Zaragatzki gewinnt Wein-Open

24.07.2011 – Wer seinen Urlaub mit Schach verbinden möchte, findet dazu in Naujac Gelegenheit. An der französischen Atlantikküste haben Rike und Julius Armas den Campinplatz "La Rochade" gegründet und bieten Wohnwagen und Chalets mit den Namen berühmter Schachspieler als Unterkunft an. Auch unter den Gästen finden sich viele Schachspieler und sogar mancher Großmeister, selbst Boris Spasski kam einmal zu Besuch. Schach spielen kann man aber nicht nur auf dem Campingplatz oder am Strand, sondern auch im Wein-Open von Naujac. In diesem Jahr gewann IM Ilja Zaragatski und ließ einige Großmeister hinter sich. Traditionell wurde sein Gewicht zum Lohn in Medoc-Wein aufgewogen. Evi Zickelbein berichtet von gelungenen Ferien. Bericht und Impressionen...

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In einem kleinen gallischen Dorf…
14. Wein-Open in Naujac-sur-Mer
Von Eva Maria Zickelbein

Schon zum 14. Mal fand zum Auftakt der Saison am französischen Atlantik das Wein-Open auf dem Schachcampingplatz der IM’s Rike und Jules Armas statt. Auf der langen Autofahrt von Hamburg nach Naujac – fast 1500 Kilometer – hatten wir genug Zeit darüber nachzudenken, zum wievielten Mal wir mittlerweile mitspielen. Nach einigem Hin- und Her hatten wir’s: zum sechsten Mal in Folge! Das sagt ja eigentlich schon alles über die Attraktivität des Turniers: Es ist eine ideale Kombination aus Schach und Urlaub, aus Strand und Meer, aus gemütlichem Leben auf dem Campingplatz und dem alljährlichen Treffen von vielen Freunden!

In diesem Jahr war das Turnier so stark besetzt wie nie und es spielten 105 Spieler aus 11 Nationen mit, auch ein Rekord!


(Fast) alle Teilnehmer vor der Salle des Fêtes in Naujac.

Drei Großmeister und acht Internationale Meister waren in diesem Jahr dabei, außerdem eine ansehnliche Anzahl von Spielern zwischen 2200 und 2400, die Ihnen das Leben so schwer wie möglich machen wollten. Aber natürlich war das Turnier auch in diesem Jahr ein echtes Familienturnier, für die ganz Kleinen bis zu den „Superveteranen“, für Väter, Söhne und Töchter, für Ehepaare, für Geschwister!


Blick in den gut gefüllten Spielsaal in Naujac-sur-Mer.


Ein Turnier für die ganze (Schach-)Familie: Samuel (9 Jahre) und Marianne Graffenberger einträchtig nebeneinander.

Nach der Partie wird natürlich mit dem Trainer analysiert: Samuel mit seinem Trainer IM Kevin Terrieux.

Zur Entspannung und Abwechslung kann man aber auch mal eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ spielen…

Oder zur Stärkung mal einen Teller Pommes Frites verspeisen: Marielle und Clara Godart.

Die Wiese neben dem Spielsaal war natürlich wieder mit den üblichen Ziegen bevölkert – in diesem Jahr kam allerdings auch dieser stolze französische Hahn dazu, der uns besonders in der Doppelrunde (morgens!) das Leben schwer machte, weil er ununterbrochen und sehr laut krähte…

Analyserunde nach der Partie: IM Merijn van Delft, IM Adrian Demuth und Lena Armas.

…und auch abends auf der Terrasse des Mobilhomes muss alles noch einmal überprüft werden:


Ludwig Deglmann, Karel van Delft, Tobias Dierkes, Josef Roth, Oliver Zierke und Merijn van Delft.

Das Turnier war in diesem Jahr die sichere Beute vom jungen deutschen IM Ilja Zaragatski. Mit 7 aus 9 gewann er mit einem halben Punkt Vorsprung auf eine ganze Meute von Verfolgern souverän das Turnier. Entscheidend waren seine Siege in der vierten Runde gegen IM Vincent Collin und in der achten Runde gegen IM Adrien Demuth. Gegen seine direkten Konkurrenten, GM Dorian Rogozenco und IM Merijn van Delft, gab er halbe Punkte ab.

Er kam sah und siegte: IM Ilja Zaragatski!  Der Bürgermeister von Naujac, Jean-Bernard Dufourd sorgt noch für ein paar mehr Flaschen Wein auf der Waage, indem er den Turniersieger ein bisschen schwerer macht…


Die Weine für den Sieger!

Die beiden Verfolger von IM Ilja Zaragatski, GM Dorian Rogozenco und IM Merijn van Delft, landeten am Ende auch auf den Plätzen zwei und drei:

Dorian Rogozenco verlor gleich in der zweiten Runde gegen IM Alex Wohl, kämpfte sich aber wieder heran und so reichte in der Schlussrunde ein Remis gegen GM Tony Kosten für den zweiten Platz.

Merijn van Delft gewann in der zweiten Runde gegen GM Thal Abergel, der später aus dem Turnier aussteigen musste. Darauf folgte eine Niederlage gegen GM Tony Kosten, doch auch Merijn kämpfte weiter und wurde am Ende Dritter.

IM Alex Wohl, australischer Weltenbummler und ebenfalls treuer Teilnehmer beim Wein-Open, landete auf dem vierten Platz. Rike Wohlers-Armas holt noch ein paar extra Flaschen für ihn heraus, Tochter Nina schaut zu.

Als Fünfter durfte IM Vincent Colin auf die Waage und Rike Wohlers-Armas im Hintergrund scheint fassungslos zu sein – warum?

Sie hatte schon entdeckt, was den meisten Zuschauern noch verborgen geblieben war: Vincent Colin hat ein neues Kapitel in „Wie mache ich mich bei der Siegerehrung schwerer?“ aufgeschlagen: Er stopfte sich einen mit Wasser gefüllten 5-Liter-Weinschlauch in die Hose und versuchte so, ein paar Flaschen mehr zu ergattern. Die Organisatoren zeigten sich ob dieser Kreativität großzügig und ließen ihm und uns den Spaß. Aber natürlich zeigte Rike Wohlers-Armas das „corpus delicti“ dann noch einmal dem Publikum!


Alle Sieger des Wein-Opens: Präsident Stéphane Bastin, GM Dorian Rogozenco, IM Ilja Zaragatski,
Bürgermeister Jean-Bernard Dufour, IM Merijn van Delft, IM Alex Wohl, IM Vincent Colin, GM Tony Kosten
und Schiedsrichter Jean-Luc Voileau.


Auch die Kleinsten bekamen Preise.

Den Damenpreis konnte Eva Maria Zickelbein holen…

…und noch ein weiterer Preis für die Familie „Zickeldelft“:


Ratingpreis für Karel van Delft.

Ein besonderes Ereignis wurde außerdem bei der Siegerehrung mit einer Torte und einem riesigen Applaus gefeiert: Marianne und Wilhelm Graffenberger aus Hamburg feierten bei ihrer ersten Teilnahme beim Wein-Open am Tag der Siegerehrung ihre goldene Hochzeit! Herzlichen Glückwunsch auch noch einmal an dieser Stelle!

Die Siegerehrung geht dann traditionell mit einem kleinen Umtrunk zu Ende. Man lässt das Turnier Revue passieren, freut sich aufs nächste Jahr oder auch erst einmal auf die anstehenden Urlaubstage. Hier ein Abschiedsfoto mit Organisatoren und Siegern: Jules Armas, Ilja Zaragatski, Judith Müller, Stéphane Bastin, Rike Wohlers-Armas und Jean-Luc Voileau.

Camping la Rochade

Das Leben auf dem Campingplatz ist gemütlich und bietet doch viel Abwechslung. So viel Abwechslung, dass sich der Eindruck verfestigt hat, dass eigentlich nur die Deutschen jeden Tag an den Strand gehen und jede freie Minute dort verbringen wollten... Die Franzosen bleiben eigentlich eher auf dem Platz, genießen die entspannte Atmosphäre und die vielen Spielmöglichkeiten für Kinder (und Erwachsene).

Die neue Attraktion in diesem Jahr waren diese aufblasbaren Plastikbälle, in denen man auf dem Wasser „laufen“ konnte: Eva Maria Zickelbein und Merijn van Delft kippten eigentlich eher andauernd um, als dass man das Laufen hätte nennen können…

Für die Kinder aber natürlich ein Fest! Hier die dreijährige Louisa Meyer und die vierjährige Nina Wohl.

Nebenan ist ein Beachvolleyfeld und ein kleiner Strand mit See und Tretboot.

 

Wieder eher etwas für Erwachsene: Karel van Delft bei einer seiner zwei Lesungen über Schachtalent, Schach und Autismus und Schach und Hochbegabtenförderung.

Auf dem Camping la Rochade sind alle Wohnmobile und Wohnwagen nach Schachspielern benannt. Normalerweise verdiente Meister und bekannte Größen - doch wie nett, dass die Armas‘ Familie auch für die Freundin und Mannschaftskollegin einen Wohnwagen reserviert haben: Mein Schwiegervater durfte dieses Jahr im Wohnwagen „Evi“ schlafen:

Neben Pool, See, Hüpfburg, Blitzturnieren etc. finden alljährlich mehrere gemeinschaftliche Aktionen statt, die allseits beliebt sind und auf die sich alle freuen: So z. B. der große Barbecue-Abend und das Paella-Essen.


Eine Runde wie bei Asterix

Kickern heißt auf Französisch „Baby-Foot“ – hier Thal Abergel und Benjamin Zickelbein in Aktion.

Neu in diesem Jahr: Der Billard-Tisch. Hier Dorian Rogozenco und Jules Armas mit Tibi.

Doch auch im eigenen Mobilheim kann man es sich gemütlich machen: Hamburger Runde mit Gästen vor unserem Mobilhome.

…und auch wenn’s zwischendurch mal regnet: Man muss nur kreativ sein und als echte Hamburgerin habe ich natürlich immer einen Schirm dabei…!

Und natürlich lockt täglich der wunderbare Atlantik, der Strand „Pin Sec“ ist ca. 8 Kilometer vom Campingplatz entfernt:


Beach-Volleyball am Strand

Wer möchte hier nicht sofort reintauchen? Die Wassertemperaturen bewegten sich in diesem Jahr übrigens von 16 bis 19 Grad.

Die neue Trendsportart: Kiten…

…und die ewige „Trendsportart“ Schach:


Schach unterm Sonnenschirm.


Für Romantiker.

Wein!

Auch in diesem Jahr besuchten wir wieder eines der renommierten Weingüter des Médoc:


Das Château Peyrabon.

Detailliert und kenntnisreich wurden wir in die Kunst der Weinherstellung eingeweiht.

Noch braucht der Wein aber ein bisschen…

…bis er geerntet werden kann und schließlich 12 bis 14 Monate in diesen Eichenfässern landet:


Hier reift der Wein in langen Reihen. 

Nach der Besichtigung gab es natürlich auch eine ausgedehnte Weinprobe, wobei man übrigens immer mit dem einfachsten Wein des Gutes anfängt und sich zum Besten „vorarbeitet“.

Auch Stéphane Bastin, Präsident des Naujacer Schachclubs, und Dorian Rogozenco schmeckte der Wein des Château Peyrabon.

Fußball

Im letzten Jahr waren die Franzosen ja bereits früh in Südafrika bei der WM ausgeschieden – in Naujac forderte dann eine französische Auswahl ein internationales Team. Auch in diesem Jahr wurde diese schöne Tradition fortgesetzt, allerdings mit ebensolch desaströsem Ergebnis für die Franzosen. Mit 7:1 endete das sehr fair ausgetragene Match – für das internationale Team waren Benjamin Zickelbein (3), Merijn van Delft (2), Ilja Zaragatski (1) und Jorge Gonzalez Santamartin (1) erfolgreich.

Das internationale Team aus Rumänien, Spanien und Deutschland.

Die französische Equipe.

 

Der Turniersieger Ilja Zaragatski zeigt, dass er nicht nur am Schachbrett eine gute Figur macht.

Merijn van Delft im Barca-Trikot und zwei Treffern.

Benjamin Zickelbein wird in seinem Verein, dem SC Sternschanze, der „weiße Brasilianer“ genannt – Top-Scorer mit drei Treffern.

Judith Müller und Eva Maria Zickelbein auf Seiten des internationalen Teams.

Vielen Dank an Ruth Nicola für die professionellen Fotos vom Fußball!

 

A l’année prochaine!

 

 

 

 

 


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