Alexander Grischuk gewinnt den FIDE Grand Prix in Hamburg

von Klaus Besenthal
17.11.2019 – Im Hamburger "Theater Kehrwieder" hat der russische Großmeister Alexander Grischuk heute das dritte Turnier des "FIDE Grand Prix 2019" gewonnen. Im Tiebreak gegen Jan-Krzysztof Duda (Polen) hatte Grischuk mit 2,5:1,5 schließlich das bessere Ende für sich. Zuvor schon hatten Ian Nepomniachtchi bzw. Shakhriyar Mamedyarov die Turniere in Moskau und Riga gewonnen; im Dezember wird die Serie mit einem Turnier in Jerusalem abgeschlossen. In der Gesamtwertung belegt Grischuk zurzeit Platz eins und hat damit einen Startplatz für das nächste Kandidatenturnier so gut wie sicher. | Fotos: Nadja Wittmann

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Duda legt vor, Grischuk lacht zuletzt

Der Tiebreak des Grand-Prix-Finales zwischen Duda und Grischuk begann für den Polen Duda äußerst verheißungsvoll. Zwar griff Grischuk, mit den schwarzen Steinen, ihn zunächst ungestüm an, doch konnte Duda das Zusammenspiel seiner Figuren schrittweise konsolidieren und schließlich die zunächst nicht richtig sichtbaren Vorteile seiner Stellung souverän zum Sieg nutzen: das Läuferpaar und das starke Bauernzentrum. 

 

Jan-Krzysztof Duda

Doch das solle es noch nicht gewesen sein. In der Eröffnungsphase der nächsten Partie spielte Grischuk einen seltenen Zug, mit dem Duda nicht zurechtkam. Dieser "Sieg aus einem Guss" brachte dem Russen den Ausgleich:

 

Nach diesen beiden Auftaktpartien, die mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten (+ 10 Sekunden pro Zug) gespielt worden waren, mussten zwei weitere Partien her, in denen den Spielern nur noch 10 Minuten (+ 10 Sekunden pro Zug) Bedenkzeit zur Verfügung stehen würden. In der ersten dieser beiden Partien missglückte Duda die Eröffnung vollkommen: Schon sehr frühzeitig hatte Grischuk großen, gewinnverheißenden Vorteil. Gleichwohl lieferte Duda seinem Kontrahenten noch einen großen Kampf, ehe er schließlich aufgeben musste:

 

In der letzten Partie konnte Duda dann keine Gewinnchancen mehr generieren. Als man sich schließlich auf ein Remis einigte, stand Grischuk eigentlich sogar schon wieder auf Gewinn. Doch das spielte keine Rolle mehr: Dank der beiden Weiß-Siege hat Grischuk den Tiebreak und damit auch das Grand-Prix-Turnier in Hamburg gewonnen. 

Nach spannendem, hochklassigem Kampf gewann Alexander Grischuk schließlich gegen Jan-Krzysztof Duda.

Gesamtwertung des FIDE Grand Prix 2019

Mit 20 Punkten führt Alexander Grischuk die Gesamtwertung zurzeit souverän an, darf allerdings am letzten Turnier in Jerusalem (11. bis 23. Dezember) nicht mehr teilnehmen. Hinter Grischuk folgen derzeit Maxime Vachier-Lagrave (13 Punkte), Shakhriyar Mamedyarov (10 Punkte) und Ian Nepomniachtchi (9 Punkte) auf den Plätzen. Die beiden Ersten der Serie qualifizieren sich für das nächste Kandidatenturnier - Grischuk wird einer von ihnen sein.

Alle Partien des Grand Prix

 

Turnierseite




Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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Herbert Christmann Herbert Christmann 18.11.2019 11:36
Zu dem Finale, das war ganz große Werbung für das Schachspiel. Und vielen Dank an die Herren Grischuk und Duda, unglaublich enge und spannende Partien, auf Weltklasseniveau. Und die Präsentation auf Chessbase, mit dem erstklassigen, sympathischen Kommentator Ilja Zaragatski, war dieses Ereignisses würdig; es war bei diesen Partien nicht einfach, in die Köpfe der Spieler hineinzuschauen. Grischuk ist wie immer ein fairer Sportsmann und hat die Leistung von Duda anerkannt. Die Verteidigungskunst von Duda ist außergewöhnlich.
Wir sahen großes Schach.
Krennwurzn Krennwurzn 18.11.2019 11:04
O-TON GRISCHUK

"First I want to thank Jan-Krzysztof for this incredible match. I enjoyed every moment of each game all three days. All games were very tense, and it was a huge fight with no short draws or anything. I was getting a feeling that Jan plays a little bit like an old computer, not exactly Stockfish, but like some Fritz without an opening database, without an opening book, because every game – White/Black – he plays some „shit" basically but then playing incredibly. I remember when I was young, the computers were not as strong, and you could try to compete them, but still, they were beating you. And I was getting the same feeling today, but then twice I got just too much of an advantage to save even for Fritz or for Jan."
Martin Erik Martin Erik 18.11.2019 10:17
Die "Gefahr", dass Grischuk nicht im Kandadatenturnier spielt, ist tatsächlich extrem gering: Mamedjarov oder Nepomniatchi müsste den letzten Grand Prix gewinnen mit zwei bzw. drei Zusatzpunkten UND der Finalgegner müsste MVL sein (mit drei Zusatzpunkten!).
Bereits wenn MVL das Turnier gewinnt, ist Grischuk qualifiziert.
Oder wenn Mamedjarov und "Nepo" im Finale stehen.
Oder wenn sich MVL mit "nur" zwei Zusatzpunkten ins Finale spielt.
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