Emsdetten zieht sich aus der Bundesliga zurück

von André Schulz
15.04.2016 – Der SV Turm Emsdetten zieht seine Mannschaft mit der kommenden Saison aus dem Spielbetrieb der Ersten Bundesliga zurück. In einer Pressemitteilung gibt die Vereinsleistung finanzielle Unsicherheit und personelle Engpässe als Begründung an. Nach dem Aufstieg 2008 gehörte die Mannschaft der Liga an und belegte meist Plätze im oberen Mittelfeld. Anish Giri reifte hier zum Topten-Spieler. Mehr...

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Nach der Saison 2001/2002 stieg der SK Turm Emsdetten als Zweiter der 2. Bundesliga West  zum ersten Mal in die Erste Bundesliga auf, zog sich aber nach der folgenden Saison wieder aus dem Oberhaus zurück. 2008 gelang der Mannschaft der erneute Aufstieg. Seitdem gehörte Turm Emsdetten ununterbrochen der Ersten Liga an. Der Verein bot unter anderem einigen jungen aufstrebenden Spielern Einsatzmöglichkeiten in der Bundesliga. Nicht zuletzt Anish Giri verdiente sich hier seine ersten Sporen. Zumeist platzierte sich der Turm Emsdetten regelmäßig im Bereich des oberen Mittelfeldes mit dem 6. Platz als bestes Ergebnis.

Der ganz junge Anish Giri

Diese Saison ist die vorerst letzte für den Turm Emsdetten, der seine Mannschaft aus der ersten Liga zurückzieht. Damit wird es diese Saison höchstens drei Absteiger geben und der 13. Platz, derzeit von Griesheim belegt, reicht zum Klassenerhalt. Ob der Rückzug von Emsdetten der einzige in dieser Saison sein wird, wird sich endgültig erst zum Beginn der neuen Saison herausstellen. Vereine, die mit einer Mannschaft am Spielbetrieb der ersten Bundesliga teilnehmen wollen, müssen alleine an Kosten für Anreise und Unterbringung mit etwa 30.000 Euro pro Saison kalkulieren und können damit, ohne Profis und weitere Kosten, den Klassenerhalt nicht schaffen.

 

Mannschaftsfoto in Hamburg

 

Pressemitteilung des Turm Emsdetten


Der SK Turm Emsdetten e. V wird in der Saison 2016/2017 die erste Mannschaft nicht mehr für den Bundesligaspielbetrieb anmelden. Hierzu fehlt es an ausreichend stabilen finanziellen Mitteln und an den dafür notwendigen personellen Kräften.

Im Sinne des Breitensports wurden bereits die anderen Mannschaften und die Schachjugend mit dem SC Rochade Emsdetten e.V. zusammengeführt, um den Spielbetrieb und die Jugendförderung nachhaltig zu stärken. Diese Zusammenarbeit für den Breitensport hat sich bewährt und trägt bereits erste Früchte. Dies zeigt sich beispielsweise in der Jugendarbeit, die sich bereits auf NRW-Ebene erfolgreich etablieren konnte.

Die angedachte Fusion sowie die Übertragung der Spielberechtigung für die erste Mannschaft konnte auf Grund von hohen rechtlichen Voraussetzungen und den damit verbundenen Aufwendungen nicht realisiert werden.

Wir bedanken uns sich für die jahrelange gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und Unterstützung.


Schachklub Turm Emsdetten e.V.

Jürgen Langhorst, 1. Vorsitzender

Herbert Topp, stellvertr. Vorsitzender

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Krennwurzn Krennwurzn 16.04.2016 02:59
In wie vielen der letzten Bundesligasaisonen hat KEINE Mannschaft freiwillig zurückgezogen? Der freiwillige Rückzug ist ja eher die Regel als die Ausnahme - und das in der stärksten Liga der Welt (Eigenwerbung).

Das könnte doch ein Hinweis sein, dass irgendwas nicht stimmt im Staate Dänemark - wie man so schön sagt!
DoktorM DoktorM 15.04.2016 11:53
Brauchen die Mannschaften wirklich mindestens 30000 Euro nur für die Anreise und die Übernachtungen? Das kommt mir viel vor.

Davon abgesehen sind die Schachprofis selbst schuld, wenn die Sponsoren ausbleiben. Welcher Sponsor sieht gerne geschobene Partien in der letzten Runde eines Open-Turniers? Auch in der Bundesliga werden einige Partien eher lustlos heruntergespielt. Man muss Sponsoren auch etwas bieten. Viele Schachprofis begreifen das nicht.
Mclanda Mclanda 15.04.2016 10:20
Der Rückzug von SK Turm Emsdetten e. V zeigt wieder einmal mehr, dass Schach für viele Spieler und Vereine nur eine brotlose Kunst ist. Ohne große Sponsoren bleibt das Schach ewig nur eine Randerscheinung solange man da auch Geld verdienen will. Eigentlich sehr schade.
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