Am ersten Tag gab es nur Remis und Weißsiege bei beiden Meisterklasse-Turnieren beim Deutschen Schachgipfel zu sehen. Ob ein Sieg mit Schwarz am Samstag auf dem Plan steht?
Drei Siege mit Weiß und zwei Remis, so sahen die Ergebnisse in der offenen Meisterklasse aus. In der Partie zwischen Bennet Hagner und Georg Braun gewann Hagner als Favorit. Auch zwischen Dmitrij Kollars und Tobias Kügel gewann Kollars als Favorit. Luis Engel und Dennis Wagner trennt nur ein Elopunkt. Bei dieser Begegnung gewann Luis Engel.
Schwarz spielte in dieser Stellung jedoch 18...c6 und musste so nach ein paar weiteren Zügen den c3-Bauern ohne Ausgleich abgeben. Dennis Wagner spielte deshalb langfristig mit einem Bauern weniger gegen Luis Engel, der letztendlich die Partie gewann.
Ein Auf und Ab, so lässt sich die Partie zwischen Bennet Hagner und Georg Braun wohl am besten beschreiben. Im Schwerfiguren-Endspiel wurde die Partie letztendlich für Bennet Hagner entschieden. Hagner drohte nie in Nachteil zu rutschen, im Partieverlauf gab er den Vorteil aber dennoch immer wieder ab. Am Ende stand aber der ganze Punkt für ihn fest.
Rasmus Svane und Alexander Donchenko trennten sich mit einem Remis. Die Stellungsbewertung der Engines schlug kaum aus bei dieser Partie – ein typisches Phänomen bei Partien von Rasmus Svane gegen andere starke Großmeister. Die Partie begann über Umwege in der Ragozin-Verteidigung des abgelehnten Damengambits und endete mit jeweils drei gegenüberstehenden zusammenhängenden Bauern und einem Turm für beide Spieler nach Zug 40.
Niclas Huschenbeth und Leonardo Costa begannen ihre Partie mit einer Caro-Kann-Variante ohne frühem d4. Auch in dieser Paarung gab es keine großen Ausschläge bei der Stellungsbewertung durch Engines. Entsprechend endete auch diese Partie mit einem Remis, in diesem Fall nach Zug 40 von Weiß.
Die größten Elo-Unterschiede bei den Paarungen für Runde 2 gibt es zwischen Tobias Kügel (2361) und Niclas Huschenbeth (2586), Rasmus Svane (2624) und Bennet Hagner (2451) sowie zwischen Georg Braun (2374) und Dmitrij Kollars (2634).
Als einzige Spielerin der Meisterklasse der Frauen, die in der ersten Runde einen Sieg erreichte, sticht Sarah Papp in der Tabelle nach Runde 1 hervor.
Die partieentscheidenden Züge wurden zwischen Sarah Papp und Lara Schulze um Zug 34 und 35 gespielt. Lara Schulze zog 34...Dd7 und lief so 35.Te7 entgegen.
Lara Schulze spielte daraufhin 35...Ta1+ 36.Kg2 und 36...Dg4, um Turm und Dame aus dem Angriff des weißen Turm zu nehmen. 36...Df5 hätte die Stellung noch verkompliziert. Aber nach 36...Dg4 war sie in ein Mattnetz (Matt in 8 bei perfektem Spiel) getreten, das Sarah Papp mit 37.Lg8+ zuzog.
Dinara Wagner vs. Jana Schneider | Foto: Stev Bonhage
Jana Schneider hielt das Remis gegen Dinara Wagner. In der zweiten Runde spielt Jana Schneider gegen Sarah Papp. Dinara Wagner tritt in Runde 2 gegen Josefine Safarli an.
Die Partie zwischen den beiden Schwestern Charis Peglau und Dora Peglau erinnerte an den Verlauf zwischen Rasmus Svane und Alexander Donchenko. Die Schwestern tauschten im Mittelspiel so viel Material ab, dass sie in einem ausgeglichenen Endspiel mit drei Bauern und je einem Turm ankamen. Anders als Svane und Donchenko spielten sie hier aber weiter, die Stellung war eben doch nicht komplett vergleichbar: Weiß hatte zu diesem Zeitpunkt einen aktiveren König und die weißen Bauern waren weiter fortgeschritten.
Dora Peglau und Charis Peglau kann niemand vorwerfen, dass die Schwestern nur auf ein Remis hinauswaren. Charis Peglau (mit Weiß) kämpfte weiter, um einen größeren Vorteil aus ihrer vorteilhaften Stellung der Figuren herauszuspielen. Sie gewinnt sogar den letzten schwarzen Bauern:
In dieser Stellung kann Weiß weiterspielen und ihr Bestes versuchen, den Bauern durchzubringen. Dora Peglau schaffte es im weiteren Verlauf jedoch, die Türme abzutauschen und in ein Bauernendspiel abzuwickeln, das Weiß nicht mehr gewinnen könnte. Die Partie endete in einem Patt.
Die Kandidatenturniere der offenen Gruppe und der Frauen beginnen jeweils erst am 19.7. (Sonntag).