Kurmann siegt in Bad Ragaz

von Klaus Besenthal
11.03.2017 – Beim "Accentus Young Masters 2017" im schweizerischen Kurort Bad Ragaz hat sich der 32jährige Internationale Meister Oliver Kurmann durch einen Partiegewinn in der letzten Runde den Gesamtsieg gesichert. Mit 6,0/9 war der Schweizer zwar punktgleich mit seinem Landsmann IM Noël Studer sowie dem ungarischen Elofavoriten GM Imre Héra, hatte aber die beste Sonneborn-Berger-Wertung vorzuweisen, was er wohl nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken hatte, dass er als einziger Spieler im gesamten Turnier ungeschlagen geblieben war. Mit seinem Turniersieg machte sich Kurmann zum Nachfolger von Matthias Blübaum, der vor Jahresfrist die erste Auflage des Turniers gewonnen hatte.

Fotos: Turnierseite

Der Kurort Bad Ragaz, im Kanton Sankt Gallen einige Kilometer südlich des Fürstentums Liechtenstein gelegen, war bis zum vergangenen Donnerstag zum zweiten Mal Schauplatz des "Accentus Young Masters". Mit dieser Turnierserie möchte man junge schweizerische Talente in ihrer Entwicklung fördern - vordergründig sicherlich durch Bereitstellung einer hervorragenden Spielgelegenheit gegen starke ausländische Gäste. Veranstalter ist der Schweizerische Schachbund SSB, der in der organisatorischen Arbeit vor Ort vom lokalen Schachclub Gonzen unterstützt wurde. Finanzielle Förderung gab es von der Stiftung "Accentus Schach Schweiz", die wiederum maßgeblich von der Großbank Credit Suisse unterstützt wird (die Bank bezahlt die administrativen Kosten der Stiftung).

Vor diesem Hintergrund dürfte es die Veranstalter gefreut haben, dass am Ende mit dem schweizerischen Internationalen Meister Oliver Kurmann einer der Lokalmatadoren ganz oben auf dem Siegertreppchen gestanden hatte. Kurmann blieb nicht nur ohne Niederlage, sondern hatte auch in der letzten Runde noch die geistige Frische, um (indirekt) zum finalen Schlag gegen die Konkurrenz auszuholen:

 

Es ist sicher nicht ganz ohne Ironie, dass mit Oliver Kurmann ausgerechnet der Spieler am Ende zum Sieger des "Young Masters" wurde, der mit seinen 32 Jahren schon ein leicht gesetztes (Schachspieler-) Alter erreicht hat. Aber vielleicht sind ja gerade die "Dreißiger" das beste Schachspieleralter... 

Aurelio Colmenares (links), Oliver Kurmann

Gabriel Gähwiler (links) gegen Fabian Bänziger - den Jüngsten im Feld (Jahrgang 2002) 

Zweite Reihe: Die Elofavoriten GM Andreas Heimann (Deutschland, links) und GM Imre Héra (Ungarn)

Dennis Kaczmarczyk (Deutschland, links) realisiert den Partieverlust - Valentin Dragnev weiß es bereits und widmet sich einem alten Meister

Noël Studer (links), Adrien Demuth

Rangliste und Ergebnisse:

Startnr.   Name ELO Punkte  3 7 1 2 9 10 6 8 5 4 Rang
10 IM Kurmann, Oliver 2456 6 1 ½ ½ ½ ½ 1 ½ 1 ½ 1
9 IM Studer, Noël 2461 6 0 1 1 ½ ½ 0 1 1 1 2
3 GM Héra, Imre 2607 6 ½ ½ 0 1 0 1 1 1 1 3
1 GM Demuth, Adrien 2527 ½ ½ 1 0 ½ 1 1 ½ ½ 4
7 GM Heimann, Andreas 2594 ½ ½ 1 0 ½ 1 ½ ½ 1 5
2 IM Dragnev, Valentin 2520 5 1 0 0 ½ ½ 0 1 1 1 6
6 IM Gähwiler, Gabriel 2408 0 0 0 1 1 0 0 ½ 1 7
8 IM Kaczmarczyk, Dennis 2407 3 0 ½ 0 0 0 ½ 1 ½ ½ 8
5 FM Colmenares, Aurelio 2367 3 0 ½ ½ 0 0 0 ½ ½ 1 9
4 FM Bänziger, Fabian 2334 0 0 ½ 0 0 ½ 0 ½ 0 10

Partien:

 

Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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onyman onyman 11.03.2017 07:31
Auf ziemlich vielen deutschen Internetseiten steht, dass Kurmann deshalb die beste Sonneborn-Berger-Wertung hatte, weil er ungeschlagen blieb. Da schreibt offenbar einer vom anderen ab. Macht sich denn gar niemand Gedanken? Für die Sonneborn-Berger-Wertung ist es völlig egal, ob jemand ungeschlagen ist oder nicht.

Hier auf der Chessbase-Seite ist es immerhin durch das Wort "wohl" etwas abgeschwächt; viel besser ist's deshalb aber nicht.
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