Panama Papers und Schach

von André Schulz
27.05.2016 – Als kürzlich die "Panama Papers" veröffentlicht und die Namen von Politikern und Showstars, die im Steuerparadies aktiv waren, bekannt wurden, vermeldete der Telegraph auch die Verwicklung einiger Schachspieler, darunter der Präsident des Russischen Schachverbandes Andrey Filatov. Andrey Filatov ging gegen die Behauptung vor. Nun musste sich der Telegraph korrigieren.Mehr...

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Anfang April berichteten zahlreiche Zeitungen gleichzeitig über die in Panama beheimatete Firma Mossak-Fonseca, ein Anwaltsbüro, dass Firmen behilflich war, die in Panama Geschäfte machen oder Geld anlegen wollten. Panama ist eines jener Offshore-Zonen, in denen wenig Steuern gezahlt werden und die Verschwiegenheit groß ist. Geschäftliche Aktivitäten in solchen Steuerparadiesen sind nicht illegal, werden aber gerne dazu genutzt, Steuerverpflichtungen in anderen Ländern zu umgehen oder Geld aus zweifelhaften Geschäften zu waschen, und haben deshalb einen schlechten Ruf. Es wird geschätzt, dass weltweit auf diesem Weg ca. 255 Mrd. Dollar jährlich an Steuern verloren gehen.

Ein unbekannter Informant hatte nun aus dem Geschäftsbereich von Mossack-Fonseca, die seit ihrer Gründung ca. 214.000 Briefkastenfirmen an 21 Offshore-Plätzen betreut hat, Millionen von Dokumenten der Presse zugespielt. Anhand dieser Dokument wurden zahlreiche Politiker, Showstars oder andere Personen des öffentlichen Lebens identifiziert, die als Kunden von Mossack-Feonseca in Steueroasen geschäftlich tätig waren oder sind. Betroffen sollen auch einige Personen aus dem Schach sein. So wurde Bobby Fischer genannt, außerdem Anatoly Karpow und auch der ukrainisch-russische Unternehmer Andrey Filatov, zugleich Chef des russischen Schachverbandes soll dort gelistet sein.

Die russischen Finanzwelt befindet sich derzeit unter einigem Druck. Insbesondere die Maßnahmen des US-Schatzamtes haben Wirkung hinterlassen. Einige Oligarchen, die im Verdacht stehen, mit arabischen Potentaten oder dem von den USA bekämpften "Islamischen Staat" Öl-Geschäfte zu machen, kamen auf eine von den USA veröffentlichte "Schwarze Liste". Dies hat auch Auswirkungen auf das Turnierschach, das nicht unerheblich mit Hilfe russischer Oligarchen finanziert wurde. Zudem steht auch Kirsan Ilyumzhinov, als Anteilseigner einer Bank inzwischen auf dieser Liste. Ilyumzhinov bestreitet die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen.

Die Veröffentlichung der Panama Papers sind ein weiterer Schlag gegen die russische Finanzwelt. Manche Russen glauben, dass dahinter die USA, oder regierungsnahe Kreise der US-Geschäftswelt stecken und die Absicht darin besteht, Russland weiter wirtschaftlich zu schwächen.

Nach Veröffentlichung seines Namen in Verbindung mit den Panama Papers und einer Firma Telecom LTD. Express hat Andrey Filatov jede dazu bestritten und die weltweit größte Anwaltskanzlei "Quinn Emanuel" beauftragt, gegen diese Behauptung juristisch vorzugehen.

Nun hat der Telegraph eingeräumt, einen Irrtum begangen zu haben, und die entsprechende Passage in seinem Online-Artikel korrigiert, meldet der russische Schachverband heute in einer Pressemitteilung.

 

Presseerklärung vom 10. Mai

 

Presserklärung vom 16. Mai

 

Presseerklärung von 27. Mai

 

Die "Panama Papers", Artikel in der Süddeutschen...

Artikel über Anlagegeschäfte von Stars (Guardian)...

Panama und die Schachstars (Telegraph)...

 

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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