Judit Polgar macht sich selbst Geschenke

24.07.2007 – Judit Polgar feierte in der ersten Runde des GM-Turniers in Biel ihren 31. Geburtstag und machte sich gleich das passende Geschenk: Sie gewann mit Schwarz gegen Loek van Wely. Nach aggressiver Eröffnungsbehandlung kam van Wely aus dem Tritt und gestattete seiner Gegnerin immer mehr Gegenspiel, das sie schließlich zum Sieg verdichtete. Für die zweite Gewinnpartie sorgte Magnus Carlsen gegen Bu Xiangzhi. Carlsen zeigte in dieser Partie zauberhafte Technik und demonstrierte bis zum letzten Zug taktischen Einfallsreichtum im Endspiel. Die übrigen drei Partien endeten Remis.Turnierseite...Partien der 1. Runde...Judit Polgar: Fotos und Abriss ihrer Karriere...

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Judit Polgar wurde am 23. Juli 1976 in Budapest als jüngste Tochter von Laszlo und Klara Polgar geboren, und wie ihre Schwestern Zsuzsa und Sofia begann sie früh mit dem Schach. Dafür sorgte Vater Laszlo, der seine Töchter nicht auf staatliche Schulen gehen ließ, sondern privat unterrichtete, weil er glaubte, dass die Talente seiner Töchter in einer "normalen" Schule nicht ausreichend gefördert würden. Alle drei Schwestern lernten Schach früh und trainierten bereits in jungen Jahren viel und diszipliniert. Mit Erfolg: Alle drei sorgten im Schach für Aufsehen, aber Judit ganz besonders.


Auf dem Weg zur stärksten Spielerin der Welt: Judit Polgar im Wandel der Zeiten

Mit 10 schlug sie ihren ersten IM, mit 11 den ersten GM. 1988 und 1990 gewann sie die U-12 und U-14 Weltmeisterschaft der Jungen - in beiden Turnieren war sie war das einzige Mädchen im Teilnehmerfeld. Was durchaus typisch war. Judit weigerte sich konsequent, an Frauenturnieren teilzunehmen, da sie der Ansicht war, wirklich gut würde sie nur werden, wenn sie gegen die stärksten Spieler antrat - und die spielten nun einmal nicht in Frauenturnieren. Diese Entscheidung hat Judit Polgar vermutlich Hunderttausende an Preisgeldern und den offiziellen Titel Frauenweltmeisterin gekostet, aber womöglich wurde sie dadurch tatsächlich zur stärksten Schachspielerin aller Zeiten.

1991 bricht sie Bobby Fischers Rekord und erringt im Alter von 15 Jahren und 5 Monaten den Großmeistertitel schneller als je ein Mensch zuvor. Mit der Partie, die ihr den Titel bringt, gewinnt sie zugleich die ungarische Meisterschaft. In den folgenden Jahren geht es mit Judit Polgars Karriere weiter aufwärts, wenngleich auch nicht mehr so steil wie zu Beginn.


Vor ihr das Schachbrett, hinter ihr der Computer, neben ihr Bücher und Aufzeichnungen. Judit Polgar gilt als harte Arbeiterin.

1995 schafft sie als erste Frau in der Schachgeschichte den Sprung unter die Top-Ten der Welt. 2002 gewinnt sie in einer Schnellpartie gegen Garry Kasparov und bestätigt damit einmal mehr, dass sie zum erweiterten Kreis der Weltmeisterkandidaten gehört. Das zeigt auch ihre Elo-Zahl: 2003 schafft sie den Sprung über 2700 und etabliert sich damit in der absoluten Weltspitze.

Im August 2004 kommt ihr Sohn Oliver zur Welt und Judit Polgar legt eine Turnierpause ein. Im Juli 2006 folgt mit Tochter Hanna ein zweites Kind. Nur drei Monate später teilt Judit Polgar beim Hoogeven Turnier mit 4,5 Punkten aus 6 Partien zusammen mit Shakhriyar Mamedyarov den ersten Platz. In diesem Turnier gewinnt sie zwei Mal gegen den amtierenden Weltmeister Veselin Topalov.


Mit Sohn Oliver


Mit Sohn Oliver und Ehemann Gusztaf Font, einem Tierarzt und Veterinär


Mit Tochter Hanna


Familie Polgar: (von links) Susan (Zsuzsa), Laszlo Polgar, Klara Polgar, Judit Polgar und Oliver

Fotos: Timea Jaksa

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