Schach aus Leidenschaft: Lothar Schmid wird 80

10.05.2008 – Lothar Schmid war einer der besten deutschen Spieler nach dem Krieg, Schiedsrichter beim Wettkampf Spassky gegen Fischer und bei Schacholympiaden eine Stütze der deutschen Mannschaft. Als Karl May-Verleger ist er beruflich sehr erfolgreich gewesen und als Sammler hat er die wertvollste private Schachsammlung der Welt aufgebaut. Am 10. Mai 2008 feiert der in Dresden geborene Bamberger seinen achtzigsten Geburtstag. Wir gratulieren - Dagobert Kohlmeyer sprach mit dem Jubilar. Zum Interview...

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"Schach verbindet und lehrt die Achtung vor dem Gegner"

Interview mit Lothar Schmid

Interview und Fotos: Dagobert Kohlmeyer

Großmeister Lothar Schmid, im Hauptberuf Karl-May-Verleger, feiert am Pfingstsamstag seinen 80. Geburtstag. Wir sagen dem Grandseigneur ein kräftiges "Happy birthday!", verbunden mit den besten Wünschen für die kommenden Jahre. Der Jubilar spielte bei elf Schach-Olympiaden und zählte viele Jahre zu den besten Schiedsrichtern für das königliche Spiel. Legendär war sein Einsatz nicht nur beim WM-Match Fischer - Spasski 1972 in Reykjavik. Seit frühester Jugend sammelt Schmid Schachliteratur und -figuren. Er besitzt die wertvollste private Schachbibliothek der Welt. Dagobert Kohlmeyer sprach mit ihm über seine Liebe zu Büchern und zum Schach sowie seine Begegnungen mit den Großen der Zunft.



Wie feiern Sie Ihr Jubiläum? Im kleinen Kreis oder mit vielen Leuten?

Ich werde etwa 60 Gäste haben. Darunter sind Verwandte und Freunde, Bekannte und natürlich viele Schachspieler. Die Familie Unzicker ist ebenso eingeladen wie Großmeister Helmut Pfleger. Wir feiern in einem Bamberger Lokal, und ich hoffe, dass wir bei schönem Wetter draußen sitzen können.

Wie viele Jahre Ihres Lebens gehören schon dem Schach?

Die meisten. Als Achtjähriger habe ich in Radebeul damit begonnen. Mein erstes Lehrbuch war der Dufresne, den mir ein Onkel geschenkt hatte. Ich erinnere mich ganz gern an dieses Buch, weil in Halbdunkelheit so eine Mattstellung auf dem Titelbild abgebildet war. Das nahm mich gefangen.

Mit wem haben Sie Ihre ersten Partien gespielt?

Mein Schulfreund Rolf Roennefahrt lebte in der gleichen Straße, und wir trafen uns nach dem Unterricht zum Schach. Spielten so, wie eben Kinder spielen: Ohne viel Kenntnisse, Figuren wegnehmen usw. Wir spielten bis zum blanken König, versuchten, den anderen in die Ecke zu drängen und wunderten uns, dass er wieder herauskam, dieser König.

Das tun ja die meisten Kinder so.

Moment, danach wurde es bei uns ernst. Wir wollten unbedingt einen Sieger und haben deshalb diese unentschiedenen Partien durch Ringkämpfe beendet. Wer den anschließenden Kampf erfolgreich bestand, war der eigentliche Gewinner. Heute gibt es Schach-Boxen; unsere Disziplin Schach-Ringen war quasi der Vorgänger.

Wann haben Sie gemerkt, ich bin ein Talent und spiele besser als andere Schach?

Als ich gegen Erwachsene antrat. Dieser Onkel, der mir den Dufresne geschenkt hatte, war Kaplan von Beruf, ein Anstaltsgeistlicher um die 60 Jahre herum. Er spielte später mit mir. Irgendwie hat mich dann der Ehrgeiz gepackt, es dem älteren Herrn zu zeigen. Da gab es zwar keine Ringkämpfe, aber lange, lange Partien. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich am Ende 34:32 gewonnen habe. Es hat mich als Zehnjährigen ungeheuer angespornt, einen Erwachsenen zu besiegen.



Worin liegt für Sie der größte Reiz des Schachs?

In der Harmonie der Züge und der Möglichkeit, den Gegner zu besiegen. Am größten ist die Genugtuung, wenn das in schöner Weise gelingt. Wenn man seinen Geist überlegen einsetzen und die Partie in eine bestimmte Richtung führen kann. Leben und Schach sind sich ähnlich.

Auf welche Ihrer Partien sind Sie besonders stolz?

Gegen Bogoljubow gewann ich 1949 in Bad Pyrmont mit Schwarz in 25 Zügen. Es war eine der originellsten Partien, die ich jemals spielte.

Partie zum Nachspielen...

In Hamburg bezwang ich 1965 Botwinnik. Das war eine große Überraschung.

Partie zum Nachspielen...

Diese Leute gehörten zur absoluten Weltspitze, und ich spielte fast naiv gegen sie. Das war gut so, weil ich nicht verkrampfte

Hätten Sie jemals vermutet, dass es einmal eine Schacholympiade in Ihrer Heimatstadt Dresden geben würde?

Nein, nie und nimmer. Nach dem Krieg gab es ja eine Trennung zwischen Ost und West, die vieles behindert hat. Immerhin haben wir aber dann die Olympiaden in München 1958 und in Leipzig 1960 gehabt. Ein Bekannter von mir, Herbert Grätz, hat das Turnier der Nationen in Leipzig mitorganisiert. Er war Sammler wie ich, und ich habe ihn öfter besucht, wenn ich dort zur Buchmesse war.

Welche Erinnerungen haben Sie an Leipzig 1960 noch?

Ich erinnere mich, dass Bobby Fischer damals zum ersten Mal an einer Olympiade teilnahm und die berühmte Partie gegen Tal spielte. Ich selbst hatte im Kampf gegen die Sowjetunion Botwinnik zum Gegner. Der hatte sich mit Weiß sehr gut auf mich vorbereitet und war in meiner eigenen (Benoni-) Variante sehr bewandert. Dann habe ich einen Fehler gemacht. Ich weiß noch, dass ich a6xb5 zog. Ich hätte den Bauern jedoch mit dem Springer schlagen müssen. Das wäre dann ausgeglichen gewesen. So aber verlor ich. Fünf Jahre später in Hamburg konnte ich mich bei Botwinnik revanchieren. Sie haben viele Schacholympiaden bestritten.

Welches Turnier der Nationen hatte eine besondere Wirkung auf Sie?

Da müsste ich kurz nachdenken. Ich habe an insgesamt elf Olympiaden teilgenommen. Vielleicht war es die erste in Dubrovnik, weil sie so Völker verbindend wirkte. Zudem haben wir dort äußerst erfolgreich gespielt und die Bronzemedaille geholt. Mein Freund Wolfgang Unzicker spielte am ersten und ich am zweiten Brett. Wir waren sehr, sehr jung und ehrgeizig. Tatsächlich haben wir uns auf den dritten Rang nach vorn gekämpft. Es war die erste große Begegnung nach dem Kriege zwischen Sportlern aus Deutschland und anderen Ländern.



Es spielten bedeutend weniger Nationen als heute, aber sicher mit genau demselben Eifer.

Auf jeden Fall. Jugoslawien gewann vor Argentinien, die Russen waren noch nicht dabei. Entscheidend aber war die Völkerverbindung, die mich besonders erfreute. Dass eine Nation wie wir, die den schrecklichen Krieg begonnen und verloren hatte, allmählich wieder die Freundschaft der anderen zu spüren bekam.

Wie brisant waren für Sie die deutsch-deutschen Duelle bei Schacholympiaden?

Es war eine Art Konkurrenz innerhalb des Landes. Aus der DDR kam Wolfgang Uhlmann als sehr begabter, riesiger Spieler. Und auf der anderen Seite Wolfgang Unzicker. Untereinander hatten wir Schachspieler keinerlei Probleme. Wir schon gar nicht, die anderen mussten möglichst nicht schlechter abschneiden als wir Westdeutschen.

In sechs Monaten ist Dresden nun Olympiastadt. Spüren Sie bei Ihren Besuchen dort schon so etwas wie Schachfieber?

Auf dem Landes-Presseball im vorigen Monat, der unter dem Motto "Rochade in Schwarz-Weiß" stand, traf ich Wolfgang Uhlmann und Zsuzsa Polgar sowie viele Freunde aus alter Zeit. Es war ein sehr schöner Abend. Ich komme im November natürlich gern als Zuschauer, es ist ja meine Geburtsstadt. Gern hätte ich mir aber noch einige Rahmenveranstaltungen gewünscht, die ich angeregt hatte. Zum Beispiel eine Ausstellung "Schachbilder aus aller Welt und allen Zeiten". Ich hätte viele aus meiner eigenen Sammlung beigesteuert, darunter das erste Ölgemälde von Adolph Menzel "Die Schachpartie" aus dem Jahre 1836 und auch noch moderne Bilder.

Warum wird nichts aus der Exposition?

Weil die Ausstellungsfläche, die wir brauchten, in Dresden nicht zur Verfügung gestellt wird. Es war an eines der Königsschlösser gedacht, dann anderswo. Man hat uns den Verzicht aber erst später offenbart, als ein neuer Sparmaßnahmenplan beschlossen wurde. Das ist sehr schade, weil man gerade zur Olympiade Schach noch mehr als Kulturgut herausstellen könnte. Was hätte das Ganze gekostet? Das hätte gar nicht viel gekostet, nur die Miete für die Räumlichkeiten. Es gab noch ein anderes Projekt, und zwar ein Bühnenstück, das ich heraussuchen sollte. Der frühere DSB-Präsident Alfred Schlya hatte für ein Stück von Karl May plädiert. Es heißt "Babel und Bibel" und ist das einzige Drama, das May je geschrieben hat. In dem Fall hätten Beduinen mit Pferden auf der Bühne ein Schachduell geritten. Also etwas sehr Ungewöhnliches.



Welche Bühne hält das denn aus?

Es hätten ja Pferdeattrappen sein können. Wir hatten schon eine Schülertruppe, 20 bis 30 junge Leute. Sie waren bereit, das aufzuführen. Eine Bühne in Radebeul stand auch zur Verfügung. Aus Kostengründen fällt es ebenfalls aus.

Es wird in Dresden ja ein Kulturprogramm mit Ausstellungen sowie mit dem Musical "Chess" geben. Diese Aktivitäten gehören zum Rahmenprogramm, sind aber wohl nicht das Allerwichtigste an der Schacholympiade?

Das Entscheidende an einer Olympiade ist neben dem Völkertreffen natürlich der sportliche Aspekt. Dass man dort die Größten des Schachs beobachten kann sowie neue Varianten und Kombinationen auf den Brettern. Es kommen ja 150 Länder, das ist schon erstaunlich. Die Schacholympiade ist eine der größten Sportveranstaltungen, die es überhaupt gibt.

Was nehmen Sie sich für die nächsten Jahre vor? Gibt es für Sie ein Leben nach dem Schach?

Das ist ja wie die Frage "Gibt es ein Leben nach dem Tod?" (lacht). Momentan ist es so: Das Turnierschach habe ich längst aufgegeben. Das praktische Spiel übe ich auch kaum noch aus, weil es zu lange dauert. Es war nicht mehr machbar, nebeneinander an Wettkämpfen teilzunehmen, Schiedsrichter zu sein und auch zu sammeln. Das Schach hat unendlich viele Teilgebiete. Auf einigen habe ich mich niedergelassen. Das Sammeln von Schachfiguren zum Beispiel macht mir große Freude. Oder Figuren selbst zu gestalten, ist neuerdings mein Hobby. Und alles eben eine Zeitfrage. Das Leben ist leider viel zu kurz für eine solche Dreifach-, Vierfachbeschäftigung.

Hat Schach Sie klüger gemacht?

Möglicherweise. Ich denke, Schach hilft von vornherein darüber hinweg, dass unser Gedächtnis zu sehr nachlässt. Zum Glück bin ich im Kopf noch beisammen. Wenn man älter wird, bekommt man natürlich Probleme. Aber ich bin bislang von Demenz oder Alzheimer verschont geblieben. Obwohl nicht zu leugnen ist: Wenn man älter wird, wird man einfach anders.

Woran merkt man, dass ein Mensch Talent zum Schachspielen hat?

An seinen Partien, egal, ob es sich um Siege oder Niederlagen handelt. Man sieht auch, wie derjenige eingestellt ist. Zum Beispiel, ob er Verluste auch höflich hinnimmt. Man muss ja fair bleiben. Auch das lernt man beim Schach. Und die Achtung vor dem Gegner, vor einem ausländischen Kontrahenten ebenso. Nicht nur bei Turnieren, auch in kritischen Situationen außerhalb des Spielsaals.

Haben Sie ein markantes Beispiel dafür aus Ihrem langen Leben parat?

Nach Kriegsende, im Jahre 1945 waren russische Besatzer sieben Wochen bei uns in Radebeul im Hause. Dass ich Schach spielte, stimmte sie freundlicher. Sie haben damals zwar unsere gesamte Einrichtung mitgenommen, aber das Schach war eine Brücke, die eine solche Belastung erträglicher machte. Ich war 17 Jahre und spielte mit einem Oberleutnant. Seinen Namen - er hieß Wladimirski - habe ich bis heute nicht vergessen. Zwei Jahre später, nachdem ich mein Abitur gemacht hatte, wurde ich Meister der Ostzone.

Sie wurden 1959 Großmeister. Was für Eigenschaften braucht man aber, um Weltmeister zu werden?

Ungeheuren Willen, Durchhaltevermögen, Fleiß und natürlich Genie. Die Überbegabung muss erkannt, gefördert und ausgebaut werden. Wer sind für Sie die größten Persönlichkeiten der Schachgeschichte? Lasker, Aljechin, Fischer, Karpow, Kasparow. Alle haben sie ihren großen Beitrag geleistet. Bobby Fischer war bei all seinen Eigenheiten ein Glücksfall für das Schach. Er spielte kristallklar und rationell, Karpow ebenso. Kasparow wagte mehr und war ein ausgesprochener Schachkünstler. Schade, dass es nie zu einem Wettkampf zwischen Fischer und einem dieser beiden Russen kam. Obwohl Fischer einer anderen Generation angehörte, wäre das hochinteressant gewesen.

War Bobby Fischer nicht etwas zu alt für ein Match gegen K und K?

Natürlich lässt mit zunehmendem Alter die Spannkraft des Schachspielers allmählich nach. Das ist ein interessantes Thema. Wenn man zeitig beginnt, das zeigt jetzt vor allem der Norweger Magnus Carlsen, kann man schon sehr früh weit oben sein. Aber naturgemäß geht wegen der körperlichen Verfassung irgendwann die Spielstärke zurück. Es ist schwer zu sagen, wann und bei jedem anders. Aber in der Regel zwischen 40 und 50 Jahren.


Über das Match Spassky gegen Fischer in Reykjavik 1972, in dem Lothar Schmid als Schiedsrichter eine Hauptrolle spielt, wurden zahllose Bücher geschrieben. Lothar Schmid zeigt, welches ihm am liebsten ist.

Das Generationsproblem sowie Veränderungen in der Schachszene sieht man auch an anderen Dingen. In Wijk aan Zee habe ich im Januar beobachtet, dass die alten Kämpfer Lajos Portisch und Lubomir Ljubojevic nach ihrer Partie lange analysiert und sich intensiv unterhalten haben. Wassili Iwantschuk und andere Teilnehmer des A-Turniers kamen nach dem Spiel lieber ins Pressezentrum, um im Internet ihre E-Mails zu lesen. Es gibt weniger Kommunikation zwischen den Cracks von heute. Was sagen Sie zu diesem Trend?

Ich habe das so nie erlebt. Die neuen Entwicklungen der Technik bringen andere Lebensweisen mit sich. Das ist überall so. Seitdem es Fernsehen oder Computer gibt, leben die Menschen anders. Man saß früher mehr zusammen und führte Gespräche. Heute guckt man laufend in die neuesten technischen Entwicklungen hinein. Ich bin noch von früher übrig geblieben und schätze die persönliche Begegnung sehr. Aber es ist immer auch eine Zeitfrage. Je älter man wird und je mehr die Forschung voranschreitet, desto weniger Zeit, so scheint es, hat man für sich selbst. Das ist komisch und wohl das Schicksal unserer Generation.

Interessiert es Sie noch so sehr wie zu Ihrer aktiven Zeit, wohin die Schachwelt sich bewegt?

Momentan bin ich mehr mit dem Karl-May-Nachlass beschäftigt, der zum Verkauf steht. Seit über 50 Jahren leite ich den Verlag in Bamberg. Das ist weit mehr als mein halbes Leben. Zudem bin ich fünffacher Großvater. Auch nicht schlecht. Schach ist bei mir - wie gesagt - ein bisschen aufgespaltet: Turniere bestreite ich nicht mehr, das praktische Spiel pflege ich sehr wenig, mit dem Schiedsrichteramt ist es jetzt auch genug. Meine große Bibliothek ist aber noch da und die Schachspielsammlung natürlich auch.

Was bereitet mehr Freude: Bücher herzustellen, zu sammeln oder Schach zu spielen?

Das Verlegen von Büchern ist eine schöpferische Sache. Ich setze die Idee des Autors in die Realität um. Schach ist auch sehr kreativ. Im Sammeln von Büchern vereint sch beides.

Sie besitzen die größte Schachbuchsammlung. Wie viele Titel hat sie?

Das sind etwa 50 000, aber es geht nicht nur um die Anzahl. Es ist eine sehr qualitätvolle Sammlung mit vielen Seltenheiten. Darunter sind frühe Manuskripte, die vor Gutenberg entstanden. Die Geschichte unseres wunderbaren Spiels hat mich immer fasziniert, und ich wandelte auf diesen Spuren. Auch das erste gedruckte Schachbuch der Welt steht in Ihrer Bibliothek. Es ist von Lucena, erschien 1497 und war sehr teuer. Ich überlegte ein halbes Jahr, ob ich es kaufe. Das Buch heißt "Repetition der Liebe und Kunst des Schachspiels". Ein großartiger Titel. Er verbindet Liebe und Schachkunst. Da haben wir es wieder: Schach hat ganz menschliche Züge.

Was treibt sie zu dieser "Sammlerwut"?

Schon sehr früh begann ich damit, weil ich zum eigenen Spielen Schachliteratur brauchte. Im Kriege fing es an, wo es sehr schwer war, Bücher zu bekommen. Die Sammlerwut ist eine ganz menschliche Angelegenheit. Der eine sammelt Bierdeckel, der andere Streichholzschachteln. Hat man drei Stück, ist das schon der Beginn einer Sammlung. Es gibt in jedem Menschen verschiedene Triebe. Das Sammeln ist so einer und eine angenehme Begleitung meines Lebens.

Wer bekommt Ihre einmalige Kollektion, die einen unschätzbaren Wert hat?

Vielleicht mein Enkel Jannis. Er ist sieben Jahre alt und spielt gern mit mir Schach. Auch meine Enkelin Emily interessiert sich mit fünf Jahren schon dafür, wie es geht. Und wenn sie so ein Interesse gewinnen, wie ich es einmal hatte, könnte es sein, dass sie vielleicht die Nachfolger werden. Das muss man noch prüfen.

Haben Sie Ihre intensive Beschäftigung mit dem königlichen Spiel und all seinen Facetten jemals bereut oder hätten Sie aus heutiger Sicht gern noch etwas anderes getan?

Nein. Es war nun mal ein Leben, welches sich so anbahnte. Seit ich mit meinem Schulfreund Schach spielte und meinen Onkel besiegt habe.


Ein Autogramm vom Linkshänder Schmid

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