New York 2016, Partie 5: Karjakin revanchiert sich

18.11.2016 – Bislang endeten alle fünf Partien des Wettkampfs mit Remis, aber die fünfte Partie zeigte einmal mehr, dass Remis nicht gleich Remis ist. In den Partien drei und vier hatte Sergey Karjakin zwar enorme Defensivqualitäten bewiesen, aber nicht gezeigt, dass er gegen Magnus Carlsen gewinnen kann. Das machte Karjakin in der fünften Partie des Wettkampfs. Nach einer Unaufmerksamkeit Carlsens stand Karjakin kurz vor einem Sieg und dieses Mal war es Carlsen, der seine Defensivqualitäten beweisen musste. Bericht, Bilder, Partie.

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Bericht und Fotos: Albert Silver

(Anklicken der Bilder zeigt sie in höherer Auflösung)

Zu Beginn der fünften Partie schienen beide Spieler guter Dinge. Carlsen war vermutlich zufrieden, weil er Karjakin zwei Mal an den Rand einer Niederlage gebracht hatte und es nur eine Frage der Zeit zu sein schien, bis er eine Partie gewinnen konnte. Aber auch Karjakin wirkte zufrieden. Immerhin hatte er zwei schlechte Stellungen gerettet und es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis er den Weltmeister erwischen würde. In Partie fünf fehlte nicht viel.

Carlsen begrüßte Karjakin beim Handschlag mit einem Lächeln.

Bennett Miller, Schachfan und Regisseur von Filmen wie "Capote" und "Moneyball"
führt den ersten Zug aus.

Dieses Mal kommt kein kein Spanier, sondern Italienisch aufs Brett. Manch einen Zuschauer wird's gefreut haben.

Sachlich, ruhig, konzentriert - Sergey Karjakin zu Beginn der Partie

FIDE Pressesprecherin Anastasia Karlovich

Der Zuschauerraum ist voll und die Fans freuen sich über die Partieanlage, die einen komplizierten Kampf verspricht. Am Dienstag hatten die Organisatoren ein Blitzturnier für Zuschauer organisiert, da das so gut gelaufen war, gab es auch am Donnerstag ein Blitzturnier.

Schachfan beim Blitzen

Der spanische Schachjournalist Leontxo Garcia konzentriert sich auf seine Arbeit.

Ich hatte geglaubt, ich wäre der einzige brasilianische Journalist vor Ort, aber da hatte ich mich geirrt. Ebenfalls anwesend war Lincoln Lucena, ein Schachjournalist, der über jeden WM-Kampf seit 1984 berichtet hat.

Carlsen - Karjakin (New York 2016, Partie fünf)

Magnus Carlsen schien zu glauben, dass er die Zügel dieser Partie fest in der Hand hielt und sich alles erlauben könnte, aber Sergey Karjakin belehrte ihn eines Besseren und verschaffte sich mit dem Konter 42....d4! ernsthafte Gewinnchancen.

Nach ...d4 zog sich Karjakin in den Ruheraum zurück, wo die Spieler sich auf dem Sofa ausruhen, einen Imbiss zu sich nehmen oder Kaffee trinken können. Während Karjakin Pause machte, rutschte Carlsen in seinem Sessel unruhig hin und her und wirkte nervös.

Die Fans verfolgten das Geschehen mit großer Aufmerksamkeit. Wer kein Platz
an einem Tisch mit Schachbrett fand, setzte sich sogar auf den Boden.

Tim Hanks (links), der ehemalige Präsident des US-amerikanischen Schachverbands lässt sich von GM Denes Boros aus Ungarn die Feinheiten der Stellung erklären.

IM Javier Ochoa hätte wahrscheinlich auch Zugang zum VIP-Bereich, aber offensichtlich gefällt es ihm im Trubel des offenen Zuschauerbereichs besser.

Die norwegische Schachjournalistin Kaja Marie Snare befragt Zuschauer nach ihren Meinungen zum Wettkampf

Magnus Carlsen - Sergey Karjakin (New York 2016, Partie fünf)

Partie 5 - Kommentar von John Nunn

 

 

Magnus Carlsen war während der Pressekonferenz nach der Partie ungehalten. Das bekam FIDE Pressesprecherin Anastasiya Karlovich zu spüren, die wie gewohnt Fragen stellte, aber dann von einem plötzlichen Ausbruch Carlsens überrascht wurde.

Karjakin konnte seinen Vorteil zwar nicht in einen vollen Punkt verwandeln, aber war bei der
Pressekonferenz in guter Stimmung. Im Gegensatz zu Carlsen.

Der Wettkampf begann zwar mit fünf Remispartien, aber diese Partien waren teilweise sehr spannend und umkämpft.

Stand nach fünf Partien


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nicki1212 nicki1212 18.11.2016 06:20
Ich hätte gerne mehr über Carlsens "Ausbruch" erfahren. :)
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