Schachkultur in Tschita

von André Schulz
10.08.2015 – Von Tschita hat man selbst zu sowjetischen Schachzeiten eher selten gehört. 1825 wurde nach einem Aufstand die "Dekabristen" hierher verbannt und brachten neben zwangsweise erbrachten Arbeitsleistungen Kultur und Bildung. Derzeit finden hier die Superfinals der russischen Meisterschaft statt. Die Spieler sind freiwillig hier und bringen Schachkultur. Mehr...

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Das "Superfinale" der russischen Meisterschaft findet in diesem Jahr in Tschita statt, einen Ort weit im Osten des Landes, an der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn gelegen (noch hinter Ulan-Ude) und Hauptstadt von Transbaikalien. 1653 als Zeltlager von Kosaken am Zusammenfluss der Ströme Tschita und Ingoda gegründet, erlangte die Stadt Tschita im 19. Jahrhundert eine gewisse Beliebtheit als Verbannungsort von in St. Petersburg unerwünschten Personen. Nach einem Aufstand von Offizieren der russischen Armee, die dem neuen Zar Nikolaus I. im Dezember 1825 den Eid verweigerten, um damit gegen Leibeigenschaft und andere Missstände im Zarenreich zu demonstrieren, wurde die übrigen dieser Dekabristen, und zwar jene, die man nicht schon gehängt hatte, immerhin aber noch 600 an der Zahl, nach Tschita verbannt, um nun Zwangsarbeit zu verrichten. Nebenbei brachten sie auch Kultur und Bildung in diesen Teil des Reiches.

Heute ist alles ganz anders. Die Männer und Frauen, die das Superfinale, die Endrunde der russischen Meisterschaften austragen, sind freiwillig hier, vielleicht hätten sie aber lieber in Moskau oder St. Petersburg gespielt. Kultur und Bildung bringen sie allerdings auch, insofern man Schach dazu rechnen möchte.

Die erste Runde

In den beiden Meisterschaften spielen jeweils 12 Spieler oder Spielerinnen mit. Im Männerturnier fehlen einige bekannte Namen, wie Kramnik, Grischuk, Andreikin, Nepomniachtchi oder Morozevich. Von den ganz jungen russischen Spielern sind Daniil Dubov und Vladislav Artemiev im Rennen.

Vier Spieler starteten mit 1,5 aus 2: Vitiugov, Khairullin, Karjakin und Tomashevsky. In die heutige Siegerliste trugen sich dabei Vitiugov, Tomashevsky und Khairullin ein.

Igor Lysyi

 

Peter Swidler hat die Meisterschaft schon mehrfach gewonnen

 

 

Partien:

 

 

 

Frauenmeisterschaft

Die erste Runde im Frauenturnier

Im Frauenturnier fehlen von den aktiven Spielerinnen und Alisa Galliamova, außerdem Tatiana und Nadeszhda Kosintseva, wobei letztere seit einiger Zeit in den USA wohnt. Den besten Start hatte die junge Aleksandra Goryachkina und Olga Girya mit zwei Siegen. Goryachkina gewann heute gegen Kovalevskaya.

Alexandra Goryachkina holte zwei aus zwei

Valentina Gunina: Eine Niederlage, ein Sieg

Alexandra Kosteniuk startete mit zwei Remis

Partien:

 

 

 

Fotos: Eteri Kublasvili, Vladimir Barsky

 

Turnierseite des Russischen Schachverbandes...

Livestream...

Livestream Frauenturnier...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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