Packende Partien in Mexiko

25.09.2007 – Nach neun Runden fallen bei der WM in Mexiko allmählich Vorentscheidungen. So musste Kramnik, wenn er seinen Weltmeistertitel verteidigen wollte, in der 10. Runde gegen Anand gewinnen, denn nach seiner Niederlage gegen Morozevich lag Kramnik bereits anderthalb Punkte hinter Anand zurück. Anand hingegen würde mit einem Sieg einen großen Schritt Richtung Weltmeistertitel machen, aber auch mit einem Remis wäre ihm gedient. Trotzdem lieferte er Kramnik von Beginn an einen offenen Schlagabtausch, was zu einer spannenden und unterhaltsamen Partie führte. Und es war nicht die einzige spannende Partie dieser zehnten Runde.Offizielle Webseite der WM...Bericht, Partien, Tabelle, Bilder...

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Ergebnisse der 10. Runde, 24. September 2007:

V.Kramnik - V.Anand 0,5:0,5
B.Gelfand - P.Leko 0,5:0,5
L.Aronian - A.Grischuk 1:0
A.Morozevich - P.Svidler 0,5:0,5

Tabelle:



Alle Partien bisher...

Bericht:

V. Kramnik - V. Anand


Spannung und Konzentration vor der Partie


Die ersten Züge werden schnell gemacht.


Die Partie nimmt Formen an.


Allmählich wurde es ernst und da zog der Weltmeister doch lieber sein Jackett aus.

Es war eine packende und würdige Spitzenpaarung. Kramnik entschied sich für eine sehr scharfe aktuelle Variante im Slawen, die Anand bereits mehrfach auf dem Brett hatte. Nach der Eröffnung entstand eine zweischneidige Stellung mit ungleicher Materialverteilung: Kramnik hatte eine Qualität für einen Bauern gewonnen, allerdings stand Anands Springer sehr stark. Außerdem verfügte Anand über zwei Freibauern am Damenflügel - die jedoch bereits so weit vorgerückt waren, dass der schwarze König recht luftig stand.


Stellung nach 28.Dxh6.

Das waren auch die zentralen Motive im weiteren Verlauf der Partie. Kramnik parierte erst alle Drohungen gegen seinen König und versuchte dann mit seinen Schwerfiguren die unsichere schwarze Königsstellung auszunutzen. Anand hatte unterdessen den schwachen weißen d-Bauern eingesammelt und setzte auf die Kraft seiner Freibauern am Damenflügel.


Stellung nach 38...a4. Es folgte noch 39.De8 Kb6 40.Tb8+ Ka5 41.Ta8+ und die hübsche Kampfpartie endete schließlich doch noch Remis. Damit ist Anand dem Weltmeistertitel wieder einen Schritt näher gerückt.


Kramnik konzentriert...


...und nachdenklich.


L. Aronian - A. Grischuk
Auch diese Partie war typisch für Grischuk und zeigte, warum die Fans ihn mögen: Nach nur 7 Zügen bekundete er mit dem zweischneidigen 7...g5 offen aggressive Absichten - allerdings hatte er da bereits fast eine Stunde Bedenkzeit verbraucht.


Stellung nach 7...g5.

So ging es auch weiter. Nach 20 Zügen hatte Grischuk nur noch 11 Minuten auf der Uhr - und einen Bauern weniger, den er mutig geopfert hatte. Aber Grischuks Mut zahlte sich nicht aus und am Ende musste er den Preis für seinen hohen Zeitverbrauch in der Eröffnung zahlen. Seine Stellung wurde immer schlechter, er suchte sein Heil in taktischen Verwicklungen, doch Aronian behielt die Übersicht und am Ende war er es, der Matt setzte.


Schlussstellung

P. Leko - B. Gelfand
Ebenfalls eine vorentscheidende Partie. Sowohl Gelfand als auch Leko würden bei einer Niederlage den Kontakt zur Spitze verlieren, aber könnten nach einem Sieg weiter vom WM-Titel träumen - vor allem, wenn Anand gegen Kramnik verlieren sollte. Nach einer katalanischen Eröffnung kam es im frühen Mittelspiel zu einem taktischen Scharmützel, aber die Aufregung legte sich rasch und die Partie endete mit Dauerschach schnell Remis.


Schlussstellung


Boris Gelfand: Gibt es mehr als Dauerschach?

A. Morozevich - P.Svidler
Das Duell der Kellerkinder. Für Peter Svidler lief bei dieser WM bislang nicht viel zusammen und er ist der einzige Spieler, der nach neun Runden noch keinen einzigen Sieg verzeichnen konnte - obwohl er in einigen Partien nahe davor stand. Gegen Morozevichs Caro-Kann Verteidigung entschied er sich für einen aggressiven Aufbau, der zu einer lebhaften Stellung führte.


Peter Svidler sucht...


...den Gewinn - und verpasst ihn.

Im Mittelspiel baute Svidler allmählich einen Angriff auf, der zu für ihn günstigen taktischen Verwicklungen führte. Aber bei knapper werdender Zeit übersah er den Gewinn:


Stellung nach 32...Db6. Hier verweist Fritz auf die Möglichkeit 33.Lxe6+. Nach 33...Dxe6 gewinnt Weiß mit 34.Lxc5 eine Qualität oder die Dame und nach 34...Kh8 setzt Weiß mit 35.Dxh6 Matt. In der Partie folgte 33.Lxc5? Dxc5 34.Lxe6 Kh8 und jetzt deckt die Dame auf c5 den Bauern f5.

In den Partie stand Svidler zwar immer noch etwas besser, aber am Ende reichte es nicht mehr zum Gewinn.


Schlussstellung

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