Deutschland holt Silber, Polen Gold

28.07.2010 – Spielen bis der Doktor kommt, das kann man zur Zeit beim 21. Festival des Schachs und der Spiele im tschechischen Pardubice. Zahlreiche Schachturniere mit Varianten wie Fischerrandom, Schnellschach, Blitzschach oder auch Tandem stehen auf dem Programm, aber man kann auch Backgammon-, Go- oder Sudoku-Turniere mitspielen. Eine der interessantesten Schachveranstaltungen war die Europäische Mannschaftsjugendmeisterschaft. Bei den Mädchen war Deutschland mit zwei Mannschaften am Start, bei den Jungen mit einer. Vor allem die Mädchen spielten stark: Deutschland 1 holte Silber, Deutschland 2 wurde Vierter. Dominiert wurde die Meisterschaft jedoch von den polnischen Teams, die bei den Jungen und den Mädchen Gold gewannen.Turnierseite...Bericht und Bilder...



Das 21. Internationale Festival des Schachs und der Spiele im tschechischen Pardubice begann am 15. Juli und geht noch bis zum 1. August. Neben zahlreichen Schachturnieren stehen auch Turniere in anderen Spielen wie Go, Backgammon, Poker, Sudoku, Kakuro, Kreuzworträtsel und vieles mehr auf dem Plan. Die Europäische Jugendmannschaftsmeisterschaft ging als eines der ersten Turniere zu Ende. Bei den Jungen spielten acht Mannschaften ein Rundenturnier, bei den Mädchen spielten elf Mannschaften 7 Runden nach Schweizer System. Bei den Jungen bestanden die Mannschaften aus vier Spielern, bei den Mädchen aus zwei Spielerinnen.


Die Polinnen (hier rechts im Kampf gegen Russland 2) gingen gut vorbereitet ins Turnier. Das sollte sich auszahlen. Am Ende lagen die polnischen Mannschaften bei den Jungen und bei den Mädchen vorne.


Anna Endress, Brett 1 für Deutschland 1. Sie holte 4 Punkte aus 7 Partien.

Bei den Mädchen startete Deutschland mit zwei Mannschaften. Deutschland 1 spielte mit Anna Endress und Anja Schulz, Deutschland 2 mit Hanna-Maria Klek und Filiz Osmanodja. Wobei die Nummerierung wenig zu sagen hatte, denn beide Mannschaften wiesen den gleichen Elo-Schnitt auf. Und beide machten ihre Sache gut. Deutschland 1 landete nur knapp hinter den Polinnen auf Platz 2 und sicherte sich so die Silbermedaille. Beide Mannschaften, Deutschland 1 und Polen, hatten am Ende 10 Mannschaftspunkte, so dass die Brettpunkte über die Goldmedaille entschieden. Polen hatte 10, Deutschland 9 und die Goldmedaille ging an Polen.


Noch einmal Anna Endress, dieses Mal im Nationaldress. Zu verdanken haben die deutschen Mannschaften diese T-Shirts Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler, der sie in Zusammenarbeit mit Michael Koop und Bernd Laubsch herstellen ließ.

Dazu Bernd Vökler: "Deutschland bietet hier in Pardubice erstmals ein homogenes Bild durch die Shirts. Hergestellt wurden pro Spieler zwei Exemplare. Das klassisch weiße Hemd mit Fahne, Bundesadler und "Deutschland" auf dem Rücken, sowie das hellblaue Hemd mit Schachfigur, Fahne, Sponsorlogo und "Deutschland" auf dem Rücken.

Ermöglicht hat dies ein Sponsor! Die Firma "Orthomol Sport" ist spezialisiert auf Nahrungsergänzungsmittel im Ausdauer- und Hochleistungssport. Bisher stehen vor allem Triathleten und diverse Mannschaftssportarten auf der Kundenliste, aber natürlich passt auch Schachsport in das Zielgruppenmuster. Die Präparate sind vom DOSB getestete, dopingfreie und hochwertige Produkte. Außerdem keine Panik!, liebe Eltern, wir haben nur die Aufdrucke auf den Shirts! Die Jungs und Mädels essen weiterhin bei Mc Donald und trinken literweise Cola....

Eine Thematisierung der Frage "Ernährung und Spitzenschach" steht aber trotzdem demnächst mal wieder auf der Tagesordnung, zumindest für die EM- und WM-Starter."


Anja Schulz gehörte mit 5 aus 7 zu den besten vier Spielerinnen der Meisterschaft.


Offensichtlich war das Nationaltrikot nicht Pflicht. Filiz Osmanodja spielte für Deutschland 2 und holte 4 aus 6.


Hanna-Maria Klek spielte ebenfalls für Deutschland 2. Sie kam auf 3 Punkte aus 6 Partien.


Noch einmal Hanna-Maria Klek, dieses Mal im blauen Nationaldress


Deutschland 1 gegen Deutschland 2. Deutschland 1 gewann mit 2:0


Die Siegerehrung. Wie Deutschland 1 hatte auch Deutschland 2 bei der Medaillenvergabe Pech. Am Ende lagen Hanna-Maria Klek und Filiz Osmanodja mit 9 Mannschaftspunkten gleichauf mit den Tschechinnen, hatten aber nur 8 Brettpunkte, einen weniger als Tschechien und so kamen sie nicht aufs Treppchen. Trotzdem sind Silbermedaille und vierter Platz ein gutes Ergebnis. Gesetzt waren die deutschen Mädchen übrigens an fünf bzw. sechs.


Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler dürfte zufrieden sein.


Die schwedische Mannschaft - zehnter Platz, doch gut gelaunt. Doch halt - eine Spielerin fehlt.


Hier die komplette schwedische Mannschaft: Angelina Fransson, Linda Astrom und Louise Segerfelt


Die siegreichen Polinnen


Aleksandra Lach aus Polen. Sie holte 5 aus 7...


genau wie ihre Mannschaftskollegin Katarzyna Adamowicz



Auch bei den Jungen triumphierten die Polen. Silber ging an Rumänien, Bronze an Ungarn. Hier hatte die deutsche Mannschaft keine Chance auf eine Medaille. Bernd Vökler: "Bei den Jungen erreichten mich frühzeitig einige Absagen. Niclas Huschenbeth spielt St. Pauli, Julian Jorczik und Patrick Zelbel standen nicht zur Verfügung. Also entschloss ich mich, lieber abzusagen, als mit einer Rumpfmannschaft anzutreten. Erfreulicherweise erklärte sich die Schachjugend Niedersachsen bereit, diese Lücke zu füllen. Der Landeskader erhält auf diese Art und Weise eine prächtige Turnierfahrt und Deutschland hat wenigstens ein Jungenteam am Start. Der niedersächsische Start wird auch komplett selbst finanziert!"

Die Niedersachsen schickten Jerome Neumair, Philipp Kyas, Lukas Heyne und Thorben Koop ins Rennen. Sie schlugen sich wacker, aber konnten gegen die Nationalteams wenig ausrichten und landeten am Ende auf dem zehnten Platz.



Thorben Koop und Lukas Heyne


Tschechien gegen Rumänien


Die Preise


Die siegreiche polnische Mannschaft

Außer den Europäischen Jugendmannschaftsmeisterschaften gingen noch andere Turniere zu Ende. Hier beweisen die Organisatoren des Festivals Mut, neue Wege zu gehen. So richteten sie Turnier in Fischerrandom aus.


Gewonnen hat es Sergei Movsesian, der gleich auch zeigt, warum er so stark und erfolgreich spielt.


IM Martin Petr wurde Tschechischer Meister im Fischerrandom

Fotos: Bernd Vökler, Webseite
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