Zu cool und zu erfahren, um überrascht zu sein

16.10.2008 – "Nein, sonderlich überrascht sei er nicht gewesen", meinte Kramnik auf der Pressekonferenz, als man ihn nach Anands Eröffnungswahl befragte. Nun, tatsächlich wird und wurde 1.d4 ja schon manchmal gespielt, wenn auch seltener von Anand. Außerdem hat Kramnik im Schach schon so viel gesehen, dass ihn wenig überraschen dürfte. Und last but not least rechnet man bei Wettkämpfen ja mit Überraschungen des Gegners. Immerhin räumte Kramnik ein, "die Eröffnungsstellung am Morgen bei der Vorbereitung nicht auf dem Brett gehabt zu haben". Generell waren sich die Experten einig, eine spannende und inhaltsreiche Partie gesehen zu haben: eine originelle Eröffnung, gutes Spiel von Anand, das ihm Vorteil sicherte und einfallsreiche Verteidigung von Kramnik. Wenn es so weiter geht, stehen spannende Schachwochen bevor.Turnierseite...Bilder und mehr...

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Noch einmal die Partie



Bilder vom Tag der zweiten Partie:


Unmittelbar vor Partiebeginn. Fast meint man zu sehen, wie Anand schon im Geiste 1.d4 spielt. Zwar spielt er meistens 1.e4, aber er hat auch schon eine Reihe schöner Partien mit 1.d4 gewonnen. Wie gut er auch die dann entstehenden Stellungen kennt und beherrscht, beweist zum Beispiel sein schöner Sieg in Linares 1999 gegen den Grünfeld-Experten Peter Svidler in dessen Leib-und-Magen Variante:
Anand - Svidler zum Nachspielen...


Die ersten Züge sind geschehen, Kramnik scheint zu versuchen, sich an seine Analysen zu erinnern.


Der Blick von oben. Die Bühne ist in fahles Licht getaucht - eine Folge der Vorkehrungen zum Schutz gegen Manipulation mit Hilfe von außen.


Der Besucher hat die Wahl: Er kann die Schachweltmeisterschaft verfolgen oder etwas über Rom und die Barbaren erfahren.


Schon ganz gut, aber irgendwas machen die im Saal doch anders.


Prof. Dr. Robert von Weizsäcker, Präsident des Deutschen Schachbundes und Fernschachgroßmeister (links), fachsimpelt mit Schachjournalist Dagobert Kohlmeyer


Experte für Schach und Tischtennis: Hartmut Metz


Cathy Rogers: Mit ihrem Mann Ian Rogers ist sie bei allen großen Schachereignissen dabei

Kramniks Erfahrung machte sich auch in dieser Partie bemerkbar. Nachdem er durch kleine Ungenauigkeiten in Schwierigkeiten geraten war, veteidigte er sich geschickt und kam mit seinen aktiven Figuren zu Gegenspiel. Auf der Suche nach einem Gewinnweg verbrauchte Anand viel Zeit, aber Kramnik versuchte nicht, das unmittelbar auszunutzen, sondern erinnerte sich, dass Remis mit Schwarz ein gutes Ergebnis ist - und unterbreitete Anand ein Angebot, das der eigentlich nicht ablehnen konnte.


Die harte Schule des Wettkampfs: Kramnik gegen Kasparov - schon da bewies Kramnik mit der Wahl der Berliner Verteidigung bemerkenswertes psychologisches Geschick.

Dennoch, es ist schwer zu sagen, wer nach zwei Partien die psychologische Initiative hat. Zwar konnte Anand in der ersten Partie mit Schwarz sehr viel leichter Remis erzielen, als es Kramnik in der zweiten Partie vermochte, aber das Gefühl einer verpassten Chance könnte Anand im weiteren Verlauf des Wettkampfs verfolgen. Man darf gespannt sein.








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