Der Bundesliga-Start 08/09

03.10.2008 – Offizieller Beginn der neuen Bundesliga-Saison ist eigentlich erst morgen, doch an drei Spielorten nutzen die Reisepartner die Chance, am heutigen Tag der deutschen Einheit schon ihre Einzelrunde auszutragen. Die "7. Runde", eigentlich für den 12. Dezember terminiert, kann von den Vereinen auch an einem anderen Termin vorher gespielt werden So trafen in Trier Remagen und der Gastgeber aufeinander, in Solingen maßen die Klingenstädter mit Wattenscheid die Kräfte und in Hamburg feierten der Hamburger SK und die Schachfreunde aus Berlin den Tag der Einheit und ihre neue Reisepartnerschaft. Allerdings hatten auch Tegernsee und Bayern München schon je einen Späher geschickt. Spielplan im Turnierkalender... Bundesliga Berichte 08/09...Bericht, Bilder, Ergebnisse...

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Hamburg erster Spitzenreiter
Von André Schulz


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Die Kommentatorenecke

Zum ersten mal werden in dieser Saison alle Bundesligavereine geschlossen die Partien der Bundesliga ins Internet übertragen. Diesen Service hatten eine Reihe von Vereinen auch schon in früheren Spielzeiten angeboten, für andere Vereine ist es allerdings Neuland. In Hamburg kennt man Partieübertragungen schon aus der Zeit, als man mit Lübeck als Reisepartner spielte. Der Lübecker SV, Meister der Jahre 2001, 2002 und 2003, war mit seinem Sponsor Galaxis schon zu Beginn des Jahrhunderts an Partieübertragungen ins Internet interessiert, um Galaxis eine kleine werbliche Plattform im Ausgleich für das Engagement zu bieten. Es gehörte zu jener Pionierzeit aber noch große Lübecker Überredungskunst dazu, bis die Führung des Hamburger SK seinem Reisepartner schließlich gestattete, auch die Hamburger Partien gratis mit zu übertragen. So ändern sich die Zeiten.

In dieser Saison sind die Hamburger nun erstmals völlig autark.


Christian Zickelbein überprüft die Internet-Übertragung

Nachdem zuvor am Hamburger Spielort zumeist Axel Fritz für die Übertragungen gesorgt hatte, kann der HSK jetzt mit einem eigenen Satz DGT-Bretter aufwarten.

Hamburger Reisepartner sind in dieser Saison die Schachfreunde Berlin. Den bisherigen Reisepartner Werder Bremen hat man an Aufsteiger Emsdetten verloren. Reisetechnisch ist Berlin allerdings auch nicht so viel weiter weg als Bremen- sofern man mit der Bahn unterwegs ist.

Der Beginn des Wettkampfes in Hamburg entwickelte sich aus Hamburger Sicht nicht ganz wunschgemäß. Nach zwei Stunden Spielzeit hatte sich die Hamburger Elo-Überlegenheit noch nicht auf den Brettern ausgewirkt - im Gegenteil.


Nachdenkliches auch an der Wand


Jan Gustafsson stand mit Schwarz gegen Igor Nataf in der Spanischen Abtauschvariante unter Druck -zwischendurch später wohl auch mal auf Verlust.


Igor Nataf


Jan Gustafsson

Karsten Müllers Position gegen Ilja Schneider sah verdächtig aus ...


Dr. Karsten Müller

und Niclas Huschenbeth hatte gegen Marco Thinius mit Weiß im Franzosen eine Position mit einem König in der Mitte, der niemals würde rochieren können.


Marco Thinius

Thies Heinemann hatte sein Abtauschspanier einen Mehrbauern, allerdings bei gefährlich aussehender Gegenkompensation eingebracht.


Evgeny Degtiarev

Neuzugang David Baramidze musste sich gegen Normunds Miezis mit dessen Spezialvariante im Tajmanov-Sizilianer auseinandersetzen, verbrauchte viel Zeit und schien nichts erreicht zu haben..


Normunds Miezis

Remis endete dann im weiteren Verlauf die Partie zwischen Lubomir Ftachnik und Arndt Lauber...



 ... und auch Karsten Müller führte seine verwickelte Position schließlich in die Punkteteilung.

Unentschieden trennten sich auch Günter Beikert und Dennes Abel.



Doch dann wendete sich das Blatt zugunsten des Gastgebers.

Gustaffson rettete sich durch zähe Verteidigung und mit Glück in ein Turmendspiel mit Minusbauer, das er remis hielt. Baramidze nutzte einen Fehler von Miezes zu einer netten Kombinatione, die ihm nach einem vorübergehenden Damenopfer einen Mehrturm einbrachte.

Und Robert Kempinskiy gewann das Endspiel gegen Rainer Polzin.



Niclas Huschenbeth hatte auch alles richtig gemacht und stand eher besser (am Ende remis).

In Thies Heinemanns Partie hatte der weiße Mehrbauer Bestand, während die schwarze Kompensation nach und nach verschwand.


Thies Heinemann

Am Ende hieß es dann doch sehr klar 5,5:2,5 für den HSK.

Aus Tegernsee und München waren zwei Späher erschienen.

Klaus Bischoff notierte schon mal die Aufstellungen für die eigenen Wettkämpfe und Olaf Heinzel wird es für München ebenso getan haben.

Der UEP-Produktmanager erschien übrigens mit Bayern München Logo auf dem Shirt. Vorbildlich!

Richtige "Trikots" auch für Schachspieler wünscht man sich ja z.B. auch beim kommenden Vereins-Cup in Khallithea. Auch das neue "Ticketing"-System der Hamburger hätte es mit Trikots einfacher gehabt. Der mit dem Verkauf von Eintrittskarten beauftragte Finn Jonathan Gröning (im blauen Sweater) kontrollierte zwischendurch auch die Tickets im Spielsaal und ließ nichts durchgehen.

Da mussten sich auch Spieler, die nicht am Brett saßen, die Frage nach einer gültigen Eintrittskarte gefallen lassen.

Ohne Trikots oder Logos werden Sportler eben nicht erkannt. Außer man ist Klaus Bischoff. Der Alt-Internationale fuhr mit der S-Bahn zur Signal-Iduna in die City Nord und wurde dort angesprochen: "Sie sind doch Klaus Bsichoff!" Das war schwer zu leugnen. Dieser Schachfreund war jedoch zu einem eigenen Wettkampf unterwegs und konnte sein Idol nicht zur Bundesliga begleiten.

In Trier überraschte Remagen seinen Reisepartner durch die Abwesenheit seiner ersten zwei Bretter, Ivanchuk und Avrukh. Auch Robert Hübner war nicht am Start. Schon nach eineinviertel Stunden endete die erste Partie remis. Nach und nach wurde auch an den übrigen Brettern die Punkte geteilt. Einen zähen Kampf lieferten sich indes Alexandre Dgebuadzegegen Dmitry Svetushkin  und Dietmar Kolbus gegen Robin Swinkel. Der 19-jährige Niederländer war trotz frisch gebrochenen Arms angetreten. Schach dürfte die einzige Sportart sein, wo solches möglich ist. Schließlich fiel die Entscheidung zugunsten des Remagener Georgiers, während Kolbus und Swinkel sich nach sechs Stunden remis trennten.

Auch in Solingen wurde bis in den späten Abend hinein gekämpft. Da man dort aber eine Stunde später begonnen hatte, fielen die Spielzeitenkürzer aus. Sipke Ernst und Rainer Buhmann sorgten mit ihren Siegen für einen 5:3-Sieg zugunsten von Solingen.

Und wer ist am ersten Spieltag ganz oben wie die Fußballer aus der Stadt? Hamburg! Doch morgen greift ja Bayern München ein...

 

 

Hamburger SK     5½-2½ Schachfreunde Be
 1 Gustafsson,Ja ½ : ½ Nataf,Igor-Al  1
 2 Baramidze,Dav 1 : 0 Miezis,Normun  3
 3 Kempinski,Rob 1 : 0 Polzin,Rainer  4
 6 Ftacnik,Lubom ½ : ½ Lauber,Arnd    6
 8 Mueller,Karst ½ : ½ Schneider,Ilj  7
10 Heinemann,Thi H : H Degtiarev,Evg 10
11 Beikert,Guent ½ : ½ Abel,Dennes   12
14 Huschenbeth,N ½ : ½ Thinius,Marco 14
SC Trier         3 - 3 SC Remagen      
 1 Parligras,Mir ½ : ½ Fedorchuk,Ser  3
 2 Bobras,Piotr  ½ : ½ Goloshchapov,  4
 3 Cyborowski,Lu ½ : ½ Gharamian,Tig  5
 4 Lupulescu,Con ½ : ½ Feller,Sebast  6
 5 Svetushkin,Dm H : H Dgebuadze,Ale  8
 6 Jaracz,Pawel  ½ : ½ Degraeve,Jean  9
 8 Flumbort,Andr ½ : ½ Mainka,Romual 10
12 Kolbus,Dietma H : H Swinkels,Robi 12
SG Aljechin Soli 5 - 3 SV Wattenscheid 
 1 Stellwagen,Da ½ : ½ Najer,Evgeniy  1
 3 Werle,Jan     ½ : ½ Macieja,Bartl  3
 4 Smeets,Jan    ½ : ½ Rustemov,Alex  5
 5 Jussupow,Artu ½ : ½ Czarnota,Pawe  6
 7 Buhmann,Raine 1 : 0 Appel,Ralf     8
 8 Naumann,Alexa ½ : ½ Handke,Floria 10
 9 Ragger,Markus ½ : ½ Dinstuhl,Volk 11
10 Ernst,Sipke   1 : 0 Tereick,Benja 12

 

Tabelle:
 1. Hamburger SK      1  2   5½ 
 2. SG Aljechin Soli  1  2   5 
 3. SC Remagen        1  2   4½ 
 4. SC Trier          1  0   3½ 
 5. SV Wattenscheid   1  0   3 
 6. Schachfreunde Be  1  0   2½ 
 7. TV Tegernsee      0  0   0 
 8. SC Eppingen       0  0   0 
 9. SC Kreuzberg      0  0   0 
10. FC Bayern Münche  0  0   0 
11. Werder Bremen     0  0   0 
12. SV Mülheim Nord   0  0   0 
13. OSG Baden Baden   0  0   0 
14. SK Turm Emsdette  0  0   0 
15. SF Katernberg     0  0   0 
16. USV TU Dresden    0  0   0 

 

 

 

 


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