Vor 45 Jahren – Bobby Fischer in Island (4)

von Frederic Friedel
16.07.2017 – Bobby Fischer, Herausforderer und Favorit im WM-Kampf gegen Boris Spassky in Reykjavik 1972, verlor die erste Wettkampfpartie auf dramatische Weise. Fischer erklärte, ihn hätten die Kameras gestört. Zur zweiten Partie trat der Amerikaner aus Protest nicht an und verlor kampflos. Damit lag er im Wettkampf 0-2 zurück. Fischer hatte schon einen Rückflug nach New York gebucht, aber spielte die dritte Partie dann doch – in einem Raum hinter der Bühne!

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Bobby Fischer in Island – Schach im Tischtennis-Raum

Nach den Aufregungen seiner Anreise nach Reykjavik, den Vorbereitungen für das "Match des Jahrhunderts" in der Laugardalshöllin und der katastrophalen Niederlage, die er in der ersten Partie erlitten hatte, stand Herausforderer Bobby Fischer kurz davor, den Wettkampf gegen Spassky abzubrechen und nach Hause zurückzufahren.

Fischer hatte sich bei Schiedsrichter Lothar Schmid beschwert, dass die Kamera, die durch ein Loch im blau-weißen FIDE-Logo, das am Bühnenende aufgehängt war, Filmaufnahmen machte, stören würde.

Vor der zweiten Partie verlangte Fischer, dass alle Fernsehkameras abgebaut und die vorderen Zuschauerstuhlreihen entfernt werden sollten.

Die zweite Partie sollte Donnerstag, den 13. Juli, gespielt werden. Die Kameratürme wurden abgebaut und die Kameras in zwei kleine Nischen über der Bühne, wo sich die Klimaanlage befand, gebracht. Von dort konnten sie das Geschehen durch zwei kleine Löcher filmen. Hauptschiedsrichter Lothar Schmid kam um 14.40 in den Spielsaal, um sich das Kameraarrangement anzuschauen. "Wenn Bobby dagegen protestiert," erklärte er, "dann entscheide ich gegen ihn."

Um 16.30 telefonierte Fischers Manager Fred Cramer vom Spielsaal aus mit Bobby und meinte: "Die Türme sind weg und die Kameras hinter der Bühne. Sie haben einen guten neuen Platz für die Kameras gefunden – man kann sie weder sehen noch hören!" Aber Fischer blieb unnachgiebig: "Ich will, dass alle Kameras verschwinden!" Er weigerte sich, zum Spielsaal zu kommen. Um 17.00, dem offiziellen Beginn der Partie, trat Schmid auf die Bühne und setzte Fischers Uhr in Gang. Der Herausforderer hatte jetzt noch 60 Minuten Zeit, um seinen ersten Zug zu machen. Andernfalls würde er die Partie kampflos verlieren.

Gudmundur Thorarinsson, der Präsident des Isländischen Schachverbands (Bild) schlug daraufhin vor, dass Fischer die zweite Partie unter Protest spielen sollte – worauf Bobby einfach meinte: "Glaubt er, ich bin ein Trottel? Sag Thorarinsson, wenn sie mich nullen und ich die Partie kampflos verliere, dann war's das: ich nehme das nächste Flugzeug nach Hause." Großmeister Fridrik Olafsson intervenierte und rief um 17.47, nachdem er mit Fischer gesprochen hatte, bei Schmid an und sagte ihm: "Bobby spielt, aber man muss Spassky fragen, ob er einverstanden ist, dass die Uhr zurückgesetzt wird." Schmid antwortete: "Das kann ich nicht. Bobby hat noch zwölf Minuten Zeit, um einen Zug zu machen." Um 18 Uhr ging Schmid zum Spieltisch und hielt die Uhr an. "Mr. Fischer ist im Spielsaal nicht erschienen," verkündete er. "Nach Punkt fünf des Amsterdamer Abkommens verliert er die Partie kampflos."

Nach zwei Partien stand es 2-0 für Spassky

Was dann geschah hat Prof. Dr. Christian Hesse in seinem Artikel Ein großer Moment im Schach. It is part three of a 2008 article series you might be interested to read. Links are given at the end of this article:

Bobby Fischer protestierte in einem langen, an Lothar Schmid gerichteten, Brief, den er persönlich in den frühen Morgenstunden des 14. Juli in Schmids Hotelzimmer übergab, offiziell gegen die kampflose Niederlage. Ein weiterer Anwalt von Fischer, Andrew Davis, kam ein paar Stunden später aus den USA an, um die Mitglieder des Wettkampfkomitees zu überzeugen, Schmids Entscheidung zu überstimmen. Das Komitee traf sich zehn Uhr morgens am gleichen Tag. Es bekräftigte die Entscheidung des Schiedsrichters.

Nach dieser Entscheidung bat Fischer Fred Cramer, sein Chefassistent in Reykjavik, sich darauf vorzubereiten, Island zu verlassen. Kurze Zeit später bekommt er eine Reservierung für den 15:15 Uhr Flug nach New York am 17. Juli. Fischer meinte zu Cramer: “Ich möchte, dass du diese Tickets heute abholst und hier zu mir bringst. Dann möchte ich, dass du dir einen Plan ausdenkst, wie ich unbemerkt zum Flugzeug komme. Sie könnten versuchen, mich daran zu hindern. Das muss geheim sein.”

Währenddessen befindet sich Henry Kissinger in San Clemente, Kalifornien, und ist bei einem amerikanisch-sowjetischen Gipfeltreffens in ausführliche Gespräche mit dem sowjetischen Botschafter Anatoly Dobrynin verwickelt. Irgendwann im Laufe des Tages fand er die Zeit, Reykjavik 22322 anrufen zu lassen, die Nummer, unter der Fischer zu erreichen war. Außerdem trafen noch zahlreiche Telegramme an, in denen Fischer aufgefordert wurde, zu spielen.

Am gleichen Tag traf sich Fischer nachmittags zum Essen mit einer älteren Dame, Lina Grumette, die er vor langer Zeit in Kalifornien kennen gelernt hatte. Später erzählte sie: “Ich habe ihm die Hölle heiß gemacht. Ich habe ihm erzählt, wenn er aus dem Match aussteigen würde, dann wäre er erledigt. Überall, wo Schach gespielt wird, wäre er ein Schimpfwort. Oh, ich habe es ihm wirklich gegeben. Er hat sehr ernsthaft zugehört. Er sagte nicht, er würde spielen, aber ich habe ihn aufgerüttelt und ich glaube, er war froh.”

Am Nachmittag des 15. Juli traf ein Telegramm für Lothar Schmid ein: “Falls Fischer zur dritten Partie nicht erscheinen sollte, entscheidet der Präsident der FIDE wie folgt Stopp wenn Fischer zur vierten Partie nicht erscheinen sollte, dann wird der Wettkampf abgebrochen und Spassky zum Weltmeister erklärt Stopp Euwe“

Es ist schwer zu sagen, was schließlich den Ausschlag gegeben hat. Vielleicht war es Kissingers Anruf oder das Gespräch mit Lina Grumette oder die Telegramme, die er erhalten hatte, oder eine Mischung aus all diesem. Sein Anwalt Paul Marshall erzählte später: “Bobby hatte genau so viel Angst Island zu verlassen wie er gehabt hatte, nach Island zu kommen. Als eine Entscheidung gefällt werden musste, war seine Angst vor dem Unbekannten größer als seine Angst zu spielen. Aber täuschen Sie sich nicht, er fürchtete sich zu spielen.”

Bekanntlich hat Fischer die Entscheidung, weiter zu spielen, fast in allerletzter Minute getroffen, am Sonntag, den 16. Juli, der Tag, an dem Partie drei angesetzt war, irgendwann im Laufe des frühen Nachmittags. Zuvor hatte er Cramer gebeten, seine Reservierung auf den letzten Flug, der an diesem Tag von Reykjavik ging, umzubuchen. Gegen drei Uhr nachmittags klopfte Cramer an Fischers Tür, um ihn für den Flug abzuholen. Fischers Sekundant, William Lombardy, öffnete die Tür und Paul Marshall war ebenfalls im Zimmer, in dem überall verstreut Telegramme lagen.

Fischer: “Dieser Zweipunkte-Rückstand macht es schwer. Aber ich kann es immer noch schaffen.”

Marshall: “Ich weiß, dass du das kannst, Bobby.”

Fischer: “In Ordnung. Aber du musst mich ins Hinterzimmer kriegen.”

Marshall handelte, indem er Schmid anrief und ihm sagte, Fischer hätte sich einverstanden damit erklärt, zu spielen, wenn die dritte Partie in einem kleinen, etwa drei mal neun Meter großen abgetrennten Raum hinter der Bühne ohne Kameras stattfinden würde, außer Sichtweite der Zuschauer in der Haupthalle. Normalerweise wurde hier Tischtennis gespielt. Der Vertrag von Amsterdam, den beide Spieler unterzeichnet hatten, legte fest, dass eine Partie in dieses Zimmer verlegt werden konnte, wenn es in der Haupthalle zu einer Störung kam. Aber da es keine Störung gab, meinte Schmid, er würde seine Kompetenzen überschreiten, wenn er Partie drei einfach dorthin verlegte. Er musste Spasskys Einverständnis bekommen. Er rief den Weltmeister sofort an. Spassky sagte: “Pozhaluista” (Ich habe nichts dagegen.) Er traf die Entscheidung, ohne sich mit seinem Team zu besprechen. Die Teammitglieder erfuhren erst davon, als sie ihre Plätze im großen Zuschauerraum einnahmen. Spassky war der Meinung, er müsste Fischer für den Gratispunkt etwas zurückgeben.

Wenig später, ein paar Minuten vor fünf Uhr Nachmittags, befand sich Lothar Schmid in dem Tischtennisraum. Er enthielt nicht sehr viel mehr als einen schwarzen Chromsessel für Fischer und einen einfachen Stuhl für Spassky sowie einen Spieltisch.

Wenig später, ein paar Minuten vor fünf Uhr Nachmittags, befand sich Lothar Schmid in dem Tischtennisraum. Er enthielt nicht sehr viel mehr als einen schwarzen Chromsessel für Fischer und einen einfachen Stuhl für Spassky sowie einen Spieltisch.

Schmid öffnete ein Fenster. Man könnte hören, wie draußen Kinder spielten. Spassky kam kurze Zeit später und suchte nach Fischer. Aber er war nicht da. Spassky setzte sich ans Brett. Dann kam Fischer an. Und sein Blick fiel sofort auf eine Fernsehkamera, die in der Decke installiert worden war, um die Partie für die Zuschauer in der Haupthalle, die Journalisten im Presseraum und die Kommentatoren zu übertragen. Die Kamera war in Decken eingehüllt. Die Zuschauer hatten jeder 5 Dollar bezahlt und manche beschwerten sich später, dass nur ein Fernsehschirm und nicht die wirkliche Partie zu sehen war.

“Keine Kameras!”, brüllte Fischer. Er ging im Zimmer auf und ab, wobei er die Schalter an der Wand an- und ausschaltete. Schmid bat ihn, damit aufzuhören, da Spassky dadurch gestört würde. “Halt den Mund, Lothar!”, brüllte Fischer Schmid an.

Spassky wurde weiß und stand auf. Schmid erinnerte sich später: ”Als Bobby mich anschrie, war Boris aufgebracht und sagte “Wenn ihr nicht aufhört zu streiten, dann kehre ich in Halle zurück und verlange, dort zu spielen.” Spassky war bereits an der Tür. Schmid geriet in Panik. Er flehte Spassky an: ”Boris, du hast es versprochen.” Spassky zuckte mit den Schultern. Schmid wandte sich an Fischer: ”Bobby, bitte sei freundlich.” Schmid erinnert sich: ”Ich hatte das Gefühl, es gab nur eine Möglichkeit, sie zusammenzubringen. Sie waren zwei erwachsene Jungs und ich war der Älteste. Ich packte beide und drückte sie an der Schulter auf ihre Plätze und sagte: ”Spielt jetzt Schach!” Und beinahe automatisch führte Spassky den ersten Zug aus, 1. d4, den gleichen, den er in Partie 1 gespielt hatte.”

Fischer überlegte erst noch weiter, ob er bleiben oder gehen sollte. Aber dann nahm er um 17:09 seinen Königsspringer und zog ihn nach f6. Sein Wunsch, Schach zu spielen, hatte die Oberhand gewonnen. Der Weltmeisterschaftskampf war gerettet. Die Zuschauer in der Halle klatschten starken Beifall. Den die Spieler jedoch nicht hören konnten.

Die dritte Partie wurde von einer einzigen Kamera aufgenommen. Fischer sorgte dafür, dass sie unbeweglich war.

In der Halle verfolgten die Zuschauer die Partie auf einem Monitor mit grobkörnigen Bildern. Am Demobrett analysierten Großmeister die Züge.

Die hier beschriebenen Ereignisse bilden den psychologisch entscheidenden Moment des gesamten Wettkampfs. Fischer lag zwei ganze Punkte zurück. In seinem ganzen Leben hatte er noch nie gegen Spassky gewonnen. In Partie 1 hatte er eine Remisstellung verdorben. Und jetzt hatte er Schwarz. Als er in das kleine Zimmer hinter der Bühne kam, war sein Gesicht grau-weiß, beinahe grün. Aber er spielte die dritte Partie praktisch vom ersten Zug an auf Gewinn, wobei er früh ein völlig neues Konzept verfolgte. Er spielte diese Partie, als ginge es um sein Leben. Und er gewann sie mit sehr feinem Spiel. Sie änderte die psychische Verfassung beider Spieler. Fischer hatte sich bewiesen, dass er Spassky schlagen konnte. Und mit Schwarz.

Boris Spassky und Christian Hesse in Bonn 2007

Am 21. Januar 2007 gab Boris Spassky in Bonn eine Simultanvorstellung. Vor der Veranstaltung sprachen er, Lothar Schmid und Dr. Helmut Pfleger vor zahlreichem Publikum über die Ereignisse und die Psychologie des Wettkampfs in Reykjavik.

Nach der Veranstaltung lud eine kleine Gruppe, darunter Schmid und der Autor, Spassky in ein örtliches Restaurant zum Abendessen ein.

So konnte ich ihn über die Situation vor Beginn der dritten Partie in Reykjavik befragen. Spassky meinte, als Fischer mit Schmid zu streiten begann und sagte, er solle den Mund hatten, hätte er selbst aufstehen und sagen sollen: “Meine Herren, unter diesen Umständen spiele ich nicht. Ich gehe. Sie können diese Partie als kampflose Niederlage werten, aber ich spiele nicht. Fischer wäre in einer sehr schwierigen psychologischen Situation gewesen. Aber ich habe diese Gelegenheit verpasst.”

So sieht der Raum, in dem die dritte Partie gespielt wurde, 2017 aus

Der Raum wird auch fürs Ballett genutzt, deshalb auch die Spiegel auf beiden Seiten.

 

Auch im Film Bauernopfer spielte die dritte Partie eine Rolle

Das Cover der Chess Life & Review Ausgabe vom Juni 1972 (ein Klick  auf das Bild macht es größer) zierte ein von Bob Walker gezeichneter Cartoon, in dem man sieht, wie sich Boris Spassky vor dem Wettkampf mit Leonid Breschnew und Alexei Kosygin berät.

In der Chess Life & Review Ausgabe vom September 1972 schrieb Robert Byrne, der in Reykjavik vor Ort gewesen war: "Obwohl er nur wenig geschlafen hatte, entschied sich Fischer in der dritten Partie mit Schwarz für das kämpferische Benoni und fegte Spassky vom Brett. Im 11. Zug spielte Bobby radikal-energische ...Sh5 und kam wenig später zu einem der einseitigsten Siege in einem Weltmeisterschaftskampf. Das erste Mal in seinem Leben konnte er gegen Boris gewinnen, der ihn bereits vier Mal am Brett geschlagen hatte, die erste Wettkampfpartie mitgerechnet. Damit stand der Wettkampf jetzt 2-1 für für Spassky."

Partie 3 - mit Analysen von Sagar Shah

[Event "Reykjavik World Championship"] [Site "Reykjavik"] [Date "1972.07.16"] [Round "3"] [White "Spassky, Boris Vasilievich"] [Black "Fischer, Robert James"] [Result "0-1"] [ECO "A77"] [WhiteElo "2660"] [BlackElo "2785"] [Annotator "Sagar Shah"] [PlyCount "82"] [EventDate "1972.07.11"] [EventType "match"] [EventRounds "21"] [EventCountry "ISL"] [SourceTitle "MainBase"] [Source "ChessBase"] [SourceDate "1999.07.01"] {This was perhaps the most important game of the match. Fischer was trailing 2-0. He had never beaten Spassky in a competitive game before this encounter. Here, he not only beat Spassky, but did so in great, great style.} 1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 c5 $5 {When you are trailing the match by two points, what should be done? Many players would like to make a quick draw and get back into the groove. Not Fischer. He wanted to win at all costs, and for that he was also ready to employ the Benoni.} 4. d5 exd5 5. cxd5 d6 6. Nc3 g6 7. Nd2 $5 { This is one of the main responses against the Benoni. It was a favourite of Tigran Petrosian. White plays positionally, builds up a strong centre and through accurate prophylactic moves tries to take the fun out of Benoni.} Nbd7 8. e4 Bg7 9. Be2 O-O 10. O-O Re8 11. Qc2 {White has played the opening in Typical fashion. In fact Petrosian now loved to continue with a4, followed by Ra3. With this manoeuvre, the rook gets off the diagonal of the g7 bishop and also proves to be useful for defence on the third rank.} Nh5 $5 {What?!! Did Fischer overlook that his knight on h5 can be taken by the white bishop? Of course, not! This move, ...Nh5, just like ...Bxh2 in game one, shook the chess world. It turned out to be one of the most amazing pieces of home preparation ever seen at the World Championship level.} 12. Bxh5 {Taking this knight is, of course, the correct decision.} gxh5 {Black has this ugly doubled h-pawns. While optically this is a disaster, practically it is not so bad. Black gets to use the h-pawn as a battering ram into White's position. Also the g-file has opened up, which can be used for an attack, and most importantly, White had to give up his crucial bishop.} 13. Nc4 (13. a4 {with the idea of Ra3 and swinging the rook to the kingside was a worthy idea to consider.} Ne5 14. h3 f5 15. f4 Nf7 16. Nc4 b6 $132 {[%cal Gc8a6]}) 13... Ne5 14. Ne3 (14. Nxe5 Bxe5 15. Be3 {could have been the simple way to play the position. But I think Black should be fine after} f5 $5 $132) 14... Qh4 15. Bd2 Ng4 16. Nxg4 (16. h3 Nxe3 17. Bxe3 Kh8 $132 {Black already has excellent play.}) 16... hxg4 {Black has solved his doubled h-pawn issue. Now along with the excellent pawn strucutre, he also has the bishop pair.} 17. Bf4 Qf6 18. g3 Bd7 {Now everything is ready for queenside expansion.} 19. a4 b6 {Black goes slow. He realizes that ...a6 will be met with a5. Hence first begins with this move and then a6 followed by b5.} 20. Rfe1 a6 21. Re2 (21. e5 $2 dxe5 22. Ne4 Qg6 $17) 21... b5 22. Rae1 Qg6 23. b3 Re7 24. Qd3 Rb8 25. axb5 axb5 26. b4 $6 {Usually the move b4 is played to fix the b5 pawn and also gain the d4 square. But here the white knight is quite far from the d4 square and hence ...c4 is the right move.} c4 $17 { Along with all his trumps, Black now also has a protected passed pawn.} 27. Qd2 Rbe8 28. Re3 h5 (28... Bxc3 29. Qxc3 Rxe4 $17 {winning a pawn was the computer's way of playing the position. Fischer hits on this plan only after repeating the position for a few moves.}) 29. R3e2 Kh7 30. Re3 Kg8 31. R3e2 Bxc3 32. Qxc3 Rxe4 33. Rxe4 Rxe4 34. Rxe4 Qxe4 35. Bh6 Qg6 36. Bc1 Qb1 37. Kf1 (37. Kg2 Bf5 $19) 37... Bf5 38. Ke2 Qe4+ 39. Qe3 (39. Kf1 Qh1+ 40. Ke2 Bd3+ $19 ) 39... Qc2+ 40. Qd2 Qb3 41. Qd4 (41. Qe3 c3 $19) 41... Bd3+ {The b4 pawn also falls. This was the first time that Fischer scored a win over Spassky in a competitive game. What a morale boosting victory for the American! After this game he really started believing that he could beat Spassky and become the World Champion. This game will always be remembered for the move ....Nh5! Knights on the rim aren't always dim!} 0-1

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Chefredakteur der englischen ChessBase-Seite. Hat in Hamburg und in Oxford Philosophie und Linguistik studiert und sein Studium mit einer Arbeit über Sprechakttheorie und Moralsprache abgeschlossen. Eine Karriere an der Universität gab er auf, um Wissenschaftsjournalist zu werden und Dokumentationen für das deutsche Fernsehen zu produzieren. Er ist einer der Mitbegründer von ChessBase.
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