22.06.2022 – Mit einem überzeugenden Sieg gegen Alireza Firouzja in einem taktisch betonten Sizilianer übernahm Ian Nepomniachtchi in Runde 4 des Kandidatenturniers die Tabellenführung. Mit 3 aus 4 liegt "Nepo" jetzt einen halben Punkt vor Fabiano Caruana, der gegen Ding Liren lange schlechter stand, aber sich am Ende ins Remis retten konnte. Richard Rapport und Hikaru Nakamura trennten sich ebenfalls Remis, genau wie Jan-Krzysztof Duda und Teimour Radjabov. | Fotos: FIDE / Stev Bonhage
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Kandidatenturnier Runde 4
Das Kandidatenturnier 2020-2021 hat Ian Nepomniachtchi gewonnen, aber beim anschließenden WM-Kampf gegen Magnus Carlsen brach er nach gutem Auftakt völlig zusammen und erlitt er bittere Niederlage. Aber vor einem zweiten Wettkampf gegen Carlsen scheint er keine Angst zu haben und in den ersten vier Runden des Kandidatenturniers in Madrid überzeugte "Nepo" mit starkem und konzentriertem Spiel.
In Runde 4 spielte er mit Weiß gegen Alireza Firouzja, der nach drei Remis zum Auftakt ebenfalls hochmotiviert wirkte und nichts gegen eine scharfe, zweischneidige Partie hatte. So kam es zu einem Sizilianer, in dem beide Seite den gegnerischen König angriffen: Weiß am Königsflügel, Schwarz am Damenflügel. Die ersten 15 Züge brachten Nepomniachtchi und Firouzja beide im Eiltempo aufs Brett, doch für den 16. Zug nahm sich Nepomniachtchi das erste Mal ein wenig mehr Zeit.
Dann stellte er seinen König mit 16.Kb1 ein wenig sicherer. Eine Neuerung war das allerdings nicht, denn bis zum 21. Zug folgten beide Seiten Vorbildern aus Fernschachpartien. Aber entweder kannte Firouzja diese Vorgängerpartien nicht oder er konnte sie nicht mehr genau erinnern, denn plötzlich verbrauchte er Unmengen an Bedenkzeit.
Der Druck auf der Uhr - in Madrid müssen 40 Züge in zwei Stunden gemacht werden, Zeitbonus gibt es erst ab dem 60. Zug - und die komplizierte Stellung führten bald zu einem Fehler.
Hier aktivierte Firouzja seinen passiven Springer auf e8 mit 23...Sd6 und hatte dabei die weiße Antwort wahrscheinlich unterschätzt. Mit dem gefährlich aussehenden 23.Dxb4 nahm Weiß den Bauern auf b4, für den Schwarz bei näherer Betrachtung bestenfalls dubiose Kompensation hatte.
Firouzja verbrauchte weiter viel Zeit, aber besser wurde seine Stellung nicht. Beim 30. Zug hatte Firouzja nur noch eine Minute auf der Uhr, während Nepomniachtchi noch über eine Stunde Zeit hatte, um zu überlegen, wie er seinen Vorteil verwertet!
Die russische Nummer eins nutzte diese Zeit, um die Partie mit einer hübschen Kombination zu beenden.
36.Txh7+ Kxh7 37.Dh5+ Kg8 (Nach 37...Dh6 hängt der Turm auf e8) 38.Sxf5 Lf6 39.Tg1+ und Firouzja gab auf. Nach 39...Kf8 40.Dh6+ Kf7 41.Tg7+ Lxg7 42.Dxg7# wird er Matt gesetzt. Ein überzeugender Sieg Nepomniachtchis, der in dieser wichtigen Partie auch von seiner Erfahrung profitierte.
Alireza Firouzja hatte keinen guten Start ins Kandidatenturnier | Foto: FIDE / Stev Bonhage
Ding Liren, die Nummer 1 der Setzliste beim Kandidatenturnier hatte zum zweiten Mal in Folge Weiß und zum zweiten Mal in Folge konnte er eine bessere Stellung nicht gewinnen.
Caruana landete nach der Eröffnung in einer passiven Stellung ohne Gegenspiel, in der er dann einen Bauern opferte, um den weißen Druck zu mildern.
Weiß hat einen Bauern mehr, aber der schwarze Bauer auf a4 lähmt den weißen Damenflügel. Caruana konnte sich schließlich in ein Turmendspiel mit einem Minusbauern retten, das er mit guter Technik Remis hielt.
Ding spielte noch bis zum 64. Zug, dann gab er seine Gewinnversuche auf.
Nach diesem mühsamen Remis liegt Caruana mit 2,5/4 einen halben Punkt hinter Nepomniachtchi auf dem alleinigen zweiten Platz.
Fabiano Caruana | Foto: FIDE / Stev Bonhage
Richard Rapport und Hikaru Nakamura trennten sich ebenfalls Remis, und auf den ersten Blick verlief diese Partie undramatisch und ohne große Aufregung. Aber wie Nakamura, der seine Partien nach der Runde auf seinem Twitch-Kanal GMHikaruanalysiert, zeigte, enthielt die Partie eine ganze Reihe von Feinheiten.
Auch Karsten Müller hat sich das Endspiel genauer angeschaut:
Für das dritte Remis der vierten Runde sorgten Jan-Krzyszstof Duda und Teimour Radjabov, oder, genauer gesagt, Teimour Radjabov, der alle Gewinnversuche seines jungen polnischen Gegner neutralisierte.
Carlos ColodroCarlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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