50. Dortmunder Schachtage: Jubiläum und Rekorde

von André Schulz
06.07.2023 – Beim Jubiläumsturnier feierten die Organisatoren der Dortmunder Sparkassen Chess Trophy eine Rekordteilnehmerzahl im Open mit knapp 550 Spielern, darunter einige deutsche Nationalspieler. Für weltmeisterlichen Glanz sorgten Vladimir Kramnik und Fabiano Caruana, Vizeweltmeister von 2018, im NC Masters. Auch die Vermarktung stimmte, mit professionellen Bildern und ebensolchen Video-Trailern. | Foto: Dortmund-Veteranen, Fotos: Michelle Lassak

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Die Dortmunder Schachtage, auch unter den Titeln Sparkassen Chess Meeting und Sparkassen Chess Trophy ausgetragen, blicken auf eine lange Tradition zurück. Die Fußballstadt Dortmund hatte sich einst um die Ausrichtung des Weltmeisterschaftskampfes Fischer gegen Spassky, 1972 beworben. Das kam, wie bekannt, in Dortmund nicht zustande, aber die Bewerbung war der Beginn einer langen Turniergeschichte. 1973 wurde ersatzweise das erste Großmeister-Turnier organisiert, vor einem halben Jahrhundert. 2023 ist Dortmund immer noch eine Schach-Metropole. Unter neuer Leitung suchen die Dortmunder Schachtage wieder mehr Nähe zum "Fußvolk", zu den unzähligen Schachfreunden, die im Ruhrgebiet, in Deutschland, überall auf der Welt Schach nicht auf Weltklasse-Niveau, aber auf hohem Niveau und sehr gerne spielen. Die Idee bestand darin, dem Turnier mit einem schönen Open und vielen Teilnehmern den Charakter eines Schachfestes zu verleihen. Natürlich braucht man auch ein paar Kirschen auf dem Kuchen. Vladimir Kramnik und Fabiano Caruana, ein Weltmeister und ein Vizeweltmeister sorgten im Jubiläumsjahr für besonderen Glanz. Aber auch die vielen starken, auch deutschen Großmeister und Meister im Open und im Sportland NRW Cup.

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Der geplante Dortmunder Reboot wurde zwar durch die Pandemiejahre erschwert, fiel aber doch prächtig aus. Das Jubiläumsturnier war dann sogar ein Turnier der Rekorde. Mit 569 Teilnehmern im Open, Spielern aus 43 Nationen, darunter 121 Titelträger, und nicht weniger als 31 Großmeister waren die Organisatoren des jungen Organisationsvereins "Initiative Pro Schach e.V." (IPS) mit ihrem Frontmann Carsten Hensel sicher sehr zufrieden. Mit der Dortmunder Westfalenhalle hatte das Turnier auch den prominenten Austragungsort, den es verdient.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Dortmunder Chess Trophy ist das NC Masters. NC steht für No Castling. Schachpartien ohne Rochade zu spielen ist eine Idee von Deep Mind und Vladimir Kramnik. Das Spitzenschachniveau hat sich in den letzten Jahren noch einmal deutlich verbessert, was dazu führt, dass viele Partien der Topspieler remis enden. Kann man mit Partien ohne Rochaderecht die Anzahl der entschiedenen Partien erhöhen - das war die Ausgangsidee. Beim NC Masters hat das gut funktioniert, denn die meisten Partien wurden entschieden. Sieger des Turnier wurde Fabiano Caruana.

DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach eröffnet die Spitzenpartie im NC Masters

Im NRW Sportland Cup, einem Rundenturnier, durfte rochiert werden. Hier lieferten sich Ruben Gideon Köllner und Dinara Wagner einen packenden Zweikampf um den Turniersieg. Am Ende holte sich die deutsche Nationalspielerin den Siegerpreis, und erzielte zugleich ihre dritte IM-Norm und ihre zweite GM-Norm, womit sie an ihren Erfolg beim Frauen Grand Prix Turnier anknüpfte.

Dinara Wagner

In der aktuellen Frauen-Weltrangliste ist Wagner mit Elo 2468 bis auf Platz 18 geklettert und schickt sich an, Elisabeth Pähtz (2471), die seit einer Ewigkeit die Nummer eins im deutschen Frauenschach ist, abzulösen.

Im Open nahmen eine ganze Reihe deutsche Topspieler und Nationalspieler teil. Am Ende lagen hier zwei von ihnen, Alexander Donchenko und Frederik Svane gleichauf an der Spitze, mit der besseren Zweitwertung für Donchenko. Rasmus Svane wurde Vierter, Matthias Blübaum Neunter.

Alexander Donchenko und Frederik Svane

Am Sonntag wurden die Sieger geehrt und erhielten ihre Preise. Zum Abschlussprogramm gehörte auch ein Vortrag von Matthias Deutschmann, der unter anderem auf die friedliche Internationalität in der Schachgemeinde hinwies.

Die Dortmunder Veranstalter haben eine ganze Reihe professioneller Videotrailer von den Spieltagen und Interviews produziert, auch von der Siegerehrung.

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.