Am Rande des großen internationalen Turniers von 1851 in London, dem Beginn der modernen Schachturniergeschichte wurden auch viele freie Partien unter den Spielern ausgetragen. Meist saßen die Spieler wohl im berühmten Schachcafé Simpsons-in-the-Strand zusammen, so auch der Breslauer Lehrer Adolf Andersson und Lionel Kieseritzky, die hier einen kleinen Wettkampf austrugen.
In der Partie, die später als die "Unsterbliche" in die Schachgeschichte einging, führte Anderssen die schwarzen Steine, hatte aber den Anzugsvorteil. Damals war es noch nicht durchgängig üblich, dass der Anziehende immer die weißen Steine führte. Später wurde die Farbverteilung an die modernen Regeln angepasst und die Partie mit Anderssen als Weißspieler wiedergegeben.

(Grafik: picture alliance / imagebroker / fotoping via Deutschlandfunk)
Zum Kalenderblatt beim Deutschlandfunk...
Robert Hübner hat seinerzeit die Partie für das ChessBase Magazin analytisch seziert und natürlich zahlreiche Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten gefunden. An der Faszination dieser im Geiste der Schachromantik gespielten Partie ändert das nichts. Die modernen Engines würden sicher noch viel mehr Ungenauigkeiten finden. Aber was verstehen Computer schon von Romantik und Schönheit...
Das von Howard Staunton in London anlässlich der Weltausstellung organisierte Schachturnier wurde mit Wettkämpfen im K.o.-Modus ausgetragen. Eigentlich hatte sich der Shakespeare-Experte und starke Meister Staunton gerne selber als Sieger gesehene. Doch der Breslauer Mathematiklehrer Adolf Anderssen gewann alle seine Matches, im Semifinale auch gegen Staunton, und ging als Sieger aus diesem Turnier hervor.
Mit dem Sieg galt Anderssen nun als der beste Spieler der Welt. Das Turnier war der Beginn des modernen Turnierschachs und wenn man so will, auch die erste Weltmeisterschaft, obwohl es den Begriff im Schach damals noch nicht gab.