Elisabeth Pähtz: Fans organisieren Simultan

27.04.2007 – Im November des letzten Jahres waren sie zu Gast beim Frauenschachturnier in den Räumen der Emanuel-Lasker-Gesellschaft und vom Auftritt ihres Idols Elisabeth Pähtz so sehr begeistert, dass sie unbedingt einmal simultan gegen sie spielen wollten. Also schickten die Brüder Leander (10) und Jeremias (7) Thiele aus Bad Frankenhausen ihren Papa vor, um mal bei der Stadt zu fragen, was da möglich ist. Und es war möglich. Morgen kommt Deutschlands Nummer Eins im Frauenschach und zweifache Jugendweltmeisterin Elisabeth Pähtz und gibt im Rathaus, bei schönem Wetter davor, eine Simultanvorstellung. Beginn 17 Uhr. Bestimmt gibt es noch freie Plätze. Dr. René Gralla fragte die beiden Schachfans für die kommende Wochenendausgabe des Neuen Deutschland, wie sie nach Berlin und später auf ihre Idee kamen. Elisabeth Pähtz-Fans kommen zudem im Heft der aktuellen Brigitte (Nr. 10, 25.4.2007, S. 192) auf ihre Kosten. Dort verrät die Bundeswehrsoldatin u.a. Einzelheiten zu ihrer Lebensplanung. So viel sei verraten: Bewerber für die Mitgestaltung müssen sich beeilen. Brigitte, aktuelles Heft...Artikel im Neuen Deutschland...Vorabdruck...

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LEANDER UND JEREMIAS HOLEN ELISABETH PÄHTZ NACH BAD FRANKENHAUSEN

Bei der ND-Schachgala in der Emanuel Lasker-Gesellschaft vergangenen November 2006 in Berlin saßen sie im Zuschauerraum, als Topstar Elisabeth Pähtz das vom "Neuen Deutschland" gesponserte Frauenturnier gewann. Die Brüder Leander (10) und Jeremias (7) Thiele aus Bad Frankenhausen waren fasziniert, und deswegen haben sie ihren Vater Ludger (39) davon überzeugt, die Juniorenweltmeisterin zu einem Simultankampf einzuladen. Heute ab 17 Uhr tritt Elisabeth Pähtz in Bad Frankenhausen an 25 Brettern gleichzeitig an, bei schönem Wetter auf dem Rathausplatz, ansonsten im Großen Ratssaal. ND-Mitarbeiter René Gralla hat mit dem schachbegeisterten Trio Thiele gesprochen.

ND: Eine Simultanshow im Schach: Wie seid Ihr auf diese Idee gekommen?

Leander Thiele: Dabei hat man die Chance, auch mal gegen Stärkere zu spielen. Und dabei etwas zu lernen. Und es ist nicht so wichtig, dass man unbedingt gewinnt. Außerdem ist alles öffentlich, das kriegen viele Leute mit, und das ist eine gute Werbung für Schach.

ND: Simultanspielerin ist Elisabeth Pähtz. Warum habt Ihr Euch für sie entschieden?

Leander Thiele: Sie ist Juniorenweltmeisterin, und wir haben sie in Berlin gesehen ...

ND: ... während der Schachgala des "Neuen Deutschland" im vergangenen November. Ihr seid eingeladen worden, weil Ihr zu den Gewinnern beim ND-Schachwettbewerb gehört habt. Waren die Schachrätsel nicht ziemlich schwer gewesen?

Leander Thiele: Eigentlich nicht. Wir haben die Stellungen aufgebaut und ein bisschen rumprobiert. Und dann ging das ziemlich schnell, bis wir die Lösungen rausgefunden haben.

ND: Ist das, was Elisabeth Pähtz im Sport erreicht hat, für Euch ein Vorbild?

Leander Thiele: Na ja, weiß ich nicht, Schach will ich eigentlich nicht auf Leistung spielen.

ND: Du träumst nicht von der Großmeisterkarriere?

Leander Thiele: Nein.

ND: Und Du, Jeremias: Willst Du ein großer Meister werden?

Jeremias Thiele: , ich mach' das auch bloß zum Spaß.

ND: Was findest Du gut am Schach?

Jeremias Thiele: Ich lerne dabei ein bisschen Mathematik. Und Matt setzen ist auch nicht schlecht, aber  nur,  wenn ich den anderen kriege.

ND: Und Du, Leander: Wie bist Du zum Schachfan geworden?

Leander Thiele: Das ist ein prima Zeitvertreib, bei dem man Konzentration und das logische Denken trainiert.

ND: Wie alt warst Du, als Du Schach gelernt hast?

Leander Thiele: Vier Jahre.

ND: Und Du, Jeremias?

Jeremias Thiele: Fünf Jahre.

ND: Wer hat Dir Schach beigebracht?

Jeremias Thiele: Leander und Papa.

ND: Und schlägst Du schon Deinen Vater?

Jeremias Thiele: Nein, Papa gewinnt immer.

ND: Und wie gehen Deine Matches gegen Euren Vater aus, Leander?

Leander Thiele: Das ist verschieden, oft aber Remis. 

ND: Dein Ziel für die Simultanpartie gegen Elisabeth Pähtz?

Leander Thiele: Ich will wenigstens 15 Züge lang durchhalten.

ND: Wie habt Ihr die Simultanveranstaltung angeschoben?

Leander Thiele: Wir haben das dem Papa vorgeschlagen. Der hat dann bei der Stadt angefragt, ob die ein Simultan finanzieren können.

ND: Ihre Kinder haben die Initialzündung gegeben, Herr Thiele. Und Sie haben das Projekt umgesetzt ...

Ludger Thiele: ... genau. Ich habe das unserem Bürgermeister vorgetragen, und der hat sich dafür verwendet. Jetzt wird die Veranstaltung gesponsert von der Kommune Bad Frankenhausen, von der Kyffhäusersparkasse und vom Ingenieurbüro Petermann + Thiele, an dem ich beteiligt bin.

ND: Außerdem mischt noch Ihr Schachklub Capablanca e.V. mit ...

Ludger Thiele: ... den haben wir vor sechs Jahren gegründet. Unser Namensgeber José Raúl Capablanca war gebürtiger Kubaner und Weltmeister von 1921 bis 1927.

ND: Kuba ist eine große Schachnation. Außerdem war Ché Guevara ein Fan dieses strategischen Spiels. Desgleichen Fidel Castro, der bis zu seiner plötzlichen Erkrankung regelmäßig das allsommerliche Open-Air-Simultan auf dem zentralen Platz in Havanna besucht hat.

Ludger Thiele: Der Verein gibt unserer Verbundenheit mit Kuba Ausdruck. Die politischen und sozialen Ziele, für die das moderne Kuba kämpft, entsprechen den Idealen, an denen auch wir uns orientieren.


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Simultanschach mit Juniorenweltmeisterin Elisabeth Pähtz im Rathaus Bad Frankenhausen am Sonnabend, 28. April 2007; Beginn: 17 Uhr; Teilnahmegebühr pro Brett 10 Euro, Zuschauer Eintritt frei; Anmeldungen unter Tel.: 034671 / 795 85; weitere Infos: www.capablanca-sehen.de

  

 

 


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