Petrovka 38

28.11.2007 – Für einen Tag war Kasparovs Aufenthaltsort unklar. Inzwischen weiß man, dass der ehemalige Weltmeister im Untersuchungsgefängnis Petrovka 38 einsitzt. Sein einstiger Kontrahent im Kampf um den WM-Titel Anatoly Karpov wollte ihn dort besuchen, wurde aber nicht ins Gebäude gelassen. Karpov wollte Kasparov das russische Schachmagazin "64" bringen. Ob er dem isolierten Häftling nur Lesestoff bringen wollte, oder ob mit der Art der Lektüre eine Empfehlung verbunden war, weiß nur der ehemalige Weltmeister selbst. Nigel Short ist nach seinem Ausscheiden in Khanty-Mansisysk zur Zeit ebenfalls in Moskau und hat sich nach dem Aufenthaltsort seines Wettkampfgegners von 1993 erkundigt. Er würde aber wohl ebenso abgewiesen wie der Duma-Abgeordnete Ryschkov oder Kasparovs Anwältin Olga Michailova. In einem Kommentar sieht der Tagesspiegel Kasparov als aussichtslosen Gegenspieler Putins, der mit seiner Verhaftung allerdings einen sehr guten Zug gemacht hat. Tagesspiegel: Putins Rochaden... Welt: Putin ist nervös...Mehr...

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Kasparov war in der Petrovka, aber Besucher wurden nicht zu ihm gelassen
Von Luise Ihl-Behrend

 Wie dem Berichterstatter der Internetzeitung von Garri Kasparov bekannt wurde, befindet sich der Oppositionsführer der „Vereinigten Bürgerfront“ und Präsidentschaftskandidat des Oppositionsbündnisses „Anderes Russland“ Garri Kasparov, der während des „Marsches der Unzufriedenen“ in Moskau festgenommen und zu fünf Tagen Haft verurteilt wurde, wie bisher im Untersuchungsgefängnis, Petrovka 38.

Dabei werden nach wie vor keine Besucher zu ihm vorgelassen. Der Duma-Abgeordnete Ryschkov wurde ein weiteres Mal abgewiesen. Er kam zwar ins Gebäude, aber nicht zu Kasparov, obwohl Abgeordnete dem Gesetz nach das Recht haben Gefangene zu jeder Zeit und ohne Abstimmung mit der Miliz zu besuchen.

Genau so wenig ließ man den 12. Schachweltmeister und früheren Gegner Kasparovs Anatolij Karpov zu ihm. Dieser hatte seinem ehemaligen Rivalen die Schachzeitschrift 64 mitgebracht.

Aber im Gegensatz zu Ryschkov durfte er nicht einmal das Gebäude betreten.

Übrigens gelang es den Verwandten am Dienstag doch noch ein Paket für Kasparov abzugeben.

Seine Anwältin Olga Michailova dagegen wurde wie Ryschkov zum wiederholten Male abgewiesen. Im Büro, das die Besucherscheine für das Untersuchungsgefängnis ausstellt, wurde ihr gesagt, dass die Ausstellung der Scheine für kurze Zeit ausgesetzt wurde. Fünf Minuten vor Erscheinen derjenigen, die Kasparov besuchen wollten, waren noch Scheine ausgegeben worden.

Quelle: http://www.kasparov.ru

 

 

 

 


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