Die Kandidatenturniere nehmen einen zentralen Platz im Schachkalender ein, da sie die Herausforderer für die nächste Schachweltmeisterschaft bestimmen – sowohl im offenen Wettbewerb als auch im Frauenwettbewerb.
Da nur ein kleines, hochkarätiges Teilnehmerfeld in einem anspruchsvollen Rundenturnier antritt, ist jede Begegnung von erheblicher Bedeutung, und die Vertrautheit der Spieler spielt oft eine Rolle. Die Analyse der direkten Begegnungen bietet eine hilfreiche Möglichkeit, diese Rivalitäten vor einem so entscheidenden Ereignis einzuordnen.
Im Fokus stehen hier die direkten Begegnungen zwischen den Teilnehmern, wodurch die Entwicklung einzelner Duelle im Laufe der Zeit verdeutlicht wird. Diese Statistiken können Muster aufzeigen, die anhand von Ranglisten oder der aktuellen Form allein nicht unmittelbar erkennbar sind.
Um diese Zahlen effizient zu erfassen, wurden die Daten aus der Mega Database 2026 gezogen, dem führenden Nachschlagewerk für Spieler aller Spielstärken. Mit über 11,7 Millionen Partien aus dem Zeitraum von 1475 bis 2026 und mehr als 114.000 kommentierten Begegnungen bietet sie eine umfassende und verlässliche Grundlage für statistische Analysen dieser Art.
Bei jeder Paarung wurden die Statistiken unterteilt in 1) klassische Begegnungen und 2) alle Begegnungen, einschließlich Schnellschach-, Blitz- und chess960-Partien, die am Brett oder online gespielt wurden.
Hikaru Nakamura und Javokhir Sindarov haben bis auf eine klassische Partie, die unentschieden endete, überwiegend online gegeneinander gespielt. Nakamura hat in der Gesamtbilanz die Nase vorn gegenüber dem 20-Jährigen.
Auch Fabiano Caruana und Matthias Bluebaum haben nur zwei klassische Partien bestritten, während die meisten ihrer Begegnungen online stattfanden. Bei ihren Online-Partien endeten die meisten Partien mit einem klaren Ergebnis, wobei Caruana gegenüber dem deutschen Großmeister die Oberhand behielt.
Anish Giri und Wei Yi standen sich in zehn klassischen Partien gegenüber, von denen neun unentschieden endeten. Wei erzielte den einzigen Sieg in ihren klassischen Partien mit den weißen Figuren beim Bilbao Masters 2016 – die Partie wurde mit einer Berliner Verteidigung gespielt.
Praggnanandhaa Rameshbabu und Andrey Esipenko haben sowohl in ihren klassischen Partien als auch in ihren Begegnungen über alle Formate hinweg eine ausgeglichene Bilanz.

Alle Begegnungen

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Alle Begegnungen in klassischen Partien

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Anna Muzychuk und Kateryna Lagno stehen sich bereits seit 1997 immer wieder gegenüber (in offiziellen Partien – vielleicht sogar schon früher, als sie in der Ukraine aufwuchsen). Muzychuk hat in ihren klassischen Begegnungen einen leichten Vorteil.
Bibisara Assaubayeva und Tan Zhongyi weisen im direkten Vergleich eine recht ausgeglichene Bilanz auf.
Zhu Jiner hat eine sehr gute Bilanz gegen Divya Deshmukh. Die indische Großmeisterin schaltete ihre chinesische Kollegin jedoch auf ihrem Weg zum Gewinn des Frauen-Weltcups im letzten Jahr aus.
Überraschenderweise hat Vaishali Rameshbabu sowohl im klassischen Schach als auch in ihren Partien über alle Formate hinweg eine positive Bilanz gegen Aleksandra Goryachkina – die russische Großmeisterin hatte durchweg eine höhere Wertungszahl als ihre Gegnerin aus der vierten Runde.

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Begegnungen in klassischen Partien

Begegnungen in klassischen Partien

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