihn ranken sich Legenden. In seinen besten Zeiten galt er gar als unbezwingbar und manche betrachten ihn als das größte Schachtalent aller Zeiten: Jose Raul Capablanca, geb. 1888 in Havanna.

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Vasily Ivanchuk startete wie bereits berichtet sehr gemächlich in das Capablanca Memorial, das seit 27. Mai in Kuba ausgetragen wird. Nach drei Runden lag der Favorit ohne Gewinnpartie bei 1,5 Punkten. Dies änderte sich in Runde Vier: Ivanchuk legte los und besiegte in Isan Reynaldo Ortiz Suarez den kubanischen Lokalmatador womit er zu den beiden Führenden der Tabelle aufschließen konnte.

In der darauffolgenden fünften Runde besiegte er in einer sehenswerten Partie den punktgleichen Sam Shankland. Ivanchuk opferte in einer symmetrischen Stellung eine Qualität, was ihm gutes Spiel für seine Leichtfiguren einbrachte.

 

Ivanchuk erhielt im Gegenzug den Bauern f7 und konnte mit dem Vorstoß e4 das wichtige Feld d5 sichern.

 

Shankland behandelte die schwierige Stellung zu Beginn richtig, konnte dem Druck jedoch nicht dauerhaft standhalten und verlor in der Zeitnotphase zuerst den Faden und dann Material.

Vasily Ivanchuk mit starkem Zwischenspurt

Ivanchuk überrundete damit den US-amerikanischer Olympiasieger, der auf 50% zurückfiel. Auf dem zweiten Platz lag mit +1 Krishnan Sasikiran. Der Inder hatte zum Auftakt Kacper Piorun besiegt und sein positives Ergebnis danach mit solidem Spiel verwaltet.

In der sechsten Runde sah es lange danach aus, al ob Ivanchuk seine Führung wieder abgeben müsste, doch am Ende sicherte er eine brenzlige Partie gegen Emilio Cordova

 

Das Aufeinandertreffen zwischen Sasikiran und Ivanchuk in der siebten Runde bot für beide Seite wenig Gewinnmöglichkeiten, eine Entscheidung fiel jedoch in einer spannenden Partie zwischen Cordova und Shankland.

 

Shankland bleibt weiterhin auf Tuchfühlung mit dem Tabellenführer.

 

Partien von Runde 1 bis 7

 

Stand nach sieben Runden

Rg. Snr   Name Land Elo  Wtg1   Wtg2   Wtg3 
1 5 GM Ivanchuk Vassily UKR 2738 4,5 15,25 2,0
2 3 GM Sasikiran Krishnan IND 2669 4,0 13,25 1,5
3 1 GM Shankland Samuel L USA 2676 4,0 12,25 0,5
4 2 GM Cordova Emilio PER 2645 3,0 11,25 2,0
5 6 GM Ortiz Suarez Isan Reynaldo CUB 2570 3,0 9,25 1,0
6 4 GM Piorun Kacper POL 2638 2,5 9,25 1,5

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Ergebnisse bei chess-results

Teaserfoto: Sophie Tray (Gibraltar Masters 2017)



Marco Baldauf, Jahrgang 1990 spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Schach. 2000 und 2002 wurde er Deutscher Jugendmeister, seit 2014 ist er Internationaler Meister und spielt für die SF Berlin in der Bundesliga.
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Klataro Klataro 05.06.2017 12:19
Ich schließe mich meinem Vorredner an. Ivanchuk ist einfach ein genialer Spieler, der imstande ist, an einem guten Tag jeden beliebigen Spieler der Welt überzeugend zu schlagen.
RevTiberius RevTiberius 04.06.2017 09:39
Bei Ivanchuk hat man immer das Gefuehl, dass er mit etwas mehr Glueck und /oder Arbeit (von aussen schwer zu beurteilen) sogar noch mehr in seiner Karriere haette erreichen koennen.
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