Jugend blitzt

26.06.2007 – Schach wird immer jünger. Unter den Top-Ten-Spielern ist keiner über 40 und fast jedes Jahr wird ein neues Talent der jüngste Großmeister aller Zeiten. Vermutlich liegt das am Computer: Heutzutage können jugendliche Talente mit Hilfe von Datenbanken und Computerprogrammen mehr und schneller Material verarbeiten und durch das Internet viel mehr spielen als früher. Kein Wunder also, dass die auf dem Fritz-Server ausgetragene Deutsche Internetjugendmeisterschaft äußerst stark besetzt war. Doch nicht alle Favoriten setzten sich durch. Jacob Roggon berichtet vom Online-Wettkampf der talentiertesten Blitzer Deutschlands. Mehr...

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Jugendliche finden ihren Internetmeister

Von Jacob Roggon und dem Team der DIM

Mittlerweile gehören die Deutschen Internetjugendmeisterschaften, im Gegensatz zur Meisterschaft der Erwachsenen, die es nur auf zwei Auflagen gebracht hat, fest zum Angebot auf der Plattform "schach.de". Dieses Jahr fanden mehr als 350 Jugendliche an die virtuellen Bretter, um ihren Online-Meister auszuspielen.

Dabei muss die DIM den Vergleich mit ihrer großen Schwester DEM, der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft ‚im Nahschach', nicht scheuen: Die hochkarätige Besetzung zeigt, dass unsere Stärksten nicht nur über Theoriebüchern hängen, sondern auch den neuen Medien aufgeschlossen gegenüberstehen. So tummelten sich im Teilnehmerfeld mehrere Deutsche Jugendmeister, Kadermitglieder und auch Spieler der Jugendolympiamannschaft.

Das Internet ist schnelllebig, weshalb wir uns bewusst gegen eine langwierige Qualifikation entschieden haben. Stattdessen gab es vier Vorturniere, vier Chancen, um sich für das Finale zu qualifizieren. Hier hatten also auch die ‚ewigen Zweiten' die Gelegenheit zu beweisen, dass sie Schach spielen können!

Das Finale brachte dann auch einige Überraschungen: Keiner der Vorjahresmeister schaffte es seinen Titel verteidigen! So konnte sich ‚Odnek' alias Jörg Wegerle nur im Mittelfeld der U25 platzieren (Odnek ist übrigens, wie leicht zu erkennen ist, das Palindrom des Namens einer Variante des japanischen Schwertkampfes).


Dieses Mal kein Glück: Jörg Wegerle alias Odnek

Stattdessen setzte sich Stefan Frübing durch, der auf Deutscher Ebene auch kein Unbekannter ist: 2005 wurde er Deutscher U-18 Meister. Unter seinem Handle ‚Gil-galad', inspiriert von Tolkien-Figur, verwies er mit einem halben Punkt Vorsprung und nur einer Niederlage gegen Florian Grafl die Konkurrenz auf die Plätze.


Stefan Frübing

Der frisch gekürte Großmeister Georg Meier konnte seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden und landete hinter Christian Braun auf dem dritten Platz.


Endlich passen die Initialen: Neugroßmeister Georg Meier

In der U18 konnte sich Felix Werthebach (‚SchwarzeElster') trotz einer Auftaktniederlage durchsetzen.


Gut gelaunt: Felix Werthebach

Der Vorjahressieger Ilja Brener erreichte mit der besten Feinwertung immerhin Rang 2. Ebenfalls mit von der Partie war der neue Deutsche Amateurmeister der Gruppe B, Leander Fink: Er fand aber nicht richtig in das Turnier und musste das Finale auf einem der hinteren Plätze beenden.

Während es in den älteren Altersklassen ruhig und routiniert zugeht, braucht der Turnierleiter der U14 - ganz wie bei ‚echten' Schachturnieren - Nerven wie Drahtseile. Fröhlich und ausgelassen prasseln schlagfertige Beiträge im Chat nieder, so dass er Mühe hat, die wichtigen Nachrichten nicht zu überlesen.

Bei den Jüngsten kämpfte sich Jens Kotainy, der schon auf der DEM U14 Ende Mai einen guten vierten Platz erspielte, souverän an die Spitze und blieb als einziger der neuen Internetmeister ungeschlagen: Nur Seva Bashylin konnte ihm einen halben Punkt abnehmen. Der Internetmeister des Vorjahres, Patrick Zelbel, konnte unter seinem leicht selbstironischen Handle ‚Patzel' immerhin Bronze hinter Joshua Hager holen.


Blieb als Einziger ohne Niederlage: Jens Kotainy

Alle Sieger und Finalisten dürfen sich nun über ihre erkämpften Preise freuen. ChessBase hat einen Fonds von mehr als 60.000 Dukaten, der virtuellen Geldeinheit auf dem Server "schach.de" gestiftet. Damit kann man Trainingsstunden, Plätze in Großmeister-Simultanveranstaltungen und Produkte aus dem Online-Shop erwerben. 10 Dukaten entsprechen 1 Euro.

Mit etwa 20% mehr Teilnehmern als im Vorjahr sehen wir uns bestätigt, dass die DIM ein wichtiges Angebot der Deutschen Schachjugend ist und sich fest etabliert hat. Wer sich über das Internetschachangebot der DSJ informieren möchte, findet alle Informationen auf www.deutsche-schachjugend.de/internetschach/.

Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!


Hintergrund: Wie funktioniert denn so ein Online-Turnier?

Nun, im Prinzip wie eines ‚zum Anfassen': Zunächst melden sich die Spieler vorher an, wie man es bei jedem größeren Turnier tut. Dann erscheinen zur angesetzten Zeit im Turnierraum, der in diesem Fall virtuell ist. Dafür benötigen sie eine Zugangssoftware, die in vielen ChessBase-Produkaten wie z.B. dem Klassiker Fritz (ab Version 8), Fritz&Fertig sowie ChessBase 9 enthalten ist. Wer keines von diesen Programmen besitzt, kann kostenlos ein Zugangsprogramm herunterladen, das 30 Tage lang den vollen Funktionsumfang bietet.

Um am Spielbetrieb des Servers teilnehmen zu können, muss jeder Spieler einen Kurznamen, ein so genanntes Handle wählen, das er sich frei aussuchen kann (sofern es noch nicht vergeben ist). Zu Turnierbeginn eröffnet der Turnierleiter die erste Runde. Wie beim Nahschach geschieht das durch eine kurze Ansprache, allerdings nicht akustisch, sondern geschrieben im Chat. Dann gibt der Turnierleiter die Runde frei und auf dem PC des Spielers öffnet sich ein Fenster, in dem er die Partie spielt. Die Ergebnismeldung geschieht automatisch, und sobald alle Partien beendet sind, beginnt die nächste Runde.

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