(1) Cohn,Erich - Spielmann,Rudolf [C49]



1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 Sf6 4.Lb5 Lb4 5.0-0 0-0 6.d3 d6
[Hier wird auch 6...Lxc3 7.bxc3 d6 gespielt.]

7.Se2 Se7 8.Sg3 c6 9.La4 Sg6 10.c3 La5 11.d4 Lc7 12.Te1 Te8 13.Lc2
Nun sind die beiden Stellungen symmetrisch, nur ist der weisse d-Bauer einen Schritt weiter gegangen als der schwarze.

13...Sf4 14.Le3
Weiss sollte den Springer gleich schlagen.

14...h6 15.Dd2 g5 16.Sf5
In der Absicht, das folgende scheinbar sehr aussichtsreiche Figurenopfer zu machen. Herr Spielmann hat aber weiter gerechnet und bereits an dieser Stelle seinen 21. und 22. Zug vorausgesehen.

16...Lxf5 17.exf5 e4 18.Lxf4 gxf4 19.Dxf4 exf3 20.Dxh6
Nun folgt ein überraschendes Manöver.

20...Txe1+ 21.Txe1 Df8!!
Dieser prächtige Zug bildet die einzige Widerlegung des Springeropfers. Auf jede andere Fortsetzung würde der weisse Angriff rasch durchdringen. Niemand wird es übrigens Herrn Cohn verargen, dass er in seinem 16. Zug diese verschmitzte Antwort ausser Acht gelassen hat.

22.Dxf6 Ld8
Aufgegeben. Selbstverständlich hat Weiss bei seinem letzten Zuge gesehen, dass er die Dame verliert. Allein die Partie ist immer verloren und so fügt er sich mit gutem Humor in sein Schicksal und lässt Schwarz seinen hübschen Plan ganz ausführen. Quelle: Süddeutsche Schachblätter, 15.02.1907, S. 47 f. 0-1