Matthias Blübaum hat das WM-Kandidatenturnier auf Zypern nicht gewonnen. Der erste deutsche Teilnehmer seit drei Jahrzehnten schlug sich aber achtbar in diesem Weltklassefeld. Und es wäre wohl eine fast überirdische Leistung nötig gewesen, um mit dem fantastisch aufspielenden Javokhir Sindarov mitzuhalten. Der junge Usbeke wird also gegen Dommaraju Gukesh um die Schachkrone kämpfen.
Im sehr viel knapperen Kandidatenturnier der Frauen setzte sich nach dramatischem und abwechslungsreichem Verlauf Vaishali Rameshbabu durch – die Inderin und Schwester von Praggnanandhaa tritt also gegen Ju Wenjun zum Kampf um den WM-Titel herausfordern.
Das Kandidatenturnier bildet selbstverständlich den Schwerpunkt der gerade erschienenen Mai-Ausgabe des Schach-Magazin 64. Aber natürlich stehen auch das riesige Grenke Festival und weitere spannende Themen aus der Schachwelt umfangreich im Seitenplan:
Wenn weit über 3000 Schachspieler und unzählige Zuschauer nach Karlsruhe pilgern, dann ist Ostern und das Grenke Schach Festival findet statt. Der deutsche Topspieler Vincent Keymer stahl dabei dem 9-aus-9-Sieger des Vorjahres, Magnus Carlsen, die Show und gewann das Freestyle-Turnier mit einer beeindruckenden Leistung. Neben dem ausführlichen Turnierbericht gibt es auch ein interessantes Interview mit dem Turniersieger. Er sagt zum Beispiel zu seinen Erfolgen gegen Carlsen, es sei „keine gute Idee, Angst vor irgendwem zu haben“.
Mit ihrer Initiative „Chess Unlimited“ bringt Kineke Mulder Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnen würden – Geflüchtete, Touristen, Wiener Stammgäste: Zehn Schachbretter stehen auf Tischen verteilt, Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft sitzen einander gegenüber, vertieft in Partien, die mehr sind als bloß ein Spiel. „Schach ist hier wie ein stiller Vermittler“, sagt Kineke Mulder und blickt über die Szenerie, „es braucht keine gemeinsame Sprache, um miteinander in Kontakt zu kommen.“
Die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) in Travemünde bot auch in diesem Jahr mehr als nur Partien am Brett. Hunderte von Spielern folgten erneut dem Ruf der Organisatoren an den – wie viele regelmäßige Teilnehmer befinden – schönsten DSAM-Spielort an der Ostsee.
Daniel King schreibt zur aktuellen Folge: „Vincent Keymer machte 2025 beeindruckende Fortschritte und schaffte es in die Top 10 der Welt. Meiner Meinung nach ist sein Spiel schärfer geworden, er ist bereit, mehr Risiken einzugehen, und insgesamt hat es sich ausgezahlt. Diese Partie aus den Prager Masters passt perfekt zu meinem Eindruck. Sein Gegner hatte eine Spitzenbewertung von 2749 und steht derzeit auf Rang 34 der Welt: also keineswegs ein leichter Gegner.“ Finden Sie heraus, wer dieser Gegner ist und spielen Sie gemeinsam mit Daniel King und Vincent Keymer gegen ihn ...
Und sonst?
Weitere Turnierberichte aus aller Welt mit Hintergründen und den aufregendsten Partien, spannende Endspielanalysen, knifflige Taktikaufgaben und viele weitere Themen machen die neue Ausgabe des Schach-Magazin 64 wieder äußerst lesenswert ...
Hier ein ausführlicher Blick in den Inhalt des neuen Hefts:
