Worldcup: Finalauftakt mit Donnerschlag

von André Schulz
01.10.2015 – Wer glaubte, das Finalmatch des Worldcups zwischen Svidler und Karjakin könne vielleicht langweilig werden, wurde heute eines Besseren belehrt. Die erste Partie begann mit 1.Sf3 zwar ruhig, nahm dann aber in rasanter Weise Fahrt auf. Karjakin fand keine harmonische Figurenaufstellung und scheiterte an einem deplatzierten Läufer auf b7. Svidler nutze dies auf energische Weise aus. Mehr...

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Ein Ruhetag wurde den beiden Finalisten gegönnt, bevor heute beim Worldcup in Baku mit dem Finale die letzte Runde eingeläutet wurde. Peter Svidler und Sergey Karjakin sind die beiden Finalisten. Beide haben mit dem Erreichen des Finales auch schon die Teilnahme am nächsten Kandidatenturnier klargemacht. Es geht allerdings noch um den 1. und 2. Platz und um die damit verbundene Preisgeldausschüttung. Der Unterschied beträgt 40.000 USD (Netto 32.000 USD). Das Preisgeld für Platz1 beträgt 120.000 USD (Netto 96.000 USD), der Zweite erhält 80.000 USD (Netto 64.000 USD). Die Abzüge in Höhe von 20% gehen dabei nicht an die Steuer, sondern an die FIDE.

Auf dem Weg ins Finale hat Sergey Karjakin insgesamt 26 Partien bestritten, bei Svidler waren es 20. Besonders der Stichkampf gegen Pavel Elajnov im Halbfinale war für Karjakin nervenaufreibend. Am Ende benötigte er auch eine gute Portion Glück. Nach dem Halbfinale zollten sich die beiden ehemaligen Mannschaftskollegen aus der ukrainischen Nationalmannschaft Respekt und tauschten Höflichkeiten aus.

 

 

 

Svidler, der den Worldcup ja schon einmal gewonnen hat, äußerte, dass er unbedingt ins Finale kommen wollte, denn wahrscheinlich wird dies seine letzte Chance sein, in einem Kandidatenturnier um die Weltmeisterschaft mitzukämpfen. Svidler ist in diesem Jahr 39 Jahre alt geworden - kein Alter für einen Schachprofi! Da geht noch etwas!

Zu den einzelnen Runden des dreiwöchigen Sportereignisses haben die Schachfans aus Baku den Organisatoren nicht gerade die Türen eingerannt, aber zum Finale hat sich das Interesse nun doch etwas erhöht.

Egal wer gewinnt, diese Flagge ist immer richtig

Im Unterschied zu allen anderen Runden wird das Finale des Worldcups auf vier reguläre Partien ausgetragen. Bei Gleichstand folgt der übliche Stichkampf. Die Auslosung ergab, dass Svidler heute mit Weiß beginnen durfte oder musste, je nachdem, wie man es sehen möchte. Für die erste Partie wählte Svidler den Königsindischen Angriff.

 

In einer für diese Eröffnung typischen Position waren die Möglichkeiten zunächst ausgeglichen. Doch mit seinem "mysteriösen Turmzug" 15.Tc1 leitete Svidler ein aktives Spiel im Zentrum ein, dass Karjakin vielleicht unterschätzt hatte. Nach der Öffnung des Zentrum erhielt Svidler das aktivere Figurenspiel und übte Druck auf die schwarze Position aus, der schnell immer größer wurde. Schon im 22. Zug kollabierte Karjakins Position.

 

Svidler-Karjakin, 1. Partie

 

 

 

Partien der Runden 1 bis 6

 

 

Fotos: Turnierseite


Die Paarungen als pdf bei der FIDE...

Turnierseite...


Themen Worldcup 2015

André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Kurt Utzinger Kurt Utzinger 02.10.2015 09:46
Eine von Schwarz schlecht gespielte Partie. Züge wie 12...b4?! (statt 12...h6) und 15...Tf7? (statt 15...Dd7) und 16...bxc3 ?! (statt 26...cxd4) zeigen, dass S. Karjakin einen schlechten Tag erwischt hat.
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