Der Wettkampf So gegen Navara beginnt

von Frederic Friedel
14.06.2015 – Seit 12 Jahren spielt David Navara, im Moment mit einer Elo-Zahl von 2751 Tschechiens Nummer eins und Nummer 14 der Weltrangliste, einen Wettkampf gegen einen renommierten und starken Gegner. Bei seinem 13. Match trifft er dieses Jahr auf Wesley So, zur Zeit Nummer sieben der Welt. Die erste Partie brachte ein spannendes und interessantes Remis. Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Wesley So stammt aus den Philippinen, aber lebt in den USA und spielt für den amerikanischen Schachverband. So, der mit einer Elo-Zahl von 2778 zur Zeit auf Platz der Weltrangliste liegt und dieses Jahr das Millionaire Chess Tournament in Las Vegas gewonnen hat und beim Traditionsturnier in Wijk aan Zee den geteilten zweiten Platz belegte, ist bekannt für seinen attraktiven und aggressiven Stil. Zur Zeit spielt So in Prag im Rahmen der ČEZ Chess Trophy einen Wettkampf gegen die tschechische Nummer eins David Navara, mit 2751 Elo zur Zeit die Nummer 14 der Welt. Organisiert wird Wettkampf und Event wie schon in den vergangenen elf Jahren von der Prager Schachgesellschaft. Hier einen Überblick über Navaras bisherige Bilanz:

Jahr Gegner
Navaras Score
2003 Viktor Korchnoi
1,5-0,5
2004 Alexei Shirov
0,5-1,5
2005 Anatoly Karpov
1,0-1,0
2006 Boris Gelfand
2,0-2,0
2007 Nigel Short
3,0-7,0
2008 Vladimir Kramnik
2,5-5,5
2009 Vassily Ivanchuk
2,5-5,5
2010 Judit Polgar
2,0-6,0
2011 Sergei Movsesian
3,5-2,5
2012 Peter Svidler
1,0-3,0
2013 Hou Yifan
3,0-4,0
2014 Hikaru Nakamura,
0,5-3,5

Wesley So bei seiner Ankunft in Prag, eine der schönsten Städte Europas

Besuch im berühmten Chess Café Václavák

Das Schachfestival begann am Freitag, den 12. Juni mit einer Simultanveranstaltung, bei der So gegen 22 Gegner antrat, von denen manche mehr als 2200 Elo hatten. Wesley spielte an allen Brettern 1.e4, und wenn der Gegner mit 1...e5 antwortete, dann musste er sich auf das Königsgambit gefasst machen!

Das Simultan dauerte nur eine Stunde und 40 Minuten, dann hatte der "philippinische Blitz", wie die offizielle Seite So nannte, 18 Partien gewonnen, drei Mal Remis gespielt (gegen den ČEZ-Manager Jan Hruška, den Brasilianer Edouardo Moura und das tschechische Schachtalent mit vietnamesischen Wurzeln Thai Dai Van Nguyen).

Seine einzige Niederlage erlitt So gegen einen anderen ČEZ-Manager: Libor Kičmer

Die abendliche Eröffnungsfeier fand auf einer Terrasse mit Blick auf den franziskanischen Garten statt.
Oldřich Lomecký (mitte), der Bürgermeister von Prag, begrüßte die Teilnehmer.

Cheforganisator Pavel Matocha lost die Farbverteilung aus...

... und Wesley So erhielt in der ersten Partie die schwarzen Steine zugelost.

Ein freundschaftlicher Auftakt: die Kampfhandlungen sollten erst am nächsten Tag
im Michna Palace beginnen.

So kommt zusammen mit seiner Adoptivmutter, der ehemaligen Schauspielerin  Lotis Key, beim Spiellokal an.

Die tschechische Nummer eins David Navara

Wesley So

GM Rober Cvek und Václav Pech kommentieren die Partien.

Zum Auftakt kam es zu einer spannenden Angriffspartie, die schließlich in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern mündete, in dem Schwarz zwei Bauern mehr hatte. Doch Navara konnte die Stellung halten und die Partie endete schließlich mit Remis. Unser Endspiel-Guru GM Karsten Müller wird dieses Endspiel m ChessBase Magazin analysieren.

Wesley So spielte als Schwarzer Sizilianisch und kam schnell zu Angriff. Hinterher meinte Navara: “Um den 16. Zug herum, beschlich mich der Gedanke, dass ich die erste Partie tatsächlich verlieren könnte." Der tschechische GM hatte im 16. Zug Sd4 gespielt und der schwarzen Dame damit gestattet, nach a5 zu gehen, wo sie den weißen König, der lang rochiert hatte, in Gefahr brachte.

 

Fotos: Anežka Kružíková für die Turnierseite

Turnierseite



Chefredakteur der englischen ChessBase-Seite. Hat in Hamburg und in Oxford Philosophie und Linguistik studiert und sein Studium mit einer Arbeit über Sprechakttheorie und Moralsprache abgeschlossen. Eine Karriere an der Universität gab er auf, um Wissenschaftsjournalist zu werden und Dokumentationen für das deutsche Fernsehen zu produzieren. Er ist einer der Mitbegründer von ChessBase.
Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren