Schach der Großmeister

25.08.2004 – Die WDR-Sendung "Schach der Großmeister" wurde in der Nacht vom Montag auf Dienstag ausgestrahlt. In einer taktisch geprägten Partie siegte Arkadij Naiditsch gegen Fide-Weltmeister Rustam Kasimdshanov und bestätigte damit seine schon in Dortmund gezeigte gute Form. Die Kommentatorenriege wurde durch den NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück bereichert, der als Kind in einem Schachverein war und sich seine Liebe zum Spiel bis heute bewahrt hat. Mit Hilfe einer Reihe interessanter Gäste, dem Mäzen Wilfried Hilgert, Bodo Schmidt vom neuen Kasimdshanov-Verein Godesberger SK und dem Sammler Thomas Thomsen, bot die Sendung einige spannende Facetten rund ums Schach. Mehr...

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Moderator Dr. Claus Spahn


Die Trophäe für den Sieger

Die WDR-Schachsendung "Schach der Großmeister" ist eine Institutionen im deutschen Schach und kann inzwischen auf eine 20-jährige Geschichte zurückblicken. Dr. Claus Spahn entwickelte als Redakteur die Idee zu einer Live-Schachpartie, die aus dem Fernsehstudio übertragen wird. Zahlreiche bekannte Großmeister haben im Laufe der Zeit hier Platz genommen und gespielt, darunter die Weltmeister Kasparov, Karpov, Anand und Kramnik. Für Analysen und Kommentare sorgen die beiden Großmeister Dr. Helmut Pfleger und Vlastimil Hort. Während Helmut Pfleger auf eine profunde Kenntnis der Schachgeschichte zugreifen kann, besticht Vlastimil Hort durch seinen an Schwejk erinnernden Humor. In der vergangenen Sendung wurden die Kommentatoren vom NRW-Ministerpräsidenten und bekennenden Schachfan und Hobbyspieler Peer Steinbrück unterstützt.

Arkadij Naiditsch gewann im letzten Jahr gegen Jan Timman und traf diesmal als Titelverteidiger auf den frisch gebackenen neuen Fide-Weltmeister Rustam Kasimdhanov.


Dr. Helmut Pfleger


Vlastimil Hort


Peer Steinbrück


Kommentatorenriege mit Dr. Claus Spahn (li.)

Der Ministerpräsident erzählte, wie er als Kind jahrelang gegen seine Großmutter Schach gespielt hat und über sechs oder sieben Jahre chancenlos bleib. Erst mit dreizehn Jahren konnte er gegen sie seine erste Partie gewinnen. "Das war wie Versetzung". Im Ersten Weltkrieg hatte seine Großmutter, die aus Dänemark stammte, Fernpartien gegen seinen in Frankreich dienenden Großvater gespielt. Eines Tages erschien die Militärpolizei und wollte wissen, was da auf den zahlreichen wechselnden Postkarten stand. Man hatte den Verdacht, dass der Steinbrück'sche Großvater  Artilleriekoordinaten mitteilte. Koordinaten war dann ja auch richtig, allerdings Schachkoordinaten, wie ihnen bald klar gemacht wurde.


Arkadi Naiditsch


Rustam Kasimdhanov


Horst Metzing als Schiedsrichter


 

Das Reglement sieht vor, dass der Titelverteidiger mit Weiß zum Gewinn des Pokals die Partie gewinnen muss, dem Herausforderer genügt mit Schwarz ein Remis. Der in Deutschland lebende Usbeke und neue FIDE-Weltmeister Kasimdshanov wählte keine Sicherheitseröffnung, sondern strebte mit dem Marshall-Gambit eine scharfe Partie an. Naiditsch bestätigte seine zuletzt in Dortmund gezeigte gute Form und zeigte sich bestens vorbereitet. Bald hatte der Dortmunder einen großen Zeitvorteil. Kasimdhanov konnte mit einer taktischen Abwicklung Vorteil erringen. Bei knapp werdender Bedenkzeit in einem komplizierten Endspiel kippte die Partie und Naiditsch konnte mit Hilfe eines Freibauern gewinnen.

Die Partie zum Nachspielen...


Matthias Wüllenweber


ChessBase 9

Für taktische Rückendeckung und Informationen zur Eröffnung sorgte Matthias Wüllenweber, Gründer und Geschäftsführer von ChessBase, mit Hilfe von Fritz und der Datenbank ChessBase. In der Sendung nutzte er bereits eine Betaversion von ChessBase 9, das in Kürze erscheinen wird.


Zuschauer im Studio


Schalldichte Kabine mit den Spielern


Wilfried Hilgert

Der Porzer Schach-Mäzen Wilfried Hilger ist seit Jahrzehnten eine der Konstanten im deutschen Schach. Er finanziert den Porzer Schachverein, der in der Bundesliga immer einer der Favoriten ist. Im letzten Jahr gewann man den Titel im Stichkampf gegen Baden-Oos. Inzwischen blickt man auf 10 Meistertitel, 13 Vizemeisterschaften und 8 Pokalsiege zurück. Eine große Rolle spielt die Jugendarbeit. Porz unterhält 17 Jugendmannschaften. Wilfried Hilgert bezifferte den finanziellen Aufwand mit "mehreren Hunderttausend Euro". Für die kommende Saison hat man sich mit Vizeweltmeister Michael Adams verstärkt.


Bodo Schmidt

Einer der glücklichsten Vereine im deutschen Schach ist zur Zeit der Godesberger Schachklub. Denn hier spielt in der nächsten Saison Fide-Weltmeister Rustam Kasimdshanov. Bodo Schmidt erzählte, wie es zur Verpflichtung kam. Godesberg, mit seinen Talenten vor ein paar Jahren U20-Meister, suchte einen Spielertrainer für seine starke Amateurmannschaft, um den Wiederaufstieg in die erste Liga zuschaffen und kam so auf den in Deutschland lebenden Usbeken. Dass dieser dann auch noch Weltmeister wurde, sorgte natürlich für große Freude.


Thomas Thomsen, Präsident der Chess Collectors

Einen faszinierenden kurzen Einblick in die Kulturgeschichte des Schachs lieferte der Präsident der Chess Collectors Thomas Thomsen, der zahlreiche Schachausstellungen in der ganzen Welt organisiert oder ihnen als Berater zur Seite steht.


Régence-Spiel

Der Régence-Satz, mit dem z.B. Philidor und Napoleon spielten, war bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhundert populär


Ein Elefant, der als Dame oder König diente, aus einem indischen Schachspiel des 16.Jahrhunderts. Wert: ca. 50.000 Euro.


Ein typisch abstrakter arabischer Stein, der einen Turm darstellt



822 kam das Schachspiel aus Arabien nach Spanien und verbreitete sich nach Europa. Dieser König aus Bergkristall stammt aus dem 14.Jahrhundert.
 


 

 

 

 

 

 


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