Kasparov reloaded

17.11.2003 – Heute spielte Fritz so, als hätte ihm jemand den Stecker gezogen: saft -und kraftlos. Irgendwie "unplugged". In Wirklichkeit lag es daran, dass Kasparov seinem maschinellen Gegner diesmal keinerlei taktische Chance ließ. Der Weltranglistenerste kam sehr gut aus der Eröffnung und eroberte nach einem schweren strategischen Fehler von Fritz einen Bauern. Als Fritz in der völlig geschlossenen Position mit weitgehend blockierten Bauern keinerlei Plan fand, kam er bald entscheidend in Nachteil. Kasparov übereilte nichts und spielte die ganze Partie mit voller Konzentration. Schließlich hatte er den Rechner völlig im Würgegriff und konnte ihm die Giftzähne ziehen. Im 45.Zug gab Fritz auf. Die anwesenden Großmeister in New York und den angeschlossenen Internetseiten atmeten auf. Die Götterdämmerung droht wohl doch noch nicht. Die dritte Partie zum Nachspielen...Meinungen...

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IM Oliver Reeh: Ein Fazit kann man wohl schon ziehen. 7...a5 war wahrscheinlich fragwürdig. Weiß bekommt nach b5 zuviel Druck am Damenflügel. Nach der Festlegung im Zentrum mit 10...e4? ist die schwarze Stellung auf Grund der Schwäche a5 im höheren Sinn wohl schon verloren. Weiß holte den Ba5 ab und verstärkte dann gezielt seine Stellung, während Schwarz planlos agierte und nur mit den Figuren hin- und herzog, anstatt mit dem Vorstoß des f-Bauern zu Gegenspiel zu kommen.

Matthias Deutschmann: Fritz ist gegenüber der ersten und zweiten Partie nicht wieder zu erkennen.

GM Joel Lautier: Die Wettkampfe Mensch gegen Computer sind eine tolle Sache und gut fürs Schach. Die Leute wollen Zweikämpfe sehen. Wenn man es genau nimmt, sind Partien gegen Rechner aber ein anderes Schach. Es gibt keine Pläne, der Computer sucht immer nach dem entscheidenden Schuss und spielt nicht langfristig. Die beste Partie war die erste, als Fritz riskant einen Bauern fraß und sich dann beinhart verteidigte. Die zweite Partie war schon seltsam. Aus einer klar besseren Stellung machte Fritz eine etwas schlechtere. Dann schien er auf Fallen zu spielen. Dame nach b6, dann nach b4, als ob er Kasparovs Gedanken lesen könnte. Heute hat man gesehen, dass er in geschlossenen Stellungen völlig ahnungslos ist. Bauer nach a5 war schon der entscheidende strategische Fehler. Kasparov hat dann einfach die normalen Züge gemacht.

GM Karsten Müller: In dieser Partie musste Kasparov nicht viele konkrete Varianten berechnen. Die Partie zeigt, dass die Computer noch einen weiten Weg zurücklegen müssen, bis sie die Menschen im Schach völlig beherrschen können.

Michael Greengard: Fritz hat viel zu spät gemerkt, dass das Licht am Ende des Tunnels ein Zug war.

 

 


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