Chessable Masters: Carlsen weiter, Nepomniachtchi gleicht aus

von André Schulz
02.07.2020 – Magnus Carlsen hat als erster Spieler das Finale des Chessable Masters erreicht. Den zweiten Satz seines Halbfinales gegen Ding Liren entschied er klar mit 3:1 für sich. Nepomniachtchi glich gegen Giri aus. Hier fällt die Entscheidung heute. | Foto: Crystal Fuller

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Magnus Carlsen schneider durch das Feld des Chessable Masters wie ein heißes Messer durch die Butter. Natürlich gibt es auch mal Widerstand, aber am Ende des Tages heißt der Sieger doch immer wieder Magnus Carlsen. Nach dem gestrigen zweiten Satz im Halbfinale des Chessable Masters gegen Ding Liren war Carlsen mit sich selber zufrieden, was kein gutes Zeichen für die Konkurrenz ist. Normalerweise ist der Weltmeister selber sein größter Kritiker und selbst nach souverän gewonnenen Partien hat er noch etwas an seinem Spiel auszusetzen. Das einzige, was ihm gestern missfiel, war seine Eröffnungsbehandlung in der ersten Partie. Es war eine Königsindische Verteidigung, mit Carlsen als Führer der schwarzen Steine. Carlsen durchreitet bei den vielen Online-Turnieren, die es derzeit gibt, im Schnellschach-Eiltempo das Reich der Eröffnung und sein neuestes Steckenpferd ist Königsindisch. Seine Kritik war berechtigt, denn nach der Eröffnung stand er schlecht und hatte kein Spiel.

 

Die schwarze Dame hatte hier schon einen nutzlosen Ausflug nach b6 hinter sich.

Carlsen wurschtelte sich aber auf Kosten eines Bauern (a5) aus dieser misslichen Lage heraus und erhielt eine Stellung, in der er mitspielen durfte.

 

Am Ende der Partie stand jedoch ein 0:1 auf dem virtuellen Notationsformular. Ding wurde die lästige schwarze Dame nicht los und patzte.

 

62.Tb1 Da7 63.Dd2 Sxd3 64.Dxd3 Da2+ 65.Kf1 Tc8 66.Db3? Tc1+ 0–1

Nach einem Remis in der zweiten Partie wollte Ding mit Weiß in Partie Drei auf der Suche nach einem vollen Punkt Gas geben, brachte mit einem Figurenopfer im Zentrum für zwei Bauern Würze ins Spiel, wurde aber vom Norweger trocken abgefedert. Carlsen nahm in der komplizierten Stellung alle angebotenen Steine weg.

 

In dieser deprimierenden Schlussstellung gab Ding auf. 

Im Parallelmatch kam Ian Nepomniachtchi durch Gewinn des zweiten Satzes zum erhofften Ausgleich. Die erste Partie endete ohne Sieger. In der zweiten ließ Giri sich einen Bauern abnehmen und im Endspiel den Springer fangen.

 

27... Sxd2 28.f3 Te2 29.Lc3 Kh7 30.Td1 Sxf3+ 31.gxf3 Te3 32.Le1 Txf3 33.Td5 Te3 34.Kf1 Tf3+ 35.Lf2 b4 36.Td4 Txh3 37.Txb4 g5 38.a4 Th1+ 39.Lg1 1–0

Den Rückstand konnte Giri nicht mehr aufholen. Die beiden restlichen Partien endeten remis. Damit gibt es in diesem Match heute noch einen dritten Satz.  

Partien

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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