Katar in Bildern II

von Alina L'Ami
13.12.2014 – Das Katar Masters Open war in jeder Hinsicht beeindruckend, durch die Umgebung und durch die Spieler, die daran teilnahmen. Eine Welt wie eine Fata Morgana, meint Alina L'Ami, doch die unglaubliche starke Gegnerschaft im Open war real. Ihre Eindrücke gibt sie hier in zwei Teilen an alle die Schachfreunde weiter, die vielleicht im nächsten Jahr dabei sein wollen. Zum zweiten Teil...

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Letztlich bewegte sich das Turnier in den luftigen Höhen der Wolkenkratzer der Stadt und war mehr als einfach nur ein großes Open oder eine Ansammlung von Individuen. Ich hatte das Gefühl, das Turnier hätte ein eigenes Herz und ein eigenes Leben, muss aber feststellen, dass ich bei dem Versuch, das logisch zu erklären, unweigerlich auf die gleiche rhetorische Frage zurückkomme: gibt es eine Fata Morgana?

Ich schlafe nur selten, wenn ich fliege, deshalb verpasse ich Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang nur selten (ich habe allerdings vergessen, was das hier war).

Vielleicht muss ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass es sie gibt, denn in Katar ist tatsächlich alles möglich, kein Plan ist zu hochfliegend, keine Anstrengung zu groß und kein Vorhaben zu gewagt.

Das berühmte Crowne Plaza Hotel lud zum Schachturnier ein; das Raumschiff ist startbereit... wenn die Partien erst einmal begonnen haben :)

Doch bemerkenswerterweise fühlt man sich durch die ganze Größe um einen herum nicht klein oder unbedeutend, arm oder verbittert. Stattdessen kann man es genießen, verwöhnt und umsorgt zu werden; der Lebensstil dort hat einen magnetischen Zauber, der dafür sorgt, dass man sich in diesem Miniparadies, das in der Mitte der Wüste entstanden ist, zehn Tage lang wie ein König oder eine Königin fühlt.

Wie immer faszinieren mich die Sitten und Gebräuche vor Ort

Irine Sukandar und Irina Krush waren der Meinung, die beste Möglichkeit, neue Kraft zu tanken, war ein Spaziergang durch die Stadt; und sie haben einen guten Platz gefunden, um sich auszuruhen.

Hey! Ein Wunder ist geschehen! Hier gibt es mehr als eine Perle! (Irina Krush war so mutig, den Aufstieg zu wagen, aber... wurde dabei verletzt :(( Sie musste ins Krankenhaus und sogar eine Runde ausfallen lassen, denn ein schlechter Zug führte zu einer Schulterzerrung... aber Ende gut alles gut. Und Irina ist sicher und gesund!)

Ein Romeo (alias meine Wenigkeit, die Fotografin) und drei Julias ?! :) Von links nach rechts: Arild Rimestad (einer der Turnierschiedsrichter), Irina Krush und Vijay Kumar, der berühmte Videojournalist)

Der große Spielsaal

Viele, die zum berühmten 1. Katar Masters angereist waren, hatten genau zehn Tage (zu wenig), um zu genießen, was die Organisatoren und die Stadt uns bescheren wollten. Und da über das Turnier bereits ausführlich berichtet wurde, beschränke ich mich hier auf eine Schilderung meiner generellen Eindrücke vom Turnierverlauf.

Gespielt wurde nach Schweizer System, aber das Feld war so stark, dass man denken konnte, das Turnier sei ein Rundenturnier. Wie sonst hätte ich mit 0,5/3 gegen einen 2600+-Gegner spielen müssen?! Allerdings glaube ich auch nicht, dass eine Partie mit einem 12-Jährigen mit einer Elo-Zahl von über 2300 ein Spaziergang darstellt – diese Talente können allen gefährlich werden!

Obwohl nur an Zwei gesetzt, gab es doch einen Spieler, der wie ein König war (und nicht nur für zehn Tage): Vladimir Kramnik.

Kramnik was here

Verpflegung

Präsent

Sein verhaltener Auftakt (zwei Remis in den ersten beiden Runden) erlaubte dem jungen Prinzen Anish Giri (Nummer eins der Setzliste) das Schicksal des Turniers mit phantastischen 6/6 in die Hände zu nehmen! Doch dann gewann Kramnik die Direktbegegnung gegen Giri und vielleicht hat so mancher danach geglaubt, die Erfahrung würde am Ende über die Jugend triumphieren.

Alte Haudegen: Kramnik und Bologan

Doch es kam anders und zwar durch den Spurt von Yu Yangyi, dem erfolgreichsten Punktesammler der chinesischen Goldmedaillenmannschaft bei der Schacholympiade 2014.

Auf seinem Weg zum Sieg schlug Yu Yangyi Kramnik und Giri und die beiden an eins und zwei Gesetzten mussten sich am Ende mit den Plätzen zwei und drei zufriedengeben.

Ding Liren

Spieler diskutieren

Doch der Geist, der in ganz Doha zu herrschen und das Motto der Stadt zu sein scheint – Alles oder Nichts (!) – muss sich auf unsere drei Helden und ihre Strategien in der Schlussphase des Turniers übertragen haben, was schließlich in Giris kühnen und hochspekulativer taktischer Partie in der letzten Runde des Turniers gipfelte.

Shakryar Mamedyarov

Müde?

Ja!

P. Harikrishna

Daniil Dubov

Artur Jussupov

Das Hirn gut gewärmt

Viele starke Frauen im Turnier: Elina Danielian

Ju Wenjun

Atousa Pourkashiyan

Harika Dronavalli

Sopiko Guramishvili

Zeinab Mamedyarova

Bela Kotenashvili

Was mich betrifft... so gehöre ich zu der großen Gruppe von Spielern, die es nicht in die Preisränge geschafft haben. Ich habe sogar ein paar Elo-Punkte verloren, was allerdings nichts an meinem Gefühl geändert hat, zehn Tage lang „Königin“ gewesen zu sein. Ein wenig als Siegerin fühlte ich mich auch, als Bela Khotenashvili den Frauenpreis gewann, denn Bela ist am 1. Juni geboren – genau wie ich :)

Das kämpferische Motto 'The Winner Takes it All', das über dem ganzen Turnier stand, wurde symbolisch dadurch illustriert, dass neben Yu Yangyi und Bela nur noch ein weiterer Teilnehmer und Sieger das Siegerpodium betreten durfte: Salem A.R. Saleh, der beste Spieler aus der arabischen Welt.

Siegerehrung

In Selfie-Stimmung

Kramnik schneidet die Torte an

Bei einer freundlichen Plauderei mit den Organisatoren erfuhr ich, dass sie die Dinge nächstes Jahr sogar noch besser machen wollen.

Wie das aussieht, wird die Zukunft zeigen, aber ich habe das Gefühl (oder vielmehr die Hoffnung), dass ich die Grenzen meines Vorstellungsvermögens 2015 wieder ausweiten muss...


Vorher und nachher (vom kalten holländischen Winter zum milden in Katar) – in gewohnter Umgebung: Flughäfen


 

Turnierseite...


 


Themen Katar Open

Alina L'Ami ist Schachprofi, WGM, und bringt allem, was sie macht, großen Enthusiasmus entgegen. Sie liebt es, in die entlegensten Winkel der Erde zu reisen, um dort Schach zu spielen und darüber hier bei ChessBase zu berichten.
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