Schatzmeister Jürgen Wienecke feiert 70
Geburtstag
30 Jahre Vorstand: Chess Tigers, SC Frankfurt-West und SK Unterliederbach
Eine Schachlegende feiert seinen runden
Geburtstag. Seit Ende Januar 1994 ist er Schatzmeister, zuerst beim SC
Frankfurt-West und seit dem 9.9.1999 zusätzlich bei dem neu gegründeten
Schach-Förderverein 1999 e.V., einfach Chess Tigers genannt. Bewegende und große
Momente hat Jürgen Wienecke im geschäftsführenden Vorstand als Schatzmeister
verantwortet - ein selten mutiger Kaufmann dem nie die Hände zitterten, selbst
dann nicht, wenn die zehn besten Spieler der Welt ihr Salär empfingen.
Arbeitswille, Kontinuität, Zähigkeit, Leidenschaft, Mut und Treue zeichneten ihn
aus, aber auch - und das ist sehr selten bei Kaufleuten - Flexibilität,
Fortschrittsdenken und Geschäftstüchtigkeit. Lieber Jürgen, wir anderen Tiger im
Freigehege danken Dir herzlich für das Geleistete und wünschen Dir zum
70.Geburtstag alles erdenklich Gute.
70 Euro Schein für Jürgen Wienecke bei der EZB beantragt

Die Graphik zum Geburtstag
70 Jahre und kein bisschen leise wird am
20.Oktober 2007 Jürgen Wienecke. Seit dem 01.Juli 1977 ist er dem Schach
verbunden als Vereins- und Mannschaftsspieler beim am 9.Mai 1924 gegründeten SK
Unterliederbach, der dann 1989 mit dem Schwesterverein SC Sindlingen 1925
fusionierte und ab diesem Zeitpunkt SC Frankfurt-West sich nennen lässt. Doch
das Organisationsschwergewicht ist nicht nur Spieler sondern auch
aufopferungsvoller Organisator. Schon 1980, also drei Jahre nach Eintritt in den
SK U. wählte man ihn nach zweijährigen kurzen Intermezzo von Karlheinz Arnold
als Vorsitzenden zum Lenker der Geschicke, der dem großen Vorsitzenden Herrmann
Leipe - heute Ehrenvorsitzender beim SC West folgte und schon bald passten die
Schuhe. Acht Jahre bis 1988 erfüllte er diese Aufgabe und musste erkennen, dass
die Freizeitgestaltung sich wesentlich änderte. Die gelebte Familienstruktur
wurde mehr und mehr den individuellen Spielerbedürfnissen angepasst, sodass die
Mitgliederzahl es erforderte, dass die Fusion der von Paul Kern mit gegründeten
Vereine SK Unterliederbach und SC Sindlingen unabdingbar war - klugerweise
überließ er dies der neuen Generation von Funktionären, die viel weniger
Berührungsängste als die "Alten" plagten. Dem Vorstand blieb er natürlich
verbunden und übernahm forthin die Schnittstelle zu den Vereinsringen.
Der Start: Spieler oder Funktionär

Ein Chess Tiger aus Leidenschaft
Nachdem Ferdinand Niebling vom SV Wiesbaden
und Hans-Walter Schmitt von den Schachfreunden Königstein nach der erfolgreichen
Fusion das spielerische Potenzial bei Frankfurt-West anreicherten und
Letztgenannter im Januar 2002 den Vorsitz und Erstgenannter den Turnierleiter
übernahm, konnte der gelernte Kaufmann Wienecke beim Anblick und dem
Aufgabenvolumen der ersten Chess Classic 1994 einfach nicht widerstehen, er
stieg zuerst für die Chess Classic als kaufmännischer Projektleiter ein und
wurde 1996 in die entscheidende Funktion des Schatzmeisters gewählt.
Aufbruch zu neuen Ufern - Ziel: ein Weltklasseturnier!

Verantwortlich für 14 mal Chess Classic, die Schwergewichtszwillinge im jährlich
weltweiten Turnierzirkus, Schatzmeister Jürgen Wienecke und Vorsitzender
Hans-Walter Schmitt immer Flagge zeigend - unermüdlich im Einsatz
Bei der Vorstellung des
10-Jahres-Turnierkonzeptes verbunden mit der parallelen Jugendentwicklung
erkannte er als Erster das riesige Potenzial, das chancenreich vor dem SC
Frankfurt-West lag. Seit diesem Zeitpunkt wurde SC West eine „Marke“: 1996
bereits Verein des Jahres in Deutschland, mehrmalig hessischer U10 und U12
Einzel- und Mannschaftsmeister, die 1.Mannschaft war aus der Bezirksliga in die
Landesklasse aufgestiegen. Mit Vishy Anand 1994, Vladimir Kramnik, Alexei Shirov,
Dr.Robert Hübner und Peter Leko 1996 begann dann die Post abzugehen, die 1998 in
das stärkste Schnellschachturnier aller Zeiten einmündete. Garry Kasparov, Vishy
Anand, Vladimir Kramnik und Vassily Ivanchuk stellten mit einem Elo-Schnitt von
2781 alle Turnierrekorde in den Schatten. Im Umgang als Schatzmeister mit
Weltklassespielern und Sponsoren mauserte sich der Club im Frankfurter Westen
zur „Premium Marke“ und es floss auch ein bisschen Kleingeld - wie auf dem Bild
ganz oben zu sehen - durch seine Hände. Die Ehrenmitgliedschaft Des Schachclubs
Frankfurt-West hattest Du redlich verdient. Nachdem aber die
"Vorstandszwillinge" Schmitt und Wienecke immer mehr Gas gaben und im Jahre 1999
- 75 Jahre Frankfurt-West - mit 12 Veranstaltungen vom Familienturnier über die
Main-Taunus-Schach-Meisterschaft, Hessische Blitzschachmeisterschaft, Deutsche
Schnellschachmeisterschaft bis hin zur Frankfurt Chess Classic 1999 in der
Ballsporthalle - Empfang im Römer - die feindlichen russischen Weltmeister
Kasparov und Karpov sowie die zukünftigen Weltmeister Anand und Kramnik
zusammenbrachten, wurde klar, dass der SC West mit seinem Anspruch dies nicht
mehr alles leisten konnte und wollte. Das Zitat: Für Kasparov tun sie alles,
aber was bekommen wir?", war das klare Signal zum Handeln. Eine neue
Organisationsstruktur musste her.

Jürgen Wienecke überreicht dem "Größten" das Kuvert
Gründung der Frankfurt Chess Tigers

Kasparov, Schmitt, Wienecke
Am 9.9.99 wurde mit 9 Mitgliedern der
Frankfurt Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. gegründet, der sich fortan
um die Chess Classic kümmerte - Jürgen Wienecke war nun in beiden Vereinen
Schatzmeister. Im Jahr 2000 stand dann der vorläufige Höhepunkt an, mit der
"Premiere der Top Ten". Zum ersten Mal in der nunmehr 156-jährigen Geschichte
des Turnierschachs trafen sich im Parkhotel in Bad Soden am Taunus die 10
führenden Spieler der damaligen Weltrangliste: Kasparov, Anand, Kramnik, Shirov,
Morozevich, Adams, Ivanchuk, Bareev und Topalov. Viswanathan Anand gewann mit
+5/=5/-0 das doppelrundige Turnier vor Kasparov und Kramnik. Seither hat er den
Chess Classic Schnellschach-Weltmeister Titel sieben Mal verteidigt. Auch hier
kümmerte sich Wienecke um die Finanzen und war zusätzlich verantwortlich für die
logistische Anmeldung und Abwicklung des ORDIX Open. Die Aufgaben wuchsen an,
Jürgen war mittlerweile beruflich in Rente gegangen und wir waren uns sicher,
dass wir auch die sogenannte Frankfurter Chess Classic Krise nach dem Weggang
der Frankfurter Sport- und Kulturdezernentin Sylvia Schenk zum Bund deutscher
Radfahrer meistern würden. Der Sponsor Siemens hatte aus strategischen Gründen
keine Ambitionen mehr weiter zu machen, weil Kasparov uns die zwei
Schnellpartien gegen "Fritz on Primergy" versagte, aber stattdessen ein 40er
Simultan offerierte und hier gelang der Glücksfall der
Rhein-Main-Schachgeschichte.
Der Chess Classic Wechsel nach Mainz
Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel
nahm den im angebotenen Platz im Simultan gegen Weltmeister Garry Kasparov an
und trotzte ihm neben dem Chess Tigers Vorsitzenden Schmitt sitzend ein Remis in
einer aufregenden "Schottischen Partie" ab. Als sein Nachbar ebenfalls ein Remis
mit der Damenindischen Verteidigung erreichte, war es Jürgen Wienecke, der die
Frage des OB Jens Beutel: "Wie wäre es, wenn ihr die Chess Classic in Mainz
abhaltet", spontan heraus beantwortet mit "Warum nicht, habt ihr genug Sponsoren
mit Munition, Spiellokal und Hotel?" Natürlich wussten wir, dass der
passionierte Jens Beutel bereits 1994, damals noch als Richter am
Oberlandesgericht in Mainz, an dem 1.ORDIX Open in der Stadthalle in
Frankfurt-Zeilsheim teilgenommen hatte und seither den steilen Aufstieg
verfolgte – wie schätzten unsere Chancen gut ein, dass das Turnier in Mainz
weitergeht, aber in einem anderen Format, das Millennium Turnier war nicht mehr
zu steigern. Das Ding ging klar: Hilton Mainz, Congress Centrum Mainz mit
Rheingoldhalle, Mainzer Sponsoren und die Chess Tigers - eine neue Ära begann.
Seither hat Mainz sieben Mal die Chess Classic erlebt, genauso lang wie
Frankfurt.

Der schwergewichtige Turm mit seinen flinken Bäuerlein, Opa
Jürgen und die Enkel Ann-Katrin und Andreas
Chess960 - eine Innovation mit riesigen Chancen
Neben vielen weiteren Aktivitäten wurde in
Mainz Chess960 mit einem Prominententurnier gestartet, wo Minister und
Staatssekretäre, Oberbürgermeister und Unternehmer teilnahmen und es wurde im
Anschluss ein Profi-Testwettkampf zwischen GM Peter Leko und GM Michael Adams -
Nr.4 und Nr.6 in der Weltrangliste – erfolgreich veranstaltet. Die Turnierserie
startete ein Jahr später mit dem ersten FiNet Open Qualifikationsturnier und
später folgten die jährlichen Weltmeisterschaften.
Die Gründung der Chess Tigers Universität
Ein weiterer Meilenstein, den er
kaufmännisch und logistisch begleitete, war die Gründung der Chess Tigers
Universität mit Deutschlands führendem Trainer und Großmeister Artur Jussupow.
Nach drei Jahren trainieren mit insgesamt knapp 2000 Studenten mit den zur
Verfügung stehenden 960 Lektionen in 24 Leistungsstufenn. 41 Vereine, viele
Familien und die Privaten wollen natürlich kaufmännisch bewältigt werden,
genauso wie die Betreuung der Primepartner ChessBase, Niggemann und dgt projects.
Der eigene Shop mit mittlerweile über 100 Produkten erfordert auch den ganzen
Mann und das macht der 70-Jährige mit Engagement und Unternehmergeist - wohl der
Organisation, die einen Jürgen Wienecke hat, der sich auch nicht scheut, die
ganze Familie in den Dienst seiner Chess Tigers zu stellen.
Wir danken Dir, wünschen Gesundheit und Glück
Danke Jürgen, irgendwann wirst Du neben
Vishy Anand, Vladimir Kramnik und Jens Beutel zum Ehrenmitglied ernannt,
vielleicht 2009, verdient hättest Du es schon früher, aber erst wenn Du einen
Nachfolger ausgebildet hast, der Dir baldmöglichst bei der vielen Arbeit zur
Seite steht – es muss ja weiter gehen. Mit Deiner Frau Brigitte habe ich
gesprochen, ob eine junge Sekretärin mit kaufmännischer Erfahrung das Richtige
wäre? Mit einem Lächeln blickte Sie mich skeptisch ungläubig kopfschüttelnd an.
Fast 15 Jahre haben wir nacheinander Fortune und die richtige Nase gehabt -
Können und Glück, Zusammenhalt, wenn es knüppeldick kam, Ideen und Kreativität,
wenn wir nicht mehr weiter wussten waren immer der "Alten" Faustpfand. Ich danke
Dir aufrichtig und jeder Chess Tiger sollte es auch tun.
Chess Tigers / Hans Walter Schmitt