Schulschachkongress in Erfurt

13.11.2009 – Schach in den Schulen ist derzeit ein großes Thema. Mehrer Untersuchungen haben gezeigt, dass Schach auf spielerische und attraktive Weise Qualitäten vermittelt, die auch anderswo in der Schule von Nutzem sind. So  folgten nicht weniger als 130 Lehrer am vergangenen Wochenende der Einladung der Deutschen Schachjugend zum 2. Deutschen Schulschachkongress nach Erfurt. Eine Reihe von Referenten berichteten über ihre Erfahrungen oder Methoden beim Schachtraining. Als Ergebnis einer Podiumsdiskussion vereinbarten die Lehrer die Erarbeitung eines Lehrplans für die Schachausbildung an den Schulen und gaben der Hoffnung Ausdruck, Schach als reguläres Schulfach installieren zu können. Dass diese Hoffnung nicht unberechtigt ist, zeigt die Entscheidung der Hamburger Schulbehörde, die inzwischen das Projekt "Schach statt Mathe" an der Hamburger Schule Genslerstraße als sehr positiv bewertet hat und nun Schach dort für die nächsten drei Jahre zum vollen Schulfach erhob. Zur Deutschen Schulschachstiftung...Bericht und Bilder...

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Schulschachkongress in Erfurt setzt Maßstäbe

Über 130 Teilnehmer, hervorragende Referenten, eine tolle Tagungsstätte - der 2. Deutsche Schulschachkongress im Erfurter Kultusministerium setzte Maßstäbe. Großes Lob von allen Seiten gab es für die Organisation. Alle fuhren mit vielen neuen Anregungen zurück in ihre Schule mit dem festen Willen, Schach noch stärker zu fördern.

Am Freitagabend begann die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion über das Thema „Schach an Schulen – Perspektiven für die Zukunft“.


Kirsten Siebarth, Jörg Schulz


DSJ-Geschäftsführer Jörg Schulz


Kirsten Siebarth


Kirsten Siebart, Publikum

Die Direktorin Küsel-Pelz der Hamburger Grundschule Genslerstraße und der Direktor Sanders der Grundschule St. Sebastian Schule in Raesfeld, die beide Schach als festen Bestandteil ihres Unterrichts eingeführt haben, erzählten beeindruckend von ihren positiven Erfahrungen, die sie unabhängig von einander mit Schach als Unterrichtsfach gemacht haben. Die Trierer Schachstudie gab für beide Schulen den Anstoß zu den Initiativen.

Von der Podiumsdiskussion gingen folgende Forderungen aus:

·        die Trierer Schachstudie stärker zu nutzen im Dialog mit den Kultusbehörden,

·        zu versuchen Schach in die Lehrerausbildung zu bekommen,

·        einen Lehrplan für das Schulfach Schach zu erarbeiten,

·        die Ausbildung zum Schulschachpatent so zu steigern, dass langfristig ein Patentinhaber in jeder Schule mit Schach aktiv ist.

An der Podiumsdiskussion nahmen zudem noch teil Diana Skibbe (Präsidentin Schachbund Thüringen), Niklas Rickmann (Präsident Schachbund Mecklenburg-Vorpommern) und Kirsten Siebarth für die Deutsche Schachjugend und Walter Rädler für die Schulschachstiftung.


Am Samstag fanden in drei Blöcken jeweils vier Workshops statt. Ziel der Workshops war es, für das Schulschach geeignete Trainingsmaterialien vorzustellen und über ihre Einsatzmöglichkeiten zu diskutieren, verschiedene Methoden des Schachunterrichts vorzustellen und den Teilnehmern viele Ideen an die Hand  zugeben.

·        Christian Goldschmidt aus Dortmund erläuterte sein weit verbreitetes und anerkanntes Trainingsmaterial „die Brackeler Schachschule“.

·        Cor van Wijgerden aus der Niederlande präsentierte den Schachlehrern seine weit über die Niederlande bekannte Stapenmethode, die jetzt ergänzt wird durch das neue Schachprogramm „Chesstutor“ zur Stufe 1.

·        Die Trainerlegende Heinz Rätsch aus Thüringen erläuterte, wie man talentierte Kinder erkennt und fördern kann.

·        Timo Schönhof  erläuterte mit Hans-Walter Schmitt die Konzeption der Chesstigers, einer Internetschachschule, die Konzepte und Materialien für das Schachtraining über das Internet erstellt hat.

·        Den Methodenkoffer, der von Patrick Wiebe und Kirsten Siebarth vorgestellt wurde, wollten viele gleich vor Ort kaufen, doch kam dieser Wunsch noch zu früh. Beide Referenten hatten eine umfangreiche Auswahl von Lehrmethoden erst für diesen Kongress erarbeitet und in eine umsetzbare Form gebracht und erstmals präsentiert. Das große Interesse an diesem „Methodenkoffer“ führt dazu, dass sich die Schulschachstiftung sofort an eine Umsetzung setzen wird.

·        Björn Lengwenus führte in die Welt von „Fritz & Fertig“ ein und zeigte, wie man ein Schachlernprogramm in das Schulschachtraining einbinden kann, vor allem durch die vielen spielerischen Elemente, die Teil der Software sind.

 


Cor von Wijgeden demonstriert die Stappen-Methode


Walter Raeder


Heinz Raetsch


Vortrag von Timo Schönhof


Patrick Wiebe referiert


Che

Auf dem Markt der Möglichkeiten stellten Schulen und Schach-AGs ihre Arbeit mit vielen Fotos, Texttafeln inklusive interessanter Trainingsmaterialien vor. Viele kleine Diskussionsgruppen bildeten sich, Ideen wurden ausgetauscht, Fragen beantwortet. Und zudem konnte am Shopstand der Schulschachstiftung umfangreich Trainingsmaterial gekauft werden, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde.

Einen Schulschachkongress mit dieser hohen Teilnehmerzahl und mit so einem hohen Informationsgehalt hat es in Deutschland noch nicht gegeben. Die Veranstalter Deutsche Schulschachstiftung und Deutsche Schachjugend haben schon mit dem zweiten Kongress dieser Art Maßstäbe gesetzt.

In der Schlussrunde des Kongress dankten daher auch alle Teilnehmer mit großen Applaus und je einem Geschenkkorb den Organisatoren Kirsten Siebarth mit ihrem Team und Walter Rädler.

Eine Fortsetzung der Kongressreihe wird es am ersten Wochenende im November 2010 in Hamburg geben. Björn Lengwenus – Schulschachreferent in Hamburg – sprach für Hamburg die Einladung aus.


Björn Lengwenus

Und wer sich schon vorher unter Schachlehrern austauschen will, der kann dies am  20. Februar 2010 tun. Da treffen sich alle schachbegeisterten Lehrer zur Deutschen Lehrermeisterschaft in Oberkochen in der Nähe von Ulm.



Stand der DSJ


Der Stand der Chesstigers


Timo Schönhof

(Walter Rädler, Jörg Schulz)

Fotos: Hans-Walter Schmitt


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