Jobava gewinnt in Helsingör

von André Schulz
31.07.2017 – Am Sonntag endete in Helsingör das diesjährige Xtracon-Open. Überlegener Sieger wurde Baadur Jobava, der als einziger Spieler auf 8,5 Punkte kam. Mit Nigel Short, Jan Timman, Simen Agdestein oder Johann Hjartarsson waren einige Spieler mit sehr klangvollen Namen am Start.

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Der vormalige Politiken Cup heißt schon seit einiger Xtracon-Open - aber wenn ein Turniername einmal eingeführt ist, nachdem er viele Jahre in dieser Form existiert hat, dann ist es nicht so einfach, ihn wieder aus den Köpfen rauszubekommen. Aus Raider wurde bekanntlich auch nicht so schnell Twix, wie sich die Marketingexperten das seinerzeit vorgestellt hatten. Der neue Sponsor Xtracon ist eine übrigens eine dänische IT-Firma, die sich auf Serverhosting spezialisiert hat.

Am Turnier selber hat sich allerdings überhaupt nichts geändert und es erfreut sich aufgrund der charmanten Atmosphäre ungebrochener Beliebtheit. Wenn der Eindruck nicht trügt, hat der Zuspruch zum Turnier in den letzten Jahren noch zugenommen.

Ausrichter des Xtracon-Opens ist der Schachverband von Kopenhagen. Das Turnier findet allerings etwas außerhalb von Kopenhagen statt, in Helsingör, eine halbe Stunde von der dänischen Haupstadt entfernt. Der Austragungsort, das sehr morderne örtliche Kultur-und Veranstaltungszentrum liegt im Schatten der Burg Kronborg, auch bekannt als Sitz des dänischen Prinzen Hamlet.

Schloss Kronborg

Schloss Kronborg (Foto: Google)

Gleich gegenüber von Helsingör liegt Schweden mit seinem Helsingborg. Hier ist die kürzeste Verbindung zwischen den ebdien skandinavischen Ländern, die wirklich nur den sprichwörlichen Steinwurf entfernt liegen. Die Fährverbindung zwischen Heslingör und Helsingborg hat nach dem Bau der Öresundbrücke im Jahr 2000 allerdings an Bedeutung verloren.

 

In diesem Jahr nahmen über 400 Spieler am Open teil, darunter waren einige sehr prominente Namen. Nikita Vitiugov und Baadur Jobava mit Elo über 2700 Elo führten die Setzliste an. Mit besipielsweise Krishnan Sasikirn, Alexander Motylev, Jon Ludvig Hammer oder Ivan Sokolov waren weitere starke Großmeister am Start. Zu diesen gehört sicher auch Nigel Short. Den britischen Großmeister, Vizeweltmeister von 1993, kann man aber auch schon zu den Schachlegenden zählen, ebenso wie Jan Timman, Simen Agdestein und den reaktivierten Johan Hjartarsson. Alles in allem waren 24 Großmeister am Start. Jan Timman und Ivan Sokolov erfreuten die übrigen Teilnehmer mit Schachvorträgen.

Hinter den knapp 150 Teilnehmern aus dem Gastgeberland stellte Norwegen mit etwa 120 Spielern das zweitgrößte Kontingent. Dann folgte Schweden mit etwas mehr als 50 Schachfreunden. Dann kam Deutschland mit 31 Spielern, darunter allerdings nur zwei Großmeister: Jan-Christian Schröder und Dmitrij Kollars.

Während GM Rasmus Svane nur das Team-Blitzturnier mitspielte und dort mit GM Mads Andersen als Skanderborg 1 Zweiter wurde, nahm sein jüngerer Bruder Frederik am Open teil und kam auf sechs Punkte (aus zehn Runden). Im riesigen Feld bedeutete das Platz 79. 

Die Siegermannschaften im Teamblitz

Turniersieger wurde der Badur Jobava. Der georgische Großmeister kam als einziger Spieler auf 8,5 Punkte, gab also nur 1,5 Punkte.  Nach zwei Siegen zum Auftakt nahm der norwegische FM Johannes Haug dem Supergroßmeister das erste Remis ab. Jobava ließ fünf Siege folgen, darunter gegen Alexander Shabalov und Nigel Short. Den eloquenten Engländer fegte Jobava in einer sehenswerten Partie förmlich vom Brett:

 

Mit zwei weiteren Remis gegen Nikita Vitiugov und Ivan Saric schloss er das Turnier ab.

Hinter Jobava teilten sich nicht weniger als acht Spieler die Plätze zwei bis neun. Die Gruppe der Spieler mit 7,5 Punkten reichte bis Platz 23. Hier platzierte sich auch Jan-Christian Schröder auf Platz 22ter als bester Deutscher.

 

 Tabelle

Rk. Name Pts.  TB1 
1 Jobava Baadur 8,5 56,0
2 Sasikiran Krishnan 8,0 58,0
3 Bosiocic Marin 8,0 57,0
4 Vitiugov Nikita 8,0 56,5
  Lyna Narayanan Sunilduth 8,0 56,5
6 Short Nigel D 8,0 55,5
7 Saric Ivan 8,0 54,5
8 Kvon Andrey 8,0 53,0
9 Andersen Mads 8,0 51,5
10 Urkedal Frode 7,5 57,0
11 Hammer Jon Ludvig 7,5 55,5
12 Vocaturo Daniele 7,5 55,0
13 Delorme Axel 7,5 55,0
14 Shabalov Alexander 7,5 54,0
15 Agdestein Simen 7,5 53,5
16 Motylev Alexander 7,5 52,5
  Sonis Francesco 7,5 52,5
18 Hector Jonny 7,5 52,0
19 Das Arghyadip 7,5 51,5
20 Holm Kristian Stuvik 7,5 51,0
21 Olsen Filip Boe 7,5 49,5
22 Schroeder Jan-Christian 7,5 49,0
23 Dishman Stephen 7,5 48,5
24 Sokolov Ivan 7,0 56,0
25 Timman Jan H 7,0 54,0
26 Kollars Dmitrij 7,0 53,0
27 Getz Nicolai 7,0 53,0
28 Ikeda Junta 7,0 53,0
29 Martinovic Sasa 7,0 52,0
30 Aabling-Thomsen Jakob 7,0 52,0
31 Wadsworth Matthew J 7,0 51,5
32 Haug Johannes 7,0 51,5
33 Halfhide Sebastian 7,0 50,5
34 Tan Justin 7,0 50,0
35 Bjerre Jonas 7,0 50,0
36 Rietze Clemens 7,0 50,0
37 Haldorsen Benjamin 7,0 49,5
38 Jepson Christian 7,0 49,5
39 Grigoriants Sergey 7,0 49,0
40 Sorensen Hampus 7,0 48,5
41 Rasmussen Allan Stig 7,0 48,5
42 Hoi Carsten 7,0 48,5
43 Hobber Anders 7,0 48,0
44 Malmstig Erik 7,0 47,0
45 Kunz Andre 7,0 47,0
46 Rostgaard Tobias Valentin 7,0 46,5
47 Haria Ravi 7,0 45,5
48 Issakainen Ari 7,0 45,5
49 Rosen Eric S 6,5 52,0
50 Persson Tiger Hillarp 6,5 52,0
51 Percivaldi Martin 6,5 51,5
52 Goh Wei Ming Kevin 6,5 51,0
53 Colpe Malte 6,5 50,0
54 Sukandar Irine Kharisma 6,5 49,5
55 Hjartarson Johann 6,5 49,5
56 Lund Gunnar 6,5 49,0
57 Kramer Julian 6,5 49,0
58 Solberg Joachim 6,5 49,0
59 Christiansen Johan-Sebastian 6,5 48,5
60 Bach Matthias 6,5 48,0
61 Kaasen Tor Fredrik 6,5 47,5
62 Miskulin Dennis 6,5 47,0
63 Hartung-Nielsen Jens 6,5 47,0
64 Fossan Petter 6,5 46,5
65 Papp Petra 6,5 46,0

... 433 Spieler

Quelle: Chess-results.com

 

Fotos, wenn nicht anders angegeben: KSU Kopenhagn Chess Union

Turnierseite...

Youtube-Kanal der KSU Kopenhagen Schachunion...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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