Amsterdam 2004

20.07.2004 – Seit drei Tagen läuft in der niederländischen Hauptstadt das ACT-Turnier, eines der stärksten Open im Sommer 2004. Bundesligaspielerin Evi Zickelbein vom Hamburger SK ist für uns vor Ort, spielt mit, fotografiert - und hat endlich den Grund gefunden, warum die Holländer so viel Fahrrad fahren...Parkuhren, Panik und Partien...

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ACT – Amsterdam Chess Tournament

 

Anpfiff im Studenten Sportcentrum

 

Eines der stärksten Sommeropen 2004 begann am Sonnabend, dem 17. Juli, im Studenten Sportcentrum von Amsterdam. Nachdem um 13 Uhr alle Spieler in den zwei riesigen Spielsälen – A- und B-Gruppe und C- und D-Gruppe zusammen in einem „Zaal“ – an ihren Brettern Platz genommen hatten, ertönte plötzlich die Begrüßungsansprache aus den Lautsprechern. Viele blickten sich irritiert im Saal um, schauten hoch auf die Tribüne zur Kommentatorenkabine, doch nichts war zu sehen. Turnierdirektor Jeroen van der Berg eröffnete das Turnier aus dem Nirwana des Technikraumes, doch den durchdringenden Pfiff durch eine Schiedsrichterpfeife verstanden auch die ausländischen Teilnehmer und dann konnte es losgehen.

 

Turnierflagge

Eingang zum Studenten Sportcentrum

Mit denen sollten wir uns lieber nicht anlegen...

Nach der Partie ist Gelegenheit zum Ausgleichssport im Fitnessstudio...

Spielsäle

 

In der A-Gruppe sind 93 Teilnehmer am Start – die gesamte holländische Elite und viele weitere angereiste Titelträger. Acht Spitzenbretter sind vom Feld abgetrennt und vier Spitzenpaarungen werden auf große Fernseher übertragen. An mehreren Stellen im Sportcentrum sind Fernseher aufgehängt, auf denen neben der Tour der France auch die Spitzenbretter übertragen werden. In einem angrenzenden Raum werden für die Zuschauer Partien kommentiert. Am ersten Tag kommentierte der berühmte holländische Trainer Cor van Wijgerden, während der zweiten Runde GM Sosonko vor vollbesetzten Zuschauerreihen ausdauernd circa vier Stunden.

 

Übertragung Spitzenbretter

Übertragung Tour der France

Kommentar Sosonko

Handyverbot

 

In der ersten Runde war die am meisten belagerte Partie das Duell der holländischen Schachlegende Jan Timman gegen seinen Weggefährten und Freund IM Rob Hartoch, und es überraschte niemanden, dass Hartoch in einem besseren Turmendspiel Remis gab. Durch das Remis musste sich Jan Timman in der zweiten Runde unters Volk in die hinteren Reihen mischen, wo mit IM Yochanan Afek ein weiteres Schwergewicht auf ihn wartete. Diese Partie konnte er jedoch sicher gewinnen und hat sich damit wahrscheinlich wieder an die Spitzenbretter vorgearbeitet. Eine weitere Überraschung war das Remis Rob Witt gegen GM Vladimir Chuchelov.

Hartoch-Timman

Timman-Afek

In der zweiten Runde konzentrierte sich das Publikumsinteresse auf die Partie des jungen Holländers Jeroen Willemze gegen GM Nicolic. In einer scharfen Angriffspartie fand er leider den Gewinnweg nicht, und im Endspiel mit Mehrbauern verteidigte sich der Großmeister sehr genau, so dass die Partie schließlich Remis endete. Interessant auch die Partie von IM Bosboom gegen GM Sokolov: Bosboom kam eine geschlagene Stunde zu spät, hielt mit Schwarz aber trotzdem Remis gegen die Nummer 1 der holländischen Rangliste!

Willemze-Nicolic

Sandipan-Houska

Gagunyi-vanDelft

Tregubov

Die junge Holländerin Marlies Bensdorp, die auf der Europameisterschaft in Dresden Internationale Meisterin wurde, hatte gute Gewinnchancen gegen einen Internationalen Meister. Schon in der ersten Runde lieferte sie IM Manuel Bosboom sehr harte Gegenwehr. 

 

Marlies Bensdorp

Hier wird sie von einer Karikaturistin gezeichnet:

Marlies wird gemalt

Von Amsterdam haben wir natürlich bisher noch nicht viel gesehen, aber das kommt noch! Wir wissen aber jetzt, warum die Holländer das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel dem Auto vorziehen:

Parkuhr

Das Parken ist einfach unbezahlbar: Eine Stunde kostet bis zu 2,80 EUR, ein Tagesticket bis zu 14,00 EUR. Deshalb steht das blaue „P“, das man in der Innenstadt überall sieht, eher für Panik als für Parken...

Und es ist ja auch nicht so, dass man nur eine Person mit dem Fahrrad transportieren kann:

Fahrrad für vier

 

Wenn das Wetter allerdings so bleibt, bringt auch das Fahrradfahren nicht richtig Spaß:

 

Die Bar im Sportcentrum machte an diesem Abend allerdings einen ordentlichen Umsatz, weil niemand den Spielsaal verlassen konnte...

Abends sitzt man beim gemeinsamen Dinner gemütlich zusammen. Der Vorsitzende des Hamburger Schachklubs Christian Zickelbein ließ es sich natürlich nicht nehmen, die neuen HSK-Mitglieder bei einem gemeinsamen Essen willkommen zu heißen:

 

Sven, Marlies und Christian

Dinner

 

Tot ziens en groeten uit Amsterdam

                    

                                                Evi Zickelbein

 

Die Partien der A-Gruppe zum Nachspielen...



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