Wundersame Welt des Orients

15.04.2011 – Im Spitzenspiel der fünften Runde des Dubai Opens besiegte Mikheil Mchedlishvili den bis dato mitführenden Sergey Volkov und zog dadurch mit Parimarjan Negi gleich, der mit Csaba Balogh den Punkt geteilt hatte. Ebenfalls zur Spitze aufschließen konnte Elofavorit Krishnan Sasikiran nach seinem Sieg über Stelios Halkias. Hinter den drei Führenden (4,5 P.) folgte eine Gruppe von 17 Spielern mit einem halben Punkt Rückstand. Niclas Huschenbeth besiegte die Tschechin Katerina Nemcova und rückte auf Platz 26 vor. Der deutsche Meister gehört zu einer kleinen Hamburger Delegation, die am gestrigen Vormittag einen Ausflug zum größten Gebäude der Welt machte, dem Burj Khalifa, fast 1 km hoch (828 Meter). Allerdings befindet sich die Aussichtsplattform schon im 124. Stock. Unterwegs (nach oben) bietet das Haus hanseatische Gastronomie ("Nordsee"), ein Aquarium und einen "Gold to go"-Automaten. Später gab es über der Wüste ein leibhaftiges Gewitter. Wo die Scheichs das gekauft haben, ist unbekannt. Andreas Albers berichtet in Wort und Bild. Turnierseite... Ergebnisse bei Chess-results...Bericht, Bilder, Stand, Partien...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

 

Ein Wiedersehen mit Dubai!
Von Andreas Albers

Nach drei Jahren Pause treibt es mich endlich wieder in die Wunderstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Dubai ist für viele Wunderdinge des Luxus und der Architektur bekannt, hat aber für uns vor allem auch ein perfekt organisiertes Open zu bieten. So verbindet dieses Jahr eine vierköpfige Truppe aus Hamburg modern-orientalischen Urlaub mit sportlichem Wettkampf und kommt auf allen Ebenen auf seine Kosten.

Das Turnier, mit reichlich Titelträgern und talentierten Jugendlichen ausgestattet, bringt jedes Jahr schon zu Beginn seine Überraschungen mit sich. Diesmal hätte es beinahe den Doppelolympiasieger Vladimir Akopian aus Armenien erwischt, der gegen den 14 jährigen Inder Das Sayantan nach Expertenmeinung bereits nach 7 Zügen komplett auf Verlust stand.


Das hätte auch mal schief gehen können!“

GM Csaba Balogh raunte mir während der Partie zu: „Unglaublich, ich habe in dem Alter auch diesen Trick versucht, aber meine Gegner mit 2200 Elo haben das immer vermieden, offensichtlich reicht es nur für 2675 Elo!“ Doch der Armenier zeigte die gewohnte Zähigkeit und am Ende stand ein sehr glücklicher Sieg für den Favoriten. Eine ganze Reihe von GMs sind nicht so glimpflich davon gekommen, so bekamen Jon Ludvig Hammer und Aleksei Aleksandrov gleich mal eine Null auf den Zettel geschrieben.


Vorne bekommt GM Emanuel Berg wenigstens noch einen halben Punkt gegen Dinara Saduakassova
(15 Jahre, Elo 2208), dahinter vergräbt „The Hammer“ sein Gesicht, kann das Elend aber nicht vermeiden.

Für die Hamburger Delegation, bestehend aus dem Deutschen Meister Niclas Huschenbeth, Jonathan Carlstedt, Jade Schmidt und Andreas Albers, lief die erste Runde nach Erwartung, so dass wir guten Gewissens uns dem Touristikprogramm widmen konnten:


Dieser gepflegte Park ist nichts anderes als der Eingangsbereich der Metro, die seit ein paar Jahren in Betrieb ist.


Statt Grafiti-verschmierten Wänden, Kamele, Falken, Wüste und Pferde

Dubai wächst und wächst, überall schießen die Baustellen aus dem Boden


Rechts fertig, links fast fertig

Und dann sind wir am ersten Ziel angekommen:


Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt!)

Ein ganzes neues Stadtviertel wird hier gebaut, der Mittelpunkt des Ganzen ist allerdings bereits fertig. 2004 wurde der erste Baustein gelegt, nun ragt das gigantische Bauwerk in Richtung Himmel. 828 Meter ist hiermit der Weltrekord für ein von Menschen gebautes Gebäude!

Die Touristenströme sind gewaltig, so muss man für die Besichtigung bereits 2 Tage im Voraus bestellen.


Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, der Herrscher über die Stadt…


 …und seine Botschaft an die Menschheit

Geführt durch mehrere Lichtershows geht es in das Innere des Turms. Kurz vor dem Fahrstuhl scheint sich das Haus selber an seine Besucher zu wenden:


Dokumentationen der Bauphase


Und die Vogelperspektive


I am the power…

Mit dem, angeblich, schnellsten Fahrstuhl der Welt, begleitet von Musik; geht es mehr oder weniger nach „oben“. Auf Ebene 124 ist die Aussichtsplattform, es geht noch weiter, aber vermutlich wird dann die Luft zu dünn..


Niclas, Andreas und Jade in Stock 124


Das Wort „Wolkenkratzer“ werden wir in Zukunft wohl vorsichtiger gebrauchen angesichts dieser „Häuschen“


Ein sogenannter Verkehrsknotenpunkt!


Und wie gesagt, von Ebene 124 geht es noch mal ordentlich nach oben.


Die „Macher“ dieses Wunderwerks

Nach einer halben Stunde ist unsere Ausflug in die Höhe wieder vorbei und wir wenden uns der „Dubai Mall“ zu, dem, natürlich, größten Einkaufcenter der Welt; direkt im Schatten des Burj Khalifa


Von oben sieht es ja doch recht übersichtlich aus

Überrascht werden wir von einigen bekannten Gastronomien:


Hanseatische Küche


Und auch diesen Laden haben wir in der Heimat


Niclas Huschenbeth hat schon wieder etwas ganz exklusives entdeckt: Einen Goldautomaten: „Gold to go!“ wer es braucht…

Im ersten Stock trauen wir unseren Augen nicht: Mitten in einem Konsumtempel befindet sich ein riesiges Aquarium mit lebenden Bewohnern:


Der Deutsche Meister weiß gar nicht wo er hingucken soll


Und Jade sucht noch nach der richtigen Perspektive


Und schon sind die beiden abgetaucht


Endlich gefunden: Nemo und Dori!


Und die Schrecken der Tiefsee.)

Am Abend erwartet uns dann wirklich etwas vollkommen Unvorhergesehenes:


Ein waschechtes Gewitter, mit Wasser von oben, Blitzen, Donnern und allem was dazu gehört! Anscheinend ist mittlerweile in Dubai wirklich alles möglich!

 

Rg.   Name sex FED Elo Pkt. Wtg1 Wtg2 Wtg3
1 GM Sasikiran Krishnan   IND 2682 4.5 0.0 9963 14.5
2 GM Negi Parimarjan   IND 2618 4.5 0.0 9960 16.5
3 GM Mchedlishvili Mikheil   GEO 2629 4.5 0.0 9939 15.5
4 IM Shyam Sundar M   IND 2457 4.0 0.0 10466 16.0
5 GM Volkov Sergey   RUS 2621 4.0 0.0 10000 15.5
6 GM Miroshnichenko Evgenij   UKR 2670 4.0 0.0 9987 14.5
7 GM Balogh Csaba   HUN 2601 4.0 0.0 9943 16.0
8 GM Amin Bassem   EGY 2596 4.0 0.0 9819 16.0
9 GM Laxman R R   IND 2462 4.0 0.0 9784 12.5
10 WIM Schneider Veronika W HUN 2247 4.0 0.0 9664 12.0
11 GM Fedorov Alexei   BLR 2596 4.0 0.0 9642 14.5
12 GM Guliev Sarhan   AZE 2497 4.0 0.0 9636 15.0
13 GM Kazhgaleyev Murtas   KAZ 2618 4.0 0.0 9608 14.0
14 GM Kayumov Dmitry D   UZB 2463 4.0 0.0 9604 16.0
15 GM Guseinov Gadir   AZE 2584 4.0 0.0 9557 15.0
16 GM Gupta Abhijeet   IND 2580 4.0 0.0 9409 13.5
17 GM Adhiban B   IND 2543 4.0 0.0 9405 13.5
18 GM Kotanjian Tigran   ARM 2527 4.0 0.0 9391 15.5
19 GM Aleksandrov Aleksej   BLR 2638 4.0 0.0 9280 12.0
20 GM Hammer Jon Ludvig   NOR 2606 4.0 0.0 9229 12.5

... 167 Spieler



 

Zurück zum Schachturnier, denn deswegen sind wir ja schließlich hauptsächlich hier. Jonathan, ausgeschlafen, wie es sich gehört, nimmt GM Alexei Fedorov ein remis ab, auch wenn beide zwei Züge lang einen sofortigen Knockout für den Favoriten übersehen.

In Runde drei erwischt es „Jonny“ dann doch. Der Georgier Mikhail Mchedishvili ist am Ende zu stark. Und nach 4 Runden hat auch Niclas Huschenbeth seinen Meister gefunden. Der ägyptische GM Amin Bassem umgeht die theoretischen Diskussionen und gewinnt mit einer starken taktischen Leistung, Niclas Fazit: „Er war einfach besser als ich!“

Doch die wahre Nervenprobe steht für Bassem noch an, denn seine Freundin Melissa Greef aus Südafrika muss mit zwei Minuten auf der Uhr mit Springer und Läufer mattsetzen:)

GM Csaba Balogh spielt bisher auch ein starkes Turnier.


Gegen den jungen Armenier Grigoryan ist er mit einem scharfen Najdorf erfolgreich…

 .. der zwei Runden später von Parimarjan Negi aber erfolgreich zum Remis ausgebremst wird.


Jade Schmidt war gegen WGM Atousa Pourkashian dicht dran, musste am Ende aber doch eine Niederlage quittieren


Auf der Bühne beobachtet der Oberschiedsrichter, dass zwischen Mchdeshvili und Sergei Volkov alles mit Rechten Dingen zu geht.


Und nach seiner Auftaktniederlage hat sich auch Jon Ludvig Hammer wieder nach vorne gespielt.

Gespielt werden 9 Runden mit 90 Minuten Bedenkzeit für die ganze Partie plus 30 Sekunden pro Zug. Zu den Besonderheiten gehört die Gebetspause um exakt 18.42Uhr, zu der alle Uhren abgestellt werden, die Spieler und Zuschauer den Turniersaal verlassen und sich entweder dem Gebet oder der Abendsonne widmen können.

Neben den tradionellen arabischen Gewändern fallen in diesem Jahr vor allem die unterschiedlichen Kopfbedeckungen auf:


Ali Abedi mit modischem Hut…


Und auch sein Landmann Koohestani zeigt sich sehr modern…


Der „Local Hero“ GM Saleh A R Salem schwört hingegen auf Mütze


Wie auch andere Jungs aus den Emiraten…


Und es wird auch kombiniert: Abdulla Murad trägt: Gewand + Pflaster + Gangster-Cap


Und sein Kollege Anwar Walid hält es komplett mit westeuropäischen Pseudo-In-Designern


Unter den Augen der Einheimischen besiegt Ihr „Held“ GM Salem den jungen Iraner Koohestani


Es grüßen: Die drei mit der Kamera!


Und der Schreiberling

 

 

 

 

 

 


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren