Dortmund: Dramatische Seeschlange und übergroßer Kramnik

25.07.2011 – In der heutigen sechsten Runde fuhr Vladimir Kramnik seinen fünften ganzen Punkt ein. Diesmal war Anish Giri das Opfer. Der Niederländer war im damenlosen Mittelspiel im Grünfeldinder ohne echte Chance gegen den glänzend aufgelegten Ex-Weltmeister und wurde glatt überspielt. Mit seiner Punktausbeute von 4,5 aus 5 hat Kramnik in der Eloliste schon jetzt einen großen Satz gemacht und könnte bald die 2800-Marke überspringen. Eine wilde und spannende Partie voller Dramatik lieferten sich Georg Meier und Hikaru Nakamura. In der Königsindischen Verteidigung kam es zum typischen Duell mit weißem Angriff am Damenflügel und schwarzem Angriff am Königsflügel. Durch präzises Spiel erlangte Meier mit den weißen Steinen großen Vorteil, doch der Amerikaner schaffte es durch trickreiche Verteidigung in ein Damenendspiel mit Leichtfiguren und hoher Remistendenz zu entschlüpfen. Zwar erreichte Meier nach Damentausch auch hier Gewinnstellung, doch in Zeitnot fand der Trierer den Gewinnweg nicht. Amtlich wurde die Punkteilung dann aber erst im 150. Zug. Einen vollen Punkte heimste indes Liem Quang Le ein, der Ruslan Ponomariov besiegte. Turnierseite...Bericht, Bilder, Tabelle, Partien...

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Fotos: Veranstalter/ Georgios Souleidis



  

 

Kramnik zur Halbzeit deutlich vorn - Meier und Nakamura produzieren Seeschlange

Wladimir Kramnik ist beim Sparkassen Chess-Meeting 2011 nicht aufzuhalten. In der fünften Runde besiegte er Anish Giri und führt zur Halbzeit mit überragenden 4,5 Punkten aus fünf Partien.

Giri wählte mit den schwarzen Steinen die Grünfeld-Indische Verteidigung, obwohl Kramnik einer der weltweit größten Experten in der Bekämpfung dieser Eröffnung ist. Der 17-jährige Holländer tauschte die Damen und wähnte sich sicher, doch der Ex-Weltmeister überraschte seinen jungen Gegner im 13. Zug mit dem Aufzug des h-Bauern, um am Königsflügel anzugreifen. „Ich habe diesen Zug schon für mein WM-Match gegen Garri Kasparow im Jahr 2000 vorbereitet. Bis heute musste ich warten, um ihn anzuwenden“, erklärte der strahlende Sieger. In der Folge wusste Giri nicht, wie er gegen das weiße Konzept Gegenspiel erlangen soll. Er nahm im 17. Zug eine Schwächung seiner Bauernstruktur in Kauf, in der Hoffnung die weiße Initiative einzudämmen. Das Vorhaben ging aber nach hinten los. „Danach stehe ich strategisch auf Gewinn, weil ich das Zentrum erobere und meine Figuren aktiv sind“, erläuterte Kramnik nach der Partie. Am Ende tauchten zwei weiße Freibauern auf der 6. Reihe direkt vor der schwarzen Stellung auf. Giri hatte keine Chance und gab nach 44 Zügen auf.

Liem Le Quang feierte seinen ersten Sieg in Dortmund. Im Verfolgerduell besiegte der 20-jährige Vietnamese den Ukrainer Ruslan Ponomariov und liegt nach der Hälfte des Turniers auf dem 2. Platz. Die Kontrahenten wählten das klassische Damengambit. Bis zum Mittelspiel wog die Partie hin und her. Dann übernahm Le Quang das Zepter und schob seine Bauern im Zentrum vor. Er eroberte immer mehr Raum und schwächte seinen Gegner auf beiden Flügeln. Die logische Konsequenz war die Eroberung von gegnerischem Material. Im Endspiel versuchte der 27-jährige Ukrainer das Ruder herumzureißen, doch Le Quang sicherte sich durch einen Freibauern den Sieg.

Georg Meier verpasste in der fünften Runde eine große Chance. Im „Kellerduell“ stand er gegen Hikaru Nakamura in der längsten Partie des Turniers vor seinem ersten Sieg. Der 23-jährige Amerikaner wählte die scharfe Königsindische Verteidigung und zeigte von Beginn an, dass er auch mit den schwarzen Steinen gewinnen will. Die Kontrahenten folgten einer langen ausanalysierten Variante. Der 23-jährige Trierer opferte im Mittelspiel eine Qualität, um den Angriff auf seinen König abzuwehren. Im Gegenzug erhielt er aber die Kontrolle über weite Teile des Brettes. Nakamura fand keinen Weg zum gegnerischen Monarchen und ließ sich am Damenflügel überrollen. Meier gewann Material und musste nur noch den Vorteil zum Sieg verwerten. Am Ende scheiterte er aber an seinen Nerven und an der Zeitnot. Er ließ Nakamura eine Festung bauen, die er trotz Mehrbauern nicht einnehmen konnte. Nach 150 Zügen und einer Spielzeit von sage und schreibe fast acht Stunden einigten sich die Spieler auf Remis.

Dienstag, der 26. Juli, dient den Spielern als Erholungstag. Gleichwohl dürfen sich die Fans auf ein Erscheinen der Großmeister freuen. Im Kundenzentrum der Sparkasse Dortmund, Freistuhl 2, geben die Denkakrobaten ab 15 Uhr eine Autogrammstunde. Im Rahmen dessen verlost die Sparkasse Dortmund zudem tolle Preise, u.a. ein ipod touch und ipod shuffles.

Am Mittwoch den 27. Juli findet die sechste Runde des Sparkassen Chess-Meeting 2011 statt. Ruslan Ponomariov fordert mit den weißen Steinen Wladimir Kramnik heraus, Liem Le Quang trifft auf Georg Meier und Hikaru Nakamura auf Anish Giri. Die Partien beginnen um 15 Uhr. Spielort ist das Schauspielhaus Dortmund.

(Stadt-Pressedienst vom 25.07.2011)


 















Impressionen von Anna Dergachova:


Kramnik erklärt seinen Erfolg


Kleiner Größenunterschied


Die russische Reporterin Marina Makarycheva



Die Trainerlegende Abram Khasim mit seiner früheren Schülerin Marina Makarycheva, die jetzt für das russische TV arbeitet.


Alexander Bakh mit Abram Khasim

Abram Khasin, Internationaler Meister und Trainer von Chuchelov, Bareev, Marina Makarycheva ist 88 Jahre alt, gewann aber im letzten Jahr noch das Willy Knebel Gedächtins-Turnier mit 8,5 aus 9 und ist gerade mit dem SK Holsterhausen Essen in die Regionalliga aufgestiegen. Khasim ist der Vater von Anna Dergachova.


Vlastimil Hort


Lässt auch keine Gelegenheit zum Schach aus.


Kramnik-Sekundant Nalbandjan


Giri mit seinem Trainer Chuchelov


Trainergenerationen

 

 


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