Schweiz: Handy-Streitfall in der Nationalliga

03.09.2007 – Sorab Basel hat in der Schweizer Nationalliga A nach der siebten Runde die Führung übernommen. Basel siegte gegen Luzern während Titelverteidiger Reichenstein gegen Medrioso nicht über ein 4:4 hinaus kam. Im Kampf zwischen Zürich und Medrosio kam es zu einem Protest, als der Züricher Spieler Ralf Hess, sein schon stumm geschaltetes Handy während der Partie ausschalten wollte, das Gerät dieses Ansinnen jedoch mit einer hörbaren Abschaltmelodie quittierte. Erst kürzlich war die Schweizerische Meisterschaft mit "Hilfe" eines Handys entschieden worden. Probleme mit dem Handy beim Schach? Das muss nicht sein. Schon bei anderer Gelegenheit haben wir einen Klingelton (auch als Abschaltmelodie einsetzbar) angeboten, der gute Chancen eröffnet, ungeschoren davon zu kommen. Markus Angst berichtet vom Entscheid des Protestfalls, der nicht nur Schiedsrichter interessieren wird.Wenn das Handy zu oft klingelt (Bericht von der Schweizerischen Einzelmeisterschaft) ...Schweizer Schachbund... ; Nationalliga A: Übersicht...Mehr...

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Viermal 4:4 und ein (Handy-) Streitfall in der 6. NLA-Runde

Die 6. NLA-Runde verlief kurios: Vier Partien (Reichenstein - Biel, Sorab Basel - Riehen, Wollishofen - Luzern und Winterthur - Schwarz-Weiss Bern) endeten 4:4 unentschieden, in der fünften Begegnung (Zürich - Mendrisio 4½:3½) gab es einen Protest. Ausgangspunkt des Streitfalls war wieder einmal ein Handy. Nach rund einer Stunde schaltete der für Zürich spielende IM Ralf Hess sein gemäss eigenen Aussagen auf «stumm» geschaltetes Mobiltelefon aus. Dabei erzeugte das Handy, das er erst neulich gekauft hat und mit dem er noch nicht so vertraut ist, eine kurze Abgangsmelodie, was Mendrisio veranlasste, die Partie nur unter Protest weiterzuspielen. Da Hess gegen IM Renzo Mantovani gewann und die sieben restlichen Begegnungen remis ausgingen, kam der Beurteilung des Protests durch die Turnierleitung matchentscheidende Bedeutung zu.

 

Tatsache ist, dass es gemäss den Regeln des Weltschachbundes FIDE grundsätzlich verboten ist, Handys ins Spiellokal mitzunehmen. Tatsache ist aber auch, dass gemäss den von der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Schachbundes (SSB) im Jahr 2005 erlassenen Bestimmungen in unserem Land Handys ins Turnierlokal mitgenommen werden dürfen, sofern sie ausgeschaltet oder auf stumm geschaltet sind. Weil gemäss der FIDE-Regeln ein Spieler seine Partie nur verliert, wenn sein Handy klingelt, die Abgangsmelodie aber nicht durch ein Klingeln verursacht wurde, liess es die Turnierleitung bei einer Verwarnung für IM Ralf Hess bewenden und bestätigte seinen am Brett errungenen Sieg.

 

Markus Angst

 

 

 


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