Wo ist Kasparov?

27.11.2007 – Die russische Regierung hat in den vergangenen Tagen heftige Kritik für ihr Vorgehen gegen die Opposition erhalten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat in einer Stellungsnahme die Besorgnis der Bundesregierung zum Ausdruck gebracht. Diese bestehe darauf, dass die Freiheit der Meinungsäußerung in Russland gewährleistet werde, besonders vor Wahlen. Der Menschenrechtsbeauftragte Günther Nooke bezweifelte in einem Interview mit Deutschlandradio, dass die bevorstehenden Duma-Wahlen fair verlaufen würden. Die Wahlgesetze seien im Vorfeld so verändert worden, dass das gewünschte Ergebnisse erreicht werden kann. Gemäß russischen Quellen stünde das Ergebnis bereits fest, so Nooke. Wegen Beschränkungen, die den neutralen Wahlbeobachtern auferlegt wurden, hatte die OSZE auf eine Beobachtung der Wahl verzichtet. Putin macht die USA für diese Maßnahme verantwortlich. Diese will die Wahl diskreditieren. Kasparov ist indes weder für seine Anwälte oder Angehörigen erreichbar. Sein genauer Aufenthaltsort ist unbekannt. Wiener Zeitung... Tagesspiegel... Welt... NRCU... Deutschlandradio: Interview mit Günther Nooke... , Steinmeier-Kommentar: Video im Stern...Mehr...

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Wo ist Kasparov?
Von Luise Ihl-Behrend

Das Gelände auf dem Sachorov Prospekt, das den Demonstranten für ihre Protestkundgebung zugestanden wurde, war durch einen Metallzaun abgesperrt. Zugnag erlangte man nur nach einer eingehenden Kontrolle durch einen Metalldetektor. Die Ansprachen verschiedener Redner war durch Krach aus Lautsprechern gestört, die man auf einer bewachten Baustelle in der Nähe installiert hatte.

Kasparov wurde aus einer Gruppe von Personen, die ihn umgaben, gezielt heraus gegriffen und in einem Fahrzeug der Polizeikräfte abtransportiert. Als Begründung für die Verurteilung wurde "Organisation einer verbotenen Demonstration" angegeben.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wies jeder Kritik zurück. Versammlungsrecht und Redefreiheit seien in der russischen Verfassung verankert, "aber jeder offenkundige Verstoß gegen diese Regeln sei natürlich eine Provokation.“ (Interfax).

Nach russischen Quellen ist es dem ehemaligen Schachweltmeister und Mitglied der Gesellschaftskammer Anatoly Karpov nicht gelungen ins Gebäude der Moskauer Kriminalpolizei, Petrovka, 38, zu gelangen, um Garri Kasparov zu sehen. Auf der Internetseite von Kasparov wird zudem berichtet, dass seine Mutter versucht hätte dort Lebensmittel für ihn abzugeben. In der Petrowka 38 sagte man ihr jedoch, dass er keine Lebensmittel bekommen dürfe, da die Leitung des Untersuchungsgefängnisses es verboten hätte, und dass Kasparov nicht in der Petrovka 38, sondern in der Giljarovskijstraße untergebracht sei. Als seine Anwältin sich dorthin begab, erfuhr sie, dass Kasparov nicht dort sei. Es bleibt also unklar, wo Kasparov seine Strafe von fünf Tagen abbüßen muss.

Quellen: kasparov.ru  und echo.msk.ru  Datum  27.11.07

 

 

 


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