Philidor und Lebendschach in Bamberg

22.06.2004 – Francois-André Danican Philidor war einer der besten Schachspieler seiner Zeit und gleichzeitig ein erfolgreicher Musiker und Komponist. Von seinen zwanzig Opern wurde die bekannteste, "Tom Jones", kürzlich während der "Tage alter Musik" in Bamberg aufgeführt. Zum Rahmenprogramm gehörte eine Schachlesung, eine Ausstellung rund um Philidor und eine Lebendschachpartie in der Bamberger Alten Hofhaltung, bei der die Bamberger Großmeister Lothar Schmid und Dr. Helmut Pfleger prominente Bamberger herum schieben durften. Tom Jones am E.T.A.-Hoffmann-Theater...Lebendschach in Bamberg..

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Lebendschach in der Alten Hofhaltung in Bamberg
Fotos: Tihomir Glowatzky


Lebendschach in Bamberg

Vom 9. bis 13. Juni veranstaltet die Musica Canterey in Bamberg die "Tage alter Musik 2004" in dessen Mittelpunkt die Aufführung der Philidor Oper "Tom Jones" im E.T.A. Hoffmann-Theater stand. Francois-André Danican Philidor (1726-1795) ist unter Schachfreunden als stärkster Spieler seiner Zeit hoch geschätzt. Seine theoretische Grundlagenarbeit zur Rolle der Bauern im Schach hat bis heute große Wirkung. Weniger in Erinnerung geblieben ist seine Rolle als Komponist und Musiker, obwohl diese zu seiner Zeit weit größere Bedeutung hatte als sein Wirken als Schachspieler.

Unter den von Philidor komponierten zwanzig Opern ist „Tom Jones“ (1765) nach dem Roman von Henry Fielding die bekannteste. Sie wurde während der "Tage alter Musik" am 12. Juni und drei folgenden Terminen im Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theater in einer Inszenierung von Tihomir Carlo Glowatzky unter der musikalischen Leitung von Gerhard Weinzierl aufgeführt.


"Tom Jones" im E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg (Foto: E.T.A.-Hoffmann Theater)

Tihomir Carlo Glowatzky sorgte auch für das Rahmenprogramm, das mit einer Lesung von Eckhart Neubergs eröffnet wurde und zu dem eine Ausstellung rund um Philidor im Foyer des E.T.A.-Hoffmann-Theaters gehörte, die von der Philidor-Biografin Susanna Poldauf  von der Berliner Lasker-Gesellschaft zusammen mit dem Bamberger Schachklub zusammen gestellt wurde.

Schließlich wurde in der Bamberger Alten Hofhaltung eine Lebendschachaufführung in alten Kostümen geboten, bei der die beiden Bamberger Großmeister Dr. Helmut Pfleger und Lothar Schmid eine Partie gegeneinander spielten.





Die Rollen der Schachfiguren wurden bei dieser Lebendschach-Partie gerne von einigen Bamberger Persönlichkeiten übernommen. Das weiße Team bestand dabei größtenteils aus Damen, darunter Birgit Dietz (CSU-Stadträtin) als Dame, Melanie Beck (CSU, MdL) und Gabriele Pfeff-Schmidt (Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg) als Läufer. Als unverzichtbar männlich wurde offenbar die Rolle des Königs eingeschätzt. Diesen verkörperte Andreas Starke (SPD-Stadtrat). Auch Susanna Poldauf hatte eine Rolle im lebensgroßen Spiel übernommen. Als Turm sah man die Pfarrerin von St. Stephan, Angelika Steinbauer.

Die "Feldherren"-Rolle des Kampfes hatten am Fuß des noch nicht ganz fertig gestellten Turmes für die „Jungfrau von Orleans“- Inszenierung im kommenden Jahr die beiden Großmeister Stellung bezogen...


Tihomir Glowatzky (sitzend), Lothar Schmid und Helmut Pfleger (rechts)


GM Lothar Schmid, GM Dr. Helmut Pfleger, Paul Werner Wagner (Lasker-Gesellschaft)

... und gaben ihre Anweisungen an Anja Simon, (Regieassistentin der Produktion „Die letzte Partie“), die die Züge auf dem acht mal acht großen Feld ausführte.


Anja Simon

Lothar Schmid, Mitinhaber des Karl-May-Verlages und Besitzer einer der größten Schachsammlungen der Welt, führt die schwarzen "Figuren", bei denen Bürgermeister Hipelius und Ursula Sowa (GAL-Fraktionsvorsitzende) König und Dame darstellten. Ihre Offizier wurden vom Symphoniker-Geschäftsführer Christian Schmölder, Pius Schiele, Rainer Lewandowski, Dieter Wuttke, der Theater-Architekt Springer (als Springer) und  Karl Franz vom ausrichtenden Theaterverein als einer der Türme. Als Bauern hatte sich Schüler des Bamberger Kaiser-Heinrich-Gymnasiums  verkleidet.



Die Partie wurde von Tihomir Glowatzky und den beiden Großmeistern mit vielen Anspielungen auf die Schach- und Prominentenszene und großer Freude am Spiel kommentiert, z.B. als Pfarrerin Angelika Steinbauer aufgefordert wurde, bei der Rochade über Turm Andreas Starke zu springen. Nach einer Stunde Spiel  sorgte schließlich eine heran nahende Gewitterfront für Dauerschach.



 


 

 

 


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