Melanie in Norwegen

02.05.2014 – 2014 ist wieder Schacholympiade. Vom 1. bis 14. August im norwegischen Tromsø. Mit dabei ist Melanie Ohme als Spielerin der deutschen Nationalmannschaft und Botschafterin der Schacholympiade. In dieser Funktion hat sie sich vor Ort schon einmal umgeschaut, Werbung fürs Schach und Filmaufnahmen gemacht, unterrichtet und einiges erlebt. Mehr...

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Melanie Ohme in Tromsø

Von Thomas Robertson

Melanie Ohme ist nicht nur eine talentierte und starke Schachspielerin, die bei der Schacholympiade in Tromsø im August im deutschen Frauenteam spielen wird. Sie setzt sich auch nachdrücklich für den Kampf gegen Rassismus ein und nutzt dabei das Schach als natürliche Plattform. Vergangene Woche hat sie Tromsø in Norwegen besucht, wo im August die Schacholympiade stattfinden wird.

Schachbotschafterin Melanie Ohme vor norwegischer Winterlandschaft

Melanie ist offizielle Olympiabotschafterin, eine Ehre, die sie mit Ex-Weltmeister Anatoly Karpov und den Ex-Weltmeisterinnen Susan Polgar und Alexandra Kosteniuk teilt. Melanie war auch in Tromsø, um an einem Filmprojekt teilzunehmen. Die Filmfirma http://jabfilm.net/ plant eine Reihe mit Miniporträts interessanter Spieler und Spielerinnen, die an der Olympiade teilnehmen. Diese Porträts werden dann im August während der Olympiade gezeigt. Darüber hinaus wirken die Spieler und Spielerinnen auch an einer Dokumentation über den Norden Norwegens mit. Sie besuchen Sehenswürdigkeiten und erkunden die wunderbare Natur des Nordens.

Zwei Tage lang filmte Melanie ein paar Kilometer von Tromsø entfernt in spektakulärer Natur. Sie meinte nachher, dies sei ein wunderbares Erlebnis gewesen und hätte ihr viel Spaß gemacht. So machte sie Erfahrungen im Hundeschlittenfahren, Eisfischen, nahm an einer Snowmobilsafari teil und probierte die Spezialitäten der lokalen Küche.

Schlittenrennen

Wie die Filmcrew bemerkte, machte sich Melanies Medienerfahrung positiv bemerkbar. Die Tage waren lang und anstrengend, doch Melanie war immer gut gelaunt und optimistisch.

Am Freitag besuchte sie dann eine so genannte Einführungsklasse an einer weiterführenden Schule in Tromsø. Die Schüler und Schülerinnen dieser Klasse sind erst vor kurzem nach Norwegen gekommen und machen sich erst mit dem Land und der Sprache vertraut, bevor sie am regulären Unterricht teilnehmen. Zur Zeit besuchen Schüler und Schülerinnen aus 22 Nationen diese Klasse, darunter so unterschiedliche Länder wie Nigeria, die Elfenbeinküste, Somalia, Russland und Thailand. Man könnte meinen, wenn Angehörige so vieler Nationen versuchen würden, eine Sprache zu lernen, gäbe es Probleme.

Die Einführungsklasse

Genau hier kommt Schach ins Spiel! Denn alle Schüler und Schülerinnen in diesen Klassen spielen Schach und nutzen das Spiel als gemeinsame Sprache. So gelingt es dem Lehrer Christian Grundekjøn, das Abstrakte des Schachs mit einem Verständnis des Norwegischen zu verbinden. Die Schüler waren begeistert und brannten darauf, Melanie ihre Schachkenntnisse zu demonstrieren. Melanie machte das Unterrichten sichtlich Spaß und es dauerte nicht lang, und sie hatte ein paar Verehrer mehr.

Unterrichtsvorbereitung

Später am Freitag wurde sie dann bei einem Empfang in Tromsø, zu dem das Olympische Komitee geladen hatte, offiziell zu einer Botschafterin des Schachs ernannt. Mit dabei waren Förderer und Sponsoren der Olympiade sowie etliche lokale Schachfans. In ihrer aufschlussreichen Rede sprach Melanie über Rassismus und über ihre Erfahrungen, wie man Schach als Mittel zur Förderung von Toleranz und gegenseitigem Respekt nutzen kann.

Im Anschluss wurden die Sponsoren zu einer Blindpartie gegen Melanie aufgefordert, aber niemand hatte den Mut, diese Herausforderung anzunehmen. Stattdessen spielte sie ein paar Blitzpartien gegen starke Spieler - mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Blitzpartie gegen Jon Kristian Røyset, einem starken Spieler, der schon etliche GMs geschlagen hat. Außerdem war er einmal Weltmeister im Backgammon.

Am Samstag fuhr Melanie im Rahmen einer geführten Tour nach Kvaløya (die Insel der Wale). Kvaløya ist die fünftgrößte Insel Norwegens und berühmt durch ihre vielen Berge und wunderbaren Fjorde. Einer davon ist der beliebte Ersfjorden, eine kleine und geschützte Perle, nur 20 Minuten von Tromsø entfernt.

Ersfjorden

Hier konnte Melanie die majestätischen Berge betrachten, die den Fjord umgeben, und manchmal direkt ins Meer zu fallen scheinen.

Danach verbrachte sie eine Stunde im beliebten Bryggejentene, einem bekannten Café und beliebtem Treffpunkt. Übersetzt bedeutet der Name "Die Mädchen auf dem Dock". Hier suchen Einheimische und gelegentliche Besucher aus Tromsø Frieden und innere Harmonie. Außerdem wird hier der beste Rüblikuchen der Welt serviert.

Entspannen im Café. Thomas Robertson (rechts) genießt den Rüblikuchen.

Im Bryggejentene traf sich Melanie auch mit Kristin Røymo. Kristin ist die Führerin der Labour Party in Tromsø und eine prominente Kämpferin gegen Rassismus. Melanie und Kristin fanden schnell Kontakt zueinander, tauschten Ansichten und Eindrücke aus und genossen das Treffen beide. Kristin, die in Ersfjorden lebt, wollte unbedingt mehr von Melanie und ihrem Engagement gegen Rassismus erfahren und lud die Deutsche ein, sie während der Olympiade zu besuchen.

Melanie Ohme und Kristin Røymo

Aber alles Schöne geht einmal zu Ende und am Sonntag flog Melanie nach Deutschland zurück. Im Namen der Schachgemeinde in Tromsø wünschen wir ihr und allen deutschen Spielern und Spielerinnen alles Gute bei ihrer Rückkehr nach Norwegen im August.

Jan Sigmund Berglund, Mr. Schach. Jan Sigmund Berglund hat alle großen Turniere der letzten Jahre in Tromsø organisiert. Schach scheint ihn glücklich zu machen. Er ist immer hilfsbereit und nur selten ohne ein Lächeln auf dem Gesicht.

 

Fotos: Jan Sigmund Berglund und John Arvid Berger


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Pamela An. Pamela An. 05.05.2014 10:55
Die richtige Frau am richtigen Ort mit den richtigen Aufgaben. Sehr gute Wahl wie ich finde!
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