Der Festungsknacker

von Karsten Müller
03.11.2015 – Regelmäßig präsentiert Ihnen ChessBase-Magazin-Autor Karsten Müller in seinem Blog ein sehenswertes oder besonders lehrreiches Endspiel. Was meinen Sie, kann Weiß am Zug die schwarze Festung knacken? Ein Klick auf das Diagramm öffnet ein größeres Brett. Diagramm...

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Der Festungsknacker


Weiß am Zug. Kann Weiß die schwarze Festung stürmen?

 

Karsten Müller betreut seit vielen Ausgaben die Endspielrubrik des ChessBase Magazins. In jeder Ausgabe des ChessBase Magazins finden Sie neben klassischen Analysen auch interaktive Videoaufnahmen zu den sehenswertesten Endspielen. Hier hat der Nutzer die Chance, die Lösungen und Varianten am Brett auszuprobieren und bekommt direkt im Anschluss das Videofeedback des Autors.

Neu! ChessBase Magazin #168 (Oktober/November)

Einleitungsvideo von Karsten Müller

 

Die Top-Ten der Redaktion:

1. Navara - Wojtaszek: Königsmarsch von g1 nach h8 - die Sensationspartie aus Biel!
2. Vachier Lagrave - Rapport: Turniersieger Vachier-Lagrave demonstriert seine technische Klasse.
3. Aronian-Caruana: Gehen Sie diese Kampfpartie aus St. Louis "Zug für Zug" mit Simon Williams durch (Videotraining)
4. So bestraft man Fehler! Rustam Kasimdhanov zeigt Adams' Schwarzsieg gegen Navara aus Biel (Video)
5. Keine Angst vor dem Minoritäsangriff! Mihail Marin zeigt, wie Sie mit Schwarz die Überzahl zu Ihrem Vorteil nutzen.
6. Tomashevsky,E - Bukavshin: Der neue Russische Meister erklärt seine scharfe Gewinnpartie in der Anti-Moskauer Variante
7. Ein Fest für den Königsinder! Daniel King zeigt So-Nakamura mit phantastischem Königsangriff (Video)
8. Profan aber probat: Radek Wojtaszek erläutert, wie er MVLs Grünfeldinder mit 4.Lf4 den Zahn zog.
9. Neues Konzept im Mar del Plata-Angriff: Mihail Marin diskutiert einen Plan mit Kh1, Tg1 und g3 (Video)
10. Bergs Repertoirevorschlag: Einfaches Rezept gegen 4.Se2 in der Winawer-Variante

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Einzelausgabe: 19,95 € oder im Jahresabo (6 Ausgaben) 99,70 €

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Eröffnungs-Übersichten

Karolyi: Reti-Eröffnung A09
1.Sf3 d5 2.g3 Sc6 3.c4 d4

 

Weiß spielt hier eigentlich eine Art Schmid-Benoni mit vertauschten Farben. Oft entsteht die Ausgangsstellung über 2.c4 d4 3.g3 Sc6. Wie Tibor Karoly in seinem Beitrag jedoch feststellt, bringt das Mehrtempo nicht viel: Weiß muss sich um Ausgleich bemühen.

Stohl: Englisch A22
1.c4 e5 2.g3 Sf6 3.Lg2 d5 4.cxd4 Sxd5 5.Sc3 Sb6

 

Igor Stohl untersucht den neuen Trend, im Diagramm nicht mit 6.Sf3 fortzusetzen. Stattdessen gibt es zwei Alternativen: 6.d3, um dann den Zug Sf3 so lange wie möglich hinauszuzögern, sowie 6.e3 und dann Sge2, später auch f4.

Pavlovic: Englisch Symmetrie A37
1.c4 c5 2.g3 g6 3.Lg2 Lg7 4.Sc3 Sc6 5.Sf3 e6 6.d4

 

Wie Milos Pavlovic erläutert, würden solide Alternativen zu 6.d4 Weiß wenig Hoffnung auf Vorteil geben. Das vorübergehende Bauernopfer 6.d4 führt dagegen mitunter zu recht scharfen Stellungen. Schwarz kann wohl ausgleichen, trotzdem vermeiden viele die Variante ganz.

Marin: Owen-Verteidigung A40
1.d4 e6 2.c4 b6 3.e4 Lb7 4.Sc3 Lb4

 

Bei Mihail Marin entsteht die Diagrammstellung über 2...Lb4+ 3.Sc3 b6 4.e4 Lb7, in der originalen Owen-Verteidigung könnte Weiß hingegen besser 4.Ld3! spielen. Marin zeigt eindrucksvoll, dass die Abspiele nach 4.Sc3 Lb4 gut spielbar sind für Schwarz.

Schipkov: Wade-Verteidigung A41
1.d4 d6 2.Sf3 Lg4 3.c4 Sd7

 

Als Hauptzug analysiert Boris Schipkov 4.Sc3 und sieht danach weißen Vorteil in allen Varianten. Nach etwa 4...e5 5.g3 Sgf6 6.Lg2 c6 steht ein altindischer Stellungstyp auf dem Brett. Mit 7.h3 setzt sich Weiß in den Besitz des Läuferpaars.

Schandorff: Caro-Kann B12
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 Lf5 4.Sf3 e6 5.Le2 Sd7 6.0-0 f6

 

Eigentlich verbindet man...f6 eher mit Französisch, aber warum sollte man so nicht auch in der Vorstoßvariante von Caro-Kann spielen? Laut Lars Schandorff geht es vor allem darum, Druck auf das weiße Zentrum auszuüben. Außerdem kommt man weg von den geschlossenen Stellungstypen.

Krasenkow: Sizilianisch B30
1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 e6 4.0-0 Sge7

 

Michal Krasenkow, präsentiert sein eigenes Repertoire (3...e6) gegen die Rossolimo-Variante. Im zweiten Teil geht es um alle Abspiele nach 4.0-0 Sge7. Der Schwerpunkt liegt auf 5.c3, aber man muss u.a. auch mit sofortigem 5.d4 rechnen.

Berg: Französisch C15
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.Se2 Sc6

 

Winawer mit 4.Se2 ist eine von den unangenehmen Nebenvarianten, in denen sich Weiß meistens besser auskennt. Emanuel Berg hat dies mit beiden Seiten gespielt, aber nach einer Partie gegen 4...Sc6 gab er die Variante als Weißer ganz auf.

Ris: Schottisch C45
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Lc5 5.Sxc6 bxc6

 

Auf hohem Niveau wird das Schlagen auf c6 meistens mit 5...Df6 beantwortet, doch seit einiger Zeit kommt auch das natürliche 5...bxc6 immer häufiger vor. Robert Ris zeigt in seinem Beitrag, dass Schwarz nach dem meistens gespielten 6.Ld3 Dh4 ganz ordentliche Stellungen bekommt.

Illingworth: Spanisch C65
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.d3 d6

 

In den Partien der Topspieler dominiert 4...Lc5, aber gemäß Max Illingworth kann man mit 4...d6 eher auf Gewinn spielen. Allerdings steigt dabei auch das Risiko und unser Autor zeigt eine genaue Zugfolge für Weiß, mit der man in Vorteil kommen kann.

Havasi: Damengambit D06
1.d4 d5 2.Sf3 Lf5 3.c4 e6 4.Sc3 Sf6

 

Bisher spielte man immer 4...c6, ohne allerdings ausgleichen zu können. Wie Gergö Havasi zeigt, stellt 4...Sf6 eine viel genauere Zugfolge dar. Es gibt Übergänge zum Londoner System mit vertauschten Farben, auch die Abtauschvariante des Damengambits kann man erreichen.

Postny: Damengambit D38
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 Lb4 5.cxd5 exd5 6.Lg5 h6 7.Lh4 Sbd7

 

Wie Evgeny Postny in seinem Artikel demonstriert, muss Schwarz in dieser Variante der Ragosin-Verteidigung auf den Hebel ...c5 vorerst verzichten und mit ...g5 nebst ...Se4 aktiv werden. Man sollte sich gut auskennen, will man diese Variante ins Repertoire aufnehmen.

Szabo: Königsindisch E68
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.g3 Lg7 4.Lg2 0-0 5.Sc3 d6 6.Sf3 Sbd7 7.0-0 e5 8.e4 exd4 9.Sxd4 Te8 10.h3 a6 11.Le3 Tb8 12.b3

 

Diese exakte weiße Aufstellung hat gemäß Krisztian Szabo den Vorteil, dass das typische 12...c5 13.Sde2 b5 hier zweifelhaft ist. Doch der ungarische Autor zeigt auch, dass die Alternative 12...Se5 ganz gut spielbar für Schwarz ist.

Kuzmin: Königsindisch E97
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Le2 0-0 6.Sf3 e5 7.0-0 Sc6 8.d5 Se7 9.Dc2

 

Weiß lässt hier üblicherweise 10.Td1 folgen, dann ist er bestens für ...f5 Sg5 präpariert. Laut Alexey Kuzmin sollte Schwarz also in der Regel ...h6 spielen, ehe er den f-Bauern vorstößt. Es gibt noch wenig Material mit 9.Dc2, der Zug ist als Überraschungswaffe gut geeignet.

 



Karsten Müller gilt als einer der größten Endspielexperten weltweit. Dazu hat sein zusammen mit Frank Lamprecht verfasstes Buch „Grundlagen der Schachendspiele“ ebenso beigetragen wie seine Kolumnen auf der Webseite ChessCafe sowie im ChessBase Magazin. M.s ChessBase-DVDs im Fritztrainer-Format über Endspiele sind Bestseller. Der promovierte Mathematiker lebt in Hamburg, wo er auch für den HSK seit vielen Jahren in der Bundesliga auf Punktejagd geht.
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