Nepomniachtchi Tagessieger in Dortmund

02.07.2008 – Vladimir Kramnik, durch seine gestrige Niederlage im Soll zurück, ging Peter Lekos Damenindisch heute mit einem Bauernopfer scharf an. Beide Spieler verbrauchten viel Zeit in der Eröffnung. Am Ende stand das Remis durch Zugwiederholung. Jan Gustafsson und Vassily Ivanchuk bearbeiteten sich in einer Nebenvariante des Botvinnik-Systems. Auch diese Partie endete nach unterhaltsamen Verlauf unentschieden. Zum gleichen Ergebnis kamen Arkadij Naiditsch und Shakhriar Mamedyarov im Tajmanov-Sizilianer. Ian Nepomniachtchi (Bild) besiegte Loek Van Wely, dessen Qualitätsopfer im Najdorf-Sizilianer nicht zum erwünschten Erfolg führte.  Der junge Russe schloss damit zu den führenden Gustafsson und Leko auf. Morgen ist Ruhetag. Turnierseite...Partien, Bericht, Bilder (Update)...

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Round 4 - 2. Juli 2008
Kramnik, Vladimir - Leko, Peter ½-½
Gustafsson, Jan - Ivanchuk, Vassily ½-½
Naiditsch, Arkadij - Mamedyarov, Shakhriyar ½-½
Nepomniachtchi, Ian - Van Wely, Loek 1-0

 

Dortmund: Runde 1 bis 4...


 

Dortmund: Trio führt zur Halbzeit
Von Dagobert Kohlmeyer

Wladimir Kramnik und Peter Leko, die Stars des Sparkassen Chess-Meetings, haben sich in Runde 4 nach Kampf remis getrennt. Aber zwei Neulinge stehlen ihnen hier die Show. Wer hätte vorher gedacht, dass Jan Gustafsson und Jan Nepomniachtchi bei Halbzeit (gemeinsam mit Leko) an der Tabellenspitze liegen würden

In der Spitzenpartie des Tages versuchte der russische Exweltmeister, die Damenindische Verteidigung des Ungarn zu knacken.

Zu gern wollte der Seriensieger von Dortmund seine überraschende Niederlage vom Vortage gegen Arkadij Naiditsch ausbügeln. Leko stellte sich sicher auf, und beide Spieler nahmen sich sehr viel Zeit für ihre Varianten-Berechnungen, so kompliziert war die Stellung.

Nach drei Stunden Spielzeit hatten sie erst 21 Züge ausgeführt. Für die restlichen 19 Züge blieben ihnen weniger als 20 Minuten. Kramniks Uhr schien immer schneller zu laufen. Bei so wenig Zeitvorrat deutete alles auf eine Nervenschlacht hin. Plötzlich erfolgte im 23. Zug der Friedensschluss.                    

Der Ungar ist mit großen Siegambitionen zu den Schachtagen gekommen. 1999 und 2002 konnte er Dortmund als Gewinner verlassen. Das heutige Remis gegen den Topfavoriten untermauerte Peter Lekos Tabellenführung und bedeutete vielleicht schon einen großen Schritt für ihn in Richtung Gesamtsieg. Leko führt jetzt mit Jan Gustafsson und Jan Nepomniachtchi mit je 2,5 Punkten.

Der Hamburger, die positive Überraschung des Turniers aus deutscher Sicht, spielte zuletzt gegen Wassili Iwantschuk unentschieden.

An den Nachbartischen auf der Schauspielbühne duellierten sich Naiditsch – Mamedjarow und Nepomniachtchi – Van Wely.

Arkadij teilte den Punkt, Nepo erzielte nach vier Stunden seinen ersten Treffer. Es zeigt sich, Aeroflotsieger in Moskau wird man nicht umsonst!

Nachtschwärmer, Langschläfer und Fußballfans

Halbzeit bei den Dortmunder Schachtagen. Am morgigen zweiten Ruhetag ist wieder mal Public Viewing angesagt. Wie jedes Jahr werden sich die Stars ab 15 Uhr im Rathaus mit Amateuren im Blitzschach messen. Jeder der acht Großmeister tritt in der Bürgerhalle gegen zehn Hobbyspieler an, die einen Zeitbonus erhalten, um etwas größere Chancen gegen die Profis zu haben. 

Gute Nachrichten von Wassili Iwantschuk. Der ukrainische Großmeister ist auf dem Wege der Besserung. Zum Frühstück im Spielerhotel „Drees“ in der Hohen Straße erschien er mit einem bandagierten Knöchel. Wassili hatte sich tags zuvor bei seinem Sturz von der Bühne des Schauspiels heftig das linke Bein verstaucht. „Ich nehme Tabletten gegen die Schmerzen, es geht mir schon wieder ganz gut“, sagte der 39-jährige Turniersenior.

Andere Spieler des Sparkassen Chess-Meetings sucht man beim Frühstück vergeblich. Exweltmeister Wladimir Kramnik (Russland) gilt als Langschläfer, der erst um die Mittagszeit aufsteht. Auch Peter Leko aus Szeged ruht sich gern bis kurz vor Rundenbeginn aus, während seine attraktive Ehefrau Sofia, die er einst in Dortmund kennenlernte, zur normalen Frühstückzeit ins Restaurant kommt. Jan Gustafsson habe ich hier vormittags auch noch nie gesehen.

Die meisten Großmeister haben bei den Schachtagen in Dortmund einen Trainer dabei. Jan Gustafsson aus Hamburg wird vom spanischen Spitzenspieler Francisco Vallejo unterstützt.


Jan Gustafsson (rechts) und sein Sekundant Francisco Vallejo analysieren eine Partie

Beide sind seit langem befreundet und wie die meisten Schachspieler Nachtschwärmer. Als große Fußballfans haben sie sich das EM-Finale von Wien gemeinsam angesehen, wobei der Spanier erheblich mehr Grund zum Jubeln hatte als der Deutsche. Über den bisher so erfolgreichen Turnierverlauf für Jan bei diesem Chess-Meeting können sich beide Großmeister gemeinsam freuen. Wer hätte gedacht, dass der Hamburger nach Halbzeit der Schachtage an der Tabellenspitze liegt!

Inzwischen ist auch das Open mit 230 Spielern unterwegs. Viele Kinder nehmen teil, vielleicht ein paar Großmeister von morgen?


Gerd Kolbe eröffnet das Open


Schöner Blickfang im Open: Carmen Voicu aus Bochum


Naiditsch auch in Open: Arkadijs Schwester Jewgenija


Daniel Kasanzew


Nikolai Kartsew

 

 

 

 

 


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