Schach in Kabul

24.05.2003 – Der Krieg in Afghanistan ist zu Ende. Auf die Frage, wie man jetzt den Frieden gewinnt, lautete die Antwort von Frank Boy von der Niederländischen Botschaft in Kabul: "Mit Schach!" Als Mitglied der "Royal Dutch Chess Society 'Discendo Discimus' ", fiel ihm diese Antwort nicht schwer. Mit dem Schachprojekt der Niederländischen Botschaft will man das soziale Leben in Afghanistan normalisieren. Es dient aber auch der Emanzipation der islamischen Frauen. F.M. Hoynck van Papendrechts berichtet. Von Den Haag nach Kabul...

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Von Den Haag nach Kabul

F.M. Hoynck van Papendrechts
Fotos: Judy Vermeulen

Das von der Niederländischen Botschaft in Kabul initierte Schachprojekt war eine Idee von Boy Frank. Boy Frank ist Mitglied des ältesten holländischen Schachclubs, "The Royal Dutch Chess Society 'Discendo Discimus' ", 1862 in Den Haag gegründet. Hier wurde später die FIDE aus der Taufe gehoben. Der Präsident des Schachclubs Alexander Rueb war gleichzeitig Präsident der FIDE. Von 1924 bis 1938 hatte die FIDE ihr Büro in der gleichen Villa ("Het Nationaal Schaakgebouw"), in der auch heute noch die Schachgesellschaft ihren Sitz hat. Hier haben Spieler wie Emanuel Lasker,  Alexander Aljechin, Max Euwe und viele andere gespielt. David Bronstein ist immer noch Ehrenmitglied.

Warum erzähle ich das? Zum Beispiel, weil letzte Woche den berühmten "Gong" der 'Discendo Discimus' (das Geläut wurde 1932 gebaut) nach Kabul geschickt habe. Sein Klang war vielen Weltmeister, berühmten Großmeistern und den Gründern der FIDE wohlbekannt. Deshalb sollte er auch als Symbol für den Neustart des organisierten Schachs in Afghanistan Verwendung finden. Wie man weiß, war Schach unter den Taliban als "Teufelszeug" verboten worden. Der wahre Grund lag aber wohl darin, dass man Intellektuellen keinen Grund liefern wollte, sich zusammen zu setzen.

Als Schachspieler und Mitglied des Niederländischen diplomatischen Dienstes gewann Boy Frank unser Außenministerium als Sponsor für die Auferstehung des organisierten Schachs in Afghanistan. Denn dies dient außerdem einem sozialen Hintergrund, der Wiederbelebung des normalen Lebens und der Emanzipation der (islamischen) Frauen. Nun können sie sich täglich am Schachbrett treffen (auch mit Männern). Das Project reißt dadurch gleichzeitig zwei Barrieren nieder! Vor zwei Jahren wären solche Fotos in Kabul undenkbar gewesen.

Ende des Monats wird es ein Schachturnier in Kabul geben, das von der Niederländischen Botschaft organisiert wird. Im Laufe von drei Wochen haben sich fast 300 Männer und Frauen angemeldet. Partner und Berater ist Van Stockkum Booksellers (vor 200 gegründet und seit einigen Jahrzehnten auch der beste Schachladen der Niederlande). Van Stockum liefert Spielmaterial, eine Grundausstattung an Lehrbüchern, Software und last but not least, Rat und Kontakte (z.B. wie man Afghanistan so schnell wie möglich zum FIDE-Mitglied macht). Freundlicherweise hat sich auch ChessBase an dem Projekt mit einem ChessBase Paket und Fritz-Schachprogramm beteiligt. Beides habe ich schon per "Diplomatenpost" nach Kabul geschickt.

 


Vorstellung des Schach-Projekts

 

 




Gemischte Schachklasse


Kabuler Frauenschachgruppe






 

 


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