Kandidatenturnier: Gewinnwahrscheinlichkeit

23.03.2016 – Wer wird das Kandidatenturnier gewinnen? Wenn man den Berechnungen der Statistiker James Jorasch und Chris Capobianco glauben darf, dann hat Karjakin mit 31% die besten Chancen. Das wundert nicht, denn der russische Großmeister führt mit 5,5 Punkten. Anand ist puntkgleich, hat aber nur eine Gewinnchance von 26,6%, da er gegen Karjakin verloren hat. Der direkte Vergleich ist erstes Tiebreak-Kriterium. Mehr...

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Die Statistiker James Jorasch und Chris Capobianco haben sich mit Hilfe einer Computersimulation mit den Gewinnaussichten der acht Spieler beim Kandidatenturnier in Moskau beschäftigt. Mit seinem Sieg gegen Levon Aronian konnte Anand mit Karjakin nach Punkten gleichziehen und hat seine Gewinnchance von 11,4% auf 26,6% erhöht. Karjakin, der ebenfalls 5,5 Punkte hat, weit demgegenüber eine Gewinnchance von 31% auf. Ein wichtiger Faktor ist die Tiebreak-Regel. Erstes Kriterium bei Punktgleichheit am Ende des Turniers ist das Ergebnis des direkten Aufeinandertreffens. Karjakin hat Anand in der Hinrunde geschlagen. Wären also Karjakin und Anand nach 14 Runden punkgleich, wäre Karjakin der Herausforderer von Carlsen beim kommenden WM-Kampf.

 

Gewinnwahrscheinlichkeit nach neun Runden


 
After Rd 5 After Rd 6 After Rd 7 After Rd 8 After Rd 9 (vs Rd 8) Point Standings
Anand 5.5% 9.4% 11.0% 11.4% 26.6% (+15.3%) 5.5
Aronian 26.8% 40.1% 42.2% 36.2% 16.8% (-19.4%) 5.0
Caruana 16.9% 10.8% 10.5% 20.2% 20.8% (+0.6%) 5.0
Giri 10.4% 8.7% 6.8% 5.7% 4.1% (-1.6%) 4.5
Karjakin 28.0% 27.2% 25.1% 25.3% 31.0% (+5.7%) 5.5
Nakamura 5.3% 1.3% 2.9% 0.5% 0.1% (-0.4%) 3.5
Svidler 5.5% 1.7% 1.4% 0.7% 0.6% (-0.1%) 4.0
Topalov 1.7% 0.9% 0.2% 0.1% 0.0% (-0.1%) 3.0

 

Drei Spieler haben so gut wie keine Chance mehr auf den Turniersieg: Nakamura, Svidler und Toaplov. Die Gewinnwahrscheinlichkeit liegt unter einem Prozent.

 

 

Gesamtverlauf der Gewinnwahrscheinlichkeit über das ganze bisherige Turnier. Aronian lag nach dem Modell von  James Jorasch und Chris Capobianco nach der 7. Runde bei über 40%, fiel aber nach seiner Niederlage gegen Anand auf 16,8% zurück.

 

 

Ein Spieler qualifiziert sich als Herausforderer für den nächsten WM-Kampf und nimmt auch den größten Anteil am Preissfonds mit nach Hause. Aber auch die übrigen Spieler dürfen sich mit einem "kleinen" Schmerzensgeld trösten.  James Jorasch und Chris Capobianco haben auch den Anteil am Gesamtpreisfonds (mindestens 420.000 Euro) gemäß der Gewinnerwartung ausgerechnet.

 

 

Der tatsächliche Aufteilung des Preisfonds in Euro ist wie folgt :

Erster Platz: 95,000
Zweiter Platz: 88,000
Dritter Platz: 75,000
Vierter Platz: 55,000
Fünfter Platz: 40,000
Sechster Platz: 28,000
Siebter Platz: 22,000
Achter Platz: 17,000

 

Der vollständige Beitrag in Englisch...

 


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Kurt Utzinger Kurt Utzinger 29.03.2016 11:41
Mit dem Turniersieg von Sergey Karjakin hat sich die ursprüngliche Voraussage der Statistiker Statistiker James Jorasch und Chris Capobianco als total daneben erwiesen.
smitty77 smitty77 23.03.2016 12:42
Deckt sich ziemlich mit http://www.schachklub-bad-homburg.de/LigaOrakel/LigaOrakel.php?staffel=FIDE_CAN.
Allerdings kennt das LigaOrakel die Tiebreak-Regel nicht, sondern plant bei Punktgleichheit einen Stichkampf.
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